Drei kleine schwarze Punkte tauchen am Himmel auf, nur Sekunden später sind sie schon über dem Rollfeld des Nürnberger Albrecht-Dürer-Flughafens. Einer nach dem anderen dreht ab und setzt zur Landung an. Es sind Eurofighter-Kampfjets der Bundeswehr. Die drei Maschinen kommen aus Neuburg an der Donau und bleiben für eine Übung eine Woche, genauer vom 5. bis 9. Oktober, in Nürnberg.
Teil der Übung "Dispersed Operations"
Trainiert werden soll in dieser Woche das Starten und Landen, außerdem geht es um die Zusammenarbeit militärischer und ziviler Kräfte am Flughafen. Konkret heiße das, so eine Sprecherin der Luftwaffe, zum Beispiel zu wissen, wie die Kampfjets getankt werden, wie die Elektronik funktioniert oder wo die Piloten aussteigen.
Die Übung findet Rahmen der "Dispersed Operations" statt, so bezeichnet die Luftwaffe Übungen, bei denen militärische Flugzeuge temporär von anderen Flughäfen als ihrem Heimatstandort agieren. Insgesamt sind sechs solcher Trainingseinheiten 2026 geplant, Nürnberg ist dabei der erste Standort im süddeutschen Raum.
Für den Ernstfall vorbereitet sein
Es handle sich um ein normales Training, betont Oberstleutnant Marcus Dankesreiter, Kommandeur der Fliegenden Gruppe des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau. Die Übung soll auf den Ernstfall vorbereiten. "Ziel ist es", so Dankesreiter, "an einem zivilen Flughafen zu landen, die Flugzeuge wieder einzusetzen und von hier aus wieder zu starten". Damit wolle die Bundeswehr ihre Einsatzbereitschaft stärken, insgesamt flexibler, unberechenbarer und widerstandsfähiger werden.
Nichts Neues in Nürnberg
Prinzipiell sind solche Übungen am Nürnberger Flughafen nichts Neues, so kommen auch immer wieder Maschinen des amerikanischen Militärs, aber eben auch aus Neuburg a.d. Donau. "Wir sind ein sogenannter Ausweichflughafen", erklärt der Geschäftsführer des Flughafens Martin Hupe, "das heißt, wenn unten an der Donau zum Beispiel schlechtes Wetter ist oder ein technisches Problem auftritt, dann sind wir für diese Flugzeuge hier vorhanden".
Auch die Flughafen-Feuerwehr habe sich bereits mit den Maschinen auseinandergesetzt. Klar sei aber trotzdem, so Hupe: Die aktuelle Übung hat eine andere Dimension. Während sonst immer nur ein bis zwei Militärmaschinen in Nürnberg waren, sind es diesmal drei bis vier.
Ziviler Flugbetrieb nicht eingeschränkt
Ursprünglich hätten heute vier der insgesamt 140 deutschen Eurofighter ankommen sollen, wegen eines technischen Problems waren es aber erstmal nur drei.
Geplant ist eine Flugrunde pro Tag. Der zivile Flugbetrieb soll davon aber nicht eingeschränkt werden.
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