Die USA prüfen nach Aussage von Präsident Donald Trump eine mögliche Truppenreduzierung in Deutschland. "Die Vereinigten Staaten studieren und überprüfen die mögliche Reduzierung von Truppen in Deutschland, eine Entscheidung soll in kurzer Zeit getroffen werden", schrieb Trump auf seiner Online-Plattform "Truth Social".
Trumps Ankündigung nach Treffen mit Generalinspekteur Breuer
Der Präsident hatte Deutschland und andere Nato-Verbündete kritisiert, weil sie ihre Marinen nicht zur Öffnung der Straße von Hormus entsandt hätten. Ein ranghoher Regierungsvertreter hatte der Nachrichtenagentur Reuters bereits Anfang des Monats mitgeteilt, Trump habe über einen möglichen Truppenabzug aus Europa diskutiert.
Die Ankündigung Trumps kam nur Stunden nachdem Deutschlands Generalinspekteur Carsten Breuer in Washington mit US-Verteidigungsstaatssekretär Elbridge Colby über Deutschlands neue Militärstrategie beraten hatte. Colby lobte das Papier und erklärte auf X, Deutschland übernehme nun eine Führungsrolle.
Wichtige US-Militärstandorte auch in Bayern
Derzeit sind in der Bundesrepublik mindestens 36.000 der insgesamt 68.000 in Europa US-Soldaten dauerhaft stationiert – ein Bruchteil der 250.000 Soldaten von 1985 vor dem Fall der Berliner Mauer. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen. Deutschland ist ein zentraler Knotenpunkt für das US-Militär. Neben dem Hauptquartier des US-Europakommandos EUCOM in Stuttgart befinden sich in Deutschland der Luftwaffenstützpunkt Ramstein sowie das Militärkrankenhaus Landstuhl.
In Bayern befinden sich einige der wichtigsten Militärstandorte der US-Amerikaner außerhalb der USA. Im Freistaat ist mit etwa 17.000 Soldaten knapp die Hälfte des Militärs in ganz Deutschland stationiert, hinzu kommen knapp 10.000 zivile Beschäftigte und zahlreiche Familienangehörige.
Grafenwöhr Herzstück der US-Armee in Europa
Der Truppenübungsplatz "Grafenwöhr Training Area" ist das Herzstück der US-Armee in Europa. Mit rund 230 Quadratkilometern Fläche gilt er als größtes und modernstes Trainingsgelände. Hier finden internationale Nato-Manöver und Ausbildungen für komplexe Einsätze statt. Auch ukrainische Soldaten werden seit 2022 hier geschult. In regelmäßigen Abständen trainieren die USA gemeinsam mit verschiedenen Nato-Partnern zudem auf dem Truppenübungsplatz in Hohenfels im Kreis Neumarkt in der Oberpfalz.
Auch die US-Kasernen in Illesheim im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim sowie Katterbach in Ansbach zählen laut der US-Armee zu den militärisch wichtigsten US-Standorten in Deutschland, vor allem für Heeresflieger und Nato-Operationen.
Trump droht immer wieder mit Truppenabzug
Bereits vor seinem Amtsantritt vor mehr als einem Jahr hatte Trump damit gedroht, das US-Truppenkontingent in Deutschland zu reduzieren und diese Drohung seitdem mehrfach wiederholt. Ein größerer Abzug aus Europa gilt jedoch wegen der strategischen Bedeutung der US-Stützpunkte in Deutschland als unwahrscheinlich. Diese Stützpunkte spielen auch eine wichtige logistische Rolle bei der laufenden Operation der US-Streitkräfte im Nahen Osten.
Zwischen Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz hatte es zuletzt Spannungen wegen des Iran-Krieges gegeben. Trump warf Merz am Dienstag vor, nicht zu wissen, wovon er rede, nachdem dieser gesagt hatte, die Iraner demütigten die USA bei Verhandlungen über ein Ende des zwei Monate alten Krieges. Trump hatte den Krieg gemeinsam mit Israel begonnen, ohne die Nato-Partner zu konsultieren. Weitere Verstimmungen gab es durch Trumps Forderung, Grönland von Dänemark zu erwerben.
Zum Audio: USA prüfen Truppenreduzierung in Deutschland
US-Präsident Donald Trump hat erneut eine mögliche Reduzierung der US-Truppenstärke in Deutschland thematisiert.
BR24 auf TikTok: Trump droht! US-Truppen weg aus Bayern?!
Mit Informationen von Reuters.
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