Selbst gestaltete Wahlurne für U18 Wahlen
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Am Sonntag werden die Ergebnisse der U18 Wahlen in Bayern veröffentlicht.
Bildrechte: picture alliance / Klaus-Dietmar Gabbert
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Am Sonntag werden die Ergebnisse der U18 Wahlen in Bayern veröffentlicht.

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U18-Wahlen erstmals teilweise digital: So stimmte die Jugend ab

U18-Wahlen erstmals teilweise digital: So stimmte die Jugend ab

Am kommenden Sonntag sind die Kommunalwahlen in Bayern - vorher durften Jugendliche abstimmen bei der U18-Kommunalwahl. Die Ergebnisse sind heute in Augsburg vorgestellt worden: Bei der Wahlsimulation zum Bürgermeisteramt liegen CSU und SPD vorne.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3 am Sonntag am .

Seit Mitte Februar durften sie an die Wahlurne: Mehr als 30.000 junge Menschen unter 18 Jahren. Sie durften schon einmal zur Probe wählen, bei der U18-Kommunalwahl in Bayern. Eine Simulation, die ihr politisches Interesse wecken und zeigen soll, wie junge Menschen wählen würden, wenn sie dürften. Jetzt sind die Ergebnisse da.

Eine Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer entschied sich bei der Wahlsimulation zum Bürgermeisteramt für einen Kandidierenden der CSU (29 Prozent). Einen SPD-Politiker wählten 24,3 Prozent. Für einen Kandidierenden der Grünen stimmten 10,8 Prozent, gefolgt von den Freien Wählern mit 6,9 Prozent. Am wenigsten Stimmen holten Kandidatinnen und Kandidaten der Linken mit 5,4 Prozent und der AfD mit 4,5 Prozent, Kandidierende von Wählergruppen und sonstigen Parteien holten insgesamt 17,5 Prozent.

U18-Landratswahlen: CSU führt, SPD folgt

Ein recht ähnliches Bild zeigt sich bei den U18-Wahlen zum Amt der Landräte und Landrätinnen: Auch hier bekommen Kandidierende von CSU und SPD die meisten Stimmen, mit 34,2 Prozent und 16 Prozent. Auf Platz 3 liegen hier Kandidaten und Kandidatinnen der Freien Wähler mit 13,1 Prozent, Kandidierende der Grünen holen mit 11,3 Prozent Platz 4. Es folgt die AfD mit 10,7 Prozent, die Linke liegt mit 6,5 Prozent auf dem letzten Platz. Sonstige Parteien holen zusammen 6,8 Prozent.

Die Ergebnisse unterscheiden sich massiv von denen der U18-Bundestagswahl in Bayern vor rund einem Jahr. Damals schnitten AfD und Linke deutlich besser ab, die AfD belegte den zweiten, die Linke den dritten Platz hinter der CSU.

Erstmals digitales Wählen möglich

Über 30.000 junge Menschen unter 18 Jahren gaben in Bayern vom 16. bis 27. Februar ihre Stimme bei der U18-Wahl ab. Bayernweit konnten sie in rund 350 Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit, an Schulen und in Rathäusern abstimmen.

In einem Modellprojekt des Bayerischen Jugendrings (BJR) und Bayerns Digitalministeriums gaben die Jugendlichen ihre Stimmen in neun Kommunen und einem Landkreis erstmals digital ab, unter anderem in Augsburg, Donauwörth und dem Landkreis Regensburg. Dort erhielten alle 17.850 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren eine Wahlbenachrichtigung mit QR-Code, um ihre Stimme online abzugeben. Knapp 3.000 nahmen diese Möglichkeit wahr, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 16,7 Prozent.

Digitalminister Mehring: Modell für reguläre Wahlen

Laut Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) hat die digitale Stimmabgabe technisch problemlos, fehlerfrei und sicher funktioniert. Er plane, dass Menschen in Bayern künftig auch bei Bürgerbegehren oder regulären Kommunal- und Landtagswahlen digital abstimmen können. "Seine Stimme digital abzugeben, muss im Jahr 2026 eine ebenso selbstverständliche Option werden wie der Urnengang oder die Briefwahl. So sparen wir Aufwand, senken Kosten und steigern die Wahlbeteiligung", so Mehring. Laut Pressemitteilung des BJR genügt die zertifizierte Plattform zur digitalen Stimmabgabe höchsten Sicherheitsanforderungen.

Beteiligung verdoppelt

Zahlen zur Wahlbeteiligung insgesamt kann der Bayerische Jugendring laut einer Sprecherin nicht geben, da er keine Zahlen von den Kommunen habe, wie viele Menschen unter 18 theoretisch hätten wählen können. Die Zahl der Wahllokale und abgegebenen Stimmen aber hat sich laut BJR-Präsident Philipp Seitz gegenüber der letzten U18-Kommunalwahl vor sechs Jahren verdoppelt. Das zeige, dass Kinder und Jugendliche mitentscheiden wollen. "Beteiligung scheitert nicht am Interesse junger Menschen, sondern oft an den fehlenden Möglichkeiten. Wo wir Räume schaffen, werden sie genutzt", so Seitz. Erfreut zeigte er sich über die starken Ergebnisse für die "Parteien der demokratischen Mitte".

Jugendringe, Jugendverbände, Kommunen und Schulen haben die U18-Wahl für junge Menschen organisiert, die wegen ihres Alters noch nicht an der regulären Kommunalwahl am 8. März teilnehmen dürfen. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ.

Im Video: Wahl-Simulation - Wie würde die Jugend wählen?

In einer Woche finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Schon vorher durften Jugendliche bei der U18-Wahl abstimmen.
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In einer Woche finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Schon vorher durften Jugendliche bei der U18-Wahl abstimmen.

BR24 auf TikTok: Wie wählen Jugendliche in Bayern?

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