Der Angeklagte von hinten in dunkelblauem Anzug, zurückgegelten braunen Haaren und Knopf für Übersetzungen im Ohr schaut in Richtung Richterbank. Am Landgericht Nürnberg-Fürth hat der Prozess um tödliche Schüsse auf einer Hochzeitsfeier in Fürth begonnen.
Der Angeklagte von hinten in dunkelblauem Anzug, zurückgegelten braunen Haaren und Knopf für Übersetzungen im Ohr schaut in Richtung Richterbank. Am Landgericht Nürnberg-Fürth hat der Prozess um tödliche Schüsse auf einer Hochzeitsfeier in Fürth begonnen.
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Am Landgericht Nürnberg-Fürth hat der Prozess um tödliche Schüsse auf einer Hochzeitsfeier in Fürth begonnen.
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Tödliche Schüsse bei Hochzeit in Fürth: Mordprozess hat begonnen

Tödliche Schüsse bei Hochzeit in Fürth: Mordprozess hat begonnen

Am Landgericht Nürnberg-Fürth hat der Prozess um tödliche Schüsse auf einer Hochzeitsfeier in Fürth begonnen. Der Angeklagte soll seinem Opfer während einer Hochzeit in die Brust geschossen haben. Auslöser war wohl ein Streit zwischen Familien.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Am Mittwoch hat vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth der Prozess gegen einen 27-jährigen Franzosen begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord vor: Er soll seinem Opfer bei der Tat am 23. März 2025 in einer Eventhalle in Fürth sechs Mal in die Brust geschossen haben.

Streit um Unterhaltszahlungen vor "Roma-Gericht"

Hintergrund ist nach den bisherigen Ermittlungen ein Streit um Unterhaltszahlungen. Der Angeklagte soll mit der Tochter des 47-jährigen Opfers eine Beziehung gehabt haben. Die beiden haben zwei Kinder. Beide Familien sollen Roma-Hintergrund haben.

Nach der Trennung im Jahr 2022 gab es offenbar Streit um Unterhaltszahlungen an den Vater, bei dem die Kinder leben. Die Forderungen sollen vor einem nichtstaatlichen "Roma-Gericht" in Frankreich verhandelt worden sein. Die Familie des Opfers erkannte diese jedoch nicht an. Daraufhin drohte laut Staatsanwaltschaft die Familie des Angeklagten der Familie des Opfers mit der Tötung von Familienmitgliedern.

Schüsse ohne Vorwarnung auf Hochzeit in Fürth

Der Angeklagte sei mit seinem Vater und zwei Brüdern im März 2025 auf einer Hochzeit erschienen, auf der der 47-Jährige gerade zu Gast war. Ohne Vorwarnung habe er den Mann dann erschossen. Der mutmaßliche Täter und seine Begleiter flüchteten. Er wurde Tage später in Frankreich festgenommen, wo er sich der Polizei gestellt hatte. Sein Vater und die beiden Brüder müssen sich ebenfalls vor Gericht verantworten, allerdings in einem gesonderten Verfahren.

Opfer war noch ansprechbar

Der Prozessbeginn verzögerte sich um 30 Minuten wegen des großen Interesses und Einlasskontrollen in den Sitzungssaal. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Am Nachmittag wurden Polizeibeamte als Zeugen gehört, die nach der Tat zu der Eventhalle nach Fürth gerufen worden waren. Einer gab an, dass das 47-jährige Opfer unmittelbar nach den Schüssen noch ansprechbar gewesen sei und über Atembeschwerden geklagt hätte. Zudem hätten mehrere Fahrzeuge beim Eintreffen der Streifen das Gelände in der Fürther Hafenstraße verlassen. Für den Prozess gegen den 27-Jährigen sind 16 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird für Ende März erwartet.

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