Das Fellhorn bei Oberstdorf im Allgäu.
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Das Fellhorn bei Oberstdorf im Allgäu ist im Sommer und Winter als Ausflugsziel beliebt.
Bildrechte: BR/ Johannes Hofmann
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Das Fellhorn bei Oberstdorf im Allgäu ist im Sommer und Winter als Ausflugsziel beliebt.

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Verkehrslenkung in den Alpen: Wie Hotspots entlastet werden

Verkehrslenkung in den Alpen: Wie Hotspots entlastet werden

Orte wie das Stillachtal im Allgäu oder der Pragser Wildsee in Südtirol sind in den letzten Jahren zu touristischen Hotspots geworden. Das führt auch dazu, dass es auf den Zufahrtstraßen immer wieder zu langen Staus kommt. Aber es gibt Lösungsideen.

Über dieses Thema berichtet: Rucksackradio am .

Das Allgäu hat viele touristische Hotspots. Rund um Oberstdorf sind es aus Sicht von Frank Lohmann von der Klimaschutzorganisation "Oberstdorf for Future" vor allem die Breitachklamm, der Gaisalpsee und das Ski- und Wandergebiet rund ums Fellhorn.

Ungefähr 1.000 Parkplätze gebe es an der Talstation der Fellhornbahn, sagt Frank Lohmann, "und die reichen in der Hochsaison nicht aus. Und wenn man jetzt davon ausgeht, dass jeder Stellplatz am Tag mehrfach benutzt wird, dann kann man sich vorstellen, was hier für ein An- und Abreiseverkehr entsteht."

Kostenloser ÖPNV für Übernachtungsgäste

Auch mit dem Bus kommt man vom neun Kilometer entfernten Oberstdorf direkt ans Fellhorn. Bis vor zwei Jahren sei der sogar für alle Skifahrenden und Langlaufenden kostenlos gewesen. Jetzt ist er immerhin noch für alle Übernachtungsgäste in der Region kostenlos; finanziert wird das Angebot durch eine erhöhte Kurtaxe.

Dieses Angebot werde auch gut angenommen, sagt Lohmann: Nicht wenige Urlauber lassen ihr Auto für die Zeit des Aufenthalts in der Unterkunft stehen. Problematisch sei, dass die meisten Tagestouristen weiterhin mit dem Auto kommen.

Drei Stufen der Besucherlenkung

Wie man solche Besucherströme entzerren kann, dazu forscht Robert Keller an der Hochschule Kempten. Die Lenkung von Verkehr ist für ihn zentrales Thema im Allgäu: "Weil wir teilweise recht schmale Bergtäler haben, in die sehr viele Leute mit dem Auto reinfahren wollen, weil wir oft auch nicht so eine gute Verkehrsinfrastruktur haben mit öffentlichen Verkehrsmitteln."

Um das Verkehrsproblem in den Griff zu bekommen, gebe es verschiedene Eskalationsstufen: Der erste Schritt könnten Schilder sein, die darüber informieren, dass Parkplätze schon voll sind. Als nächstes könne man "an der Preisspirale drehen", also Maut- und Parkgebühren erhöhen. Dabei sei wichtig, dass niemand durch zu hohe Gebühren ausgeschlossen werde. Und wenn diese Maßnahmen noch nicht reichen, dann gäbe es noch die Möglichkeiten von Kontingenten, wie es sie zum Beispiel schon am Pragser Wildsee in Südtirol im Sommer gibt.

Maßnahmen in Südtirol

Auch im Vilnösser Tal in Südtirol ist der touristische Andrang in manchen Sommern extrem gewesen. Und mitunter rücksichtslos. Tourismusdirektor Klaus Messner berichtet davon, dass manche "glauben, sie könnten in jede Wiese hinein, die kurz vor dem Mähen ist, nur weil da Blumen sind. Um ein Foto zu machen."

Im Vilnösser Tal arbeiten sie deshalb seit Jahren daran, den Besucherandrang und besonders den Autoverkehr zu entzerren: Auch dort gibt es zum Beispiel seit Jahren Gästekarten, mit denen Übernachtungsgäste die öffentlichen Verkehrsmittel in der Region gratis nutzen können.

Außerdem haben sie im Tal seit kurzem Parkwächter, die frühzeitig den Verkehr lenken und Fahrzeuge zurückschicken, wenn weiter oben keine Parkplätze mehr frei sind. Am Ortseingang von St. Magdalena gibt es außerdem seit heuer zwei Schranken, die über Kennzeichenerkennung funktionieren. Und die Parkgebühren haben sie auch erhöht, sagt Messner. Gleichzeitig wurde das Busangebot in den letzten Jahren deutlich vergrößert.

Positive Botschaften statt Verbote

Auch der Kemptener Tourismusforscher Robert Keller sieht unter anderem in Südtirol sehr gute Ideen: Zum Beispiel die Homepage am Pragser Wildsee, die sehr schön kommuniziere, welche Vorteile die öffentliche Anreise habe. Nicht "mit dem Zeigefinger", sondern "mit positiven Botschaften". Denn Autos zu verbieten ist das Eine. Aber der viel bessere Weg sei immer, die Leute davon zu überzeugen, dass es meistens viel attraktiver sei, die Öffis zu nutzen, als mit dem Auto zu fahren.

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