Auf einen nassen Winter folgte ein Sommer mit zu wenig Regen und großer Hitze- ein Extremwetter, das den Bäumen in den bayerischen Wäldern zu schaffen schafft. In Marktheidenfeld warnt die Stadt nun davor, den Stadtwald zu betreten. Zu groß sei die Gefahr, dass Spaziergänger und Radfahrer durch herabfallende Äste zu Schaden kommen könnten.
Warnung im Marktheidenfelder Stadtwald
Besonders anfällig für Trockenheit sind Rotbuchen, wie sie im Stadtwald von Marktheidenfeld im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart stehen. Die Stadt hat deshalb Warnschilder angebracht, um Spaziergänger auf die Gefahr von herabstürzenden Ästen aufmerksam zu machen. In Wäldern mit angelegten Wegen für Spaziergänger und Radfahrer ist grundsätzlich der Eigentümer für die Verkehrssicherungspflicht verantwortlich. In anderen Wäldern, die der Allgemeinheit zugänglich sind, muss damit gerechnet werden, dass solche "waldtypischen Gefahren" auftreten können, so die Rechtsprechung.
Unterfranken ist Bayerns Klima-Hotspot
Die Situation ist in Bayern ziemlich unterschiedlich. Während es etwa im Bayerischen Wald in den vergangenen Wochen öfter geregnet hat, ist die Karte des sogenannten Walddürremonitors (externer Link) der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft in dieser Region entspannt. Dunkelrot sieht es dagegen in einigen Teilen Unterfrankens aus.
Wenn beispielsweise Revierförster Joachim Volkamer durch seinen Wald im unterfränkischen Landkreis Kitzingen geht, sieht er alle paar Meter totes Holz. Auch große und schwere Äste fallen von den Bäumen, weil es nicht mehr genügend Wasser im Boden gibt. Eine Eiche hat auf Notbetrieb umgestellt und entledigt sich ihrer Äste von oben nach unten. Blätter sind keine mehr an den Ästen und nach und nach stirbt der Baum. Bis ein Ast herunterkracht, dauert es oft Jahre, erklärt Volkamer. Aber wann es soweit sein wird, könne niemand vorhersagen.
Das Problem in diesen Wäldern: Eine dünne Bodenschicht und ein oft felsiger Untergrund sorgen dafür, dass Regenwasser nicht optimal gespeichert werden kann. Weil es in einigen Gegenden Unterfrankens in den vergangenen Jahren immer wieder längere Trockenperioden gegeben hat, verbunden mit teils extremer Hitze, ist der Boden komplett ausgetrocknet, sodass selbst alte Bäume mit langen, tiefen Wurzeln kein Wasser mehr aus dem Boden ziehen können.
Walddürremonitor
Versuche mit exotischen Baumsorten
In einigen Regionen experimentieren die Verantwortlichen mit Baumsorten, die hierzulande normalerweise nicht heimisch sind. Durch die kontrollierte Aufzucht von exotischen Sorten wie etwa der Libanonzeder könnte der Wald insgesamt klimaresilienter gemacht werden. Entsprechende Versuche gäben Anlass zur Hoffnung, erläutert Christopher Traub, der für den Wald zuständige Bereichsleiter des Landesamtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten Kitzingen-Würzburg. Doch die Arbeit mit dem Wald sei nichts für Ungeduldige: Um festzustellen, ob die Rechnung aufgegangen ist, brauche es mehrere Jahrzehnte, sagt Traub.
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