Die bislang größte Agri-Photovoltaik-Anlage Süddeutschlands ist gestern in Oberndorf am Lech offiziell in Betrieb gegangen. Wie das Münchener Start-Up Feldwerke mitteilt, erzeugt die Anlage auf 28 Hektar Fläche mit einer Leistung von etwa 17 Megawatt Strom für rechnerisch rund 5.000 Haushalte. Dabei sei die Anlage so konzipiert, dass rund 90 Prozent der Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können. Zwischen den Reihen von PV-Modulen können etwa Winterweizen oder Zuckerrüben angebaut werden.
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Schnelle Umsetzung dank Erhalt der Landwirtschaft
Der Erhalt der landwirtschaftlichen Nutzung habe die Umsetzung des Projekts beschleunigt, so die Entwickler: Von Projektstart bis Bau sei rund ein Jahr vergangen. Weil keine zusätzlichen Ausgleichsflächen für Landwirte erforderlich gewesen seien, sei das Genehmigungsverfahren in sechs Monaten abgeschlossen worden. Dieser Zeitraum liegt laut Feldwerke deutlich unter den üblichen zwei bis drei Jahren für klassische Freiflächen-Photovoltaikanlagen.
Unter den Modulen entstehe zusätzlich ein bis zu zwei Meter breiter Streifen für Biodiversität, etwa in Form von Blühstreifen für Insekten. Der Oberndorfer Bürgermeister Franz Moll sprach von einer hohen Akzeptanz bei Bevölkerung, Gemeinde und Behörden. Das Projekt sei ein "Zukunftsmodell für die Energiewende in Deutschland". Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) lobte es als "Leuchtturmprojekt".
Noch größere Anlage in Oettingen geplant
Das Münchener Start-Up Feldwerke entwickelt und realisiert seit Oktober 2023 Agri-PV-Projekte in Süd- und Mitteldeutschland. Eine noch größere Anlage plant Feldwerke derzeit in Oettingen, ebenfalls im Landkreis Donau-Ries. In Biessenhofen im Ostallgäu eröffnet der Nahrungsmittelkonzern Nestlé demnächst eine ähnliche Anlage.
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