Die Nürnberger Kaiserburg, das malerische Altmühltal und natürlich der Karpfen – das Frankenlied hat nun eine neue Strophe, die die Schönheit Mittelfrankens besingt. Bisher kamen in der regionalen Hymne nur Oberfranken und Unterfranken vor.
Vorgestellt wurde die neue Strophe auf dem "Tag der Franken", auf dem die drei fränkischen Bezirke jedes Jahr ihre Kultur und Traditionen feiern. Rund 15.000 Menschen hatten am Sonntag in Treuchtlingen den Tag der Franken gefeiert.
"In dem schönen Frankenland hab ich mein Glück gefunden"
Ausgerichtet wurde das Fest in diesem Jahr vom Regierungsbezirk Mittelfranken in Treuchtlingen. Dieser nahm das zum Anlass, zu einem Wettbewerb für eine siebte Strophe für das Frankenlied aufzurufen. Mehr als 300 Vorschläge gingen dem Bezirk zufolge ein.
Gewonnen hat demnach die Strophe von Georg Carl aus Bruckberg (Landkreis Ansbach). Darin heißt es: "Die Sonne scheint vom Hesselberg zur Kaiserburg hinüber. Durch's Altmühltal bis Rothenburg geht mir das Herz gleich über." Und es geht um den Karpfen: "Im Aischgrund springt der Karpfen frech, dreht fröhlich seine Runden. Ja, in dem schönen Frankenland hab ich mein Glück gefunden!"
Bisher gab es nur Liedstrophen über Ober- und Unterfranken
Der Text des ursprünglichen Frankenlieds basiert auf dem Gedicht "Lied fahrender Schüler" aus dem Jahr 1859, in dem der Schriftsteller und Dichter Joseph Victor von Scheffel seine Eindrücke rund um das Kloster Banz und Bad Staffelstein verarbeitete. Deshalb spiegelten sich in den sechs originalen Versen nur Besonderheiten Ober- und Unterfrankens wider, erklärte der Bezirk Mittelfranken.
"Ein erhebender Moment"
Mittelfrankens Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster fand vor allem die Uraufführung der neuen, mittelfränkischen Strophe des Frankenliedes sehr gelungen. "Es war ein erhebender Moment, mit welcher Inbrunst mitgesungen wurde", so Forster.
Dass Franken zwar zu Bayern gehört, die drei Regionen aber einen großen Wert auf ihre Eigenständigkeit legen, dem trägt der "Tag der Franken" Rechnung. Dieser erinnert an die Gründung des Fränkischen Reichskreises am 2. Juli 1500 und gilt als Schaufenster für Vereine und Handwerk, um das fränkische Brauchtum und die Kultur hochzuhalten.
Etwa 150 Initiativen und Vereine, die die fränkische Kultur und Tradition pflegen, präsentierten sich in Treuchtlingen. Zahlreiche Trachtengruppen waren mit Volkstänzen im Schlossgarten zu sehen. Der Tag der Franken wurde vor 20 Jahren erstmals begangen und soll die fränkische Identität pflegen.
Was die Statistik über Franken weiß
Immerhin 4,2 Millionen Menschen leben dem Landesamt für Statistik zufolge in einem der drei fränkischen Bezirke – also etwa jeder dritte Einwohner Bayerns. Mit 45,2 Jahren liegt der Altersdurchschnitt in Franken etwas höher als in ganz Bayern (44,4 Jahre), wofür die Unter- und Oberfranken verantwortlich sind.
Die Franken sind demnach im Schnitt 1,72 Meter groß und haben mit einem Body-Mass-Index (BMI) von durchschnittlich 26,2 etwas mehr Speck auf den Rippen als der bayerische Durchschnitt (25,8).
Mit Informationen von dpa.
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