Mehr als ein halbes Jahr nach der tödlichen Kollision zwischen einem Motorboot und einem Segelboot auf dem Bodensee hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch im österreichischen Bundesland Vorarlberg Mordanklage gegen einen 26 Jahre alten Österreicher erhoben. Ihm wird Mord und versuchter Mord vorgeworfen. Das hat eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf BR-Anfrage bestätigt. Die Anklage sei bei Gericht eingereicht worden, sagte die Sprecherin. Für die Verhandlung ist demnach nun das Landesgericht Feldkirch (LG Feldkirch) als Geschworenengericht zuständig.
Motorboot rammt Segelboot: Seglerin stirbt
Bei dem Vorfall am 11. Oktober 2025 soll der angeklagte 26-Jährige mit seinem Motorboot mit überhöhter Geschwindigkeit über den Bodensee gerast sein und dann auf Höhe der österreichischen Gemeinde Fußach ein Segelboot gerammt haben. Das Segelboot wurde zerstört und eine 57-jährige Seglerin aus dem schwäbischen Landkreis Günzburg so schwer verletzt, dass sie starb. Ihr Ehemann konnte sich gerade noch retten.
Gutachter: Fahrer hätte Segelboot sehen müssen
Bei der bisherigen Verhandlung wegen mutmaßlich fahrlässiger Tötung hatte der Angeklagte nach einem Bericht des ORF darauf bestanden, nicht zu schnell gefahren zu sein und den Blick immer nach vorne gerichtet zu haben. Ein Gutachter habe aber ausgesagt, dass er das Segelboot dann hätte sehen müssen.
Das Gericht nahm das zum Anlass vom Verdacht des bedingt vorsätzlichen Mordes auszugehen und sich als nicht zuständig zu erklären, weshalb sich der Angeklagte deshalb nun vor dem Geschworenengericht beim FG Feldkirch wegen Mordes verantworten muss. Es ist in erster Instanz für Straf- und Zivilrechtssachen für Vorarlberg zuständig. Dem Angeklagten droht laut Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe.
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