Bachmuschel in der Baunach bei Ebern
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Bachmuschel in der Baunach bei Ebern
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Versteckt im Flussbett: Warum die Bachmuschel so wichtig ist

Versteckt im Flussbett: Warum die Bachmuschel so wichtig ist

Bis zu drei Jahre vergraben sich die jungen Bachmuscheln, bevor sie sich erstmals an der Oberfläche des Flussgrundes zeigen. Sie sind wichtig als natürlicher Wasserfilter. In Ober- und Unterfranken vermehren sie sich jetzt wieder.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Franken am .

Die Bachmuschel war einmal die häufigste Großmuschel in Europa. Jetzt steht sie überall unter Schutz und auf der Roten Liste, denn sie gilt als fast ausgestorben. Fast, denn durch einzelne Projekte, wie zum Beispiel in Oberbayern, gelang die Nachzucht. Jetzt vermehrt sie sich auch wieder im ober- und unterfränkischen Fluss Baunach. Langsam, denn durch ihre besondere Vermehrungsart haben nur 0,01 Prozent der Larven eine Überlebenschance.

Faszinierende Weiterpflanzungsmethode

An ihren Ringen erkennt der Muschelberater Wolfgang Lappe das Alter der Bachmuscheln: "Sie hat Jahresringe wie ein Baum. Am Abstand erkennt man auch, wie das Biotop beschaffen ist. Stehen die Ringe weit auseinander, dann haben sie genug Nahrung." Voller Stolz zeigt der Biologe Simon Fischer mit seinem Finger auf ein Exemplar, das aufrecht im Boden steht. Er hat die ersten vor einem Jahr entdeckt. Jetzt ist er regelmäßig unterwegs im Fluss Baunach, um mit seinen Kollegen vom örtlichen Anglerverein ihren Bestand zu kontrollieren.

Wirtsfische helfen bei der Entwicklung der jungen Bachmuscheln

Muschelberater und Anglerverein sammeln Notizen über Vermehrung, Glochidien-Ansammlungen und Ausstoß, denn die Bachmuschel hat einen besonderen Fortpflanzungsmechanismus. Die Männchen geben ihr Sperma ins Wasser ab, wo es von den Weibchen durch die Kiemen aufgenommen wird. Dort entwickeln sich Larven und die werden als sogenannte Glochidien wieder ausgestoßen. Da sind sie gerade einmal 0,2 Millimeter groß. Dann kommt die große Herausforderung.

Sie müssen einen Wirtsfisch finden und da ist nicht jede Art geeignet. Die kleinen Bachmuschel-Larven nisten sich dann nämlich in den Kiemen von Elritze, Döbel oder Mühlkoppe ein. Sie erkennen die Kiemen durch einen höheren Salzgehalt. Nach rund zwei Wochen werden sie als Jungmuschel wieder ausgeblasen. Anschließend vergraben sie sich im Boden, bleiben dort bis zu drei Jahre und kommen als erwachsene Bachmuschel wieder an die Oberfläche. Dass sie genügend Wirtsfische finden, dafür sorgen die vielen Ehrenamtlichen des Anglervereins.

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Bachmuschel in der Baunach

Die Bachmuschel: eine kleine Kläranlagen

Das Eingraben machen auch adulte Exemplare. Michael Kolahsa von der Fischereifachberatung des Bezirks Unterfranken zeigt auf kleine Luftblässchen, die von den Atemöffnungen der Muscheln aufsteigen. "Eine Bachmuschel von ungefähr sechs Zentimetern schafft es vier Liter Wasser pro Stunde zu filtern. So säubert sie die Flüsse und davon profitieren andere Flussbewohner wie zum Beispiel Flusskrebse." Aber sie ist sehr eigen. Die Bachmuschel ernährt sich von Plankton, Algen oder Bakterien. Nährstoffarmut mag sie nicht, vor allem aber kein Nitrat. Die ideale Wassertemperatur liegt für sie so um die 20 Grad. Mittlerweile schätzen die Berater und Betreuer den Bestand auf bis zu 2.000 Muscheln in der Baunach.

Dass die Bachmuschel wieder hier ist, ist auch dem Projekt "Eine Allianz für die Biodiversität“ zu verdanken. Elf Gemeinden aus den Landkreisen Bamberg, Haßberge und Coburg haben sich dafür zusammengeschlossen, um beim Thema Natur- und Umweltschutz gemeinsame Sache zu machen. So müssen zum Beispiel viel mehr Bachränder bewachsen sein, um genügend Schatten zu spenden und die Baunach vor noch stärkerer Erwärmung zu schützen. Das zeigt bereits Wirkung.

Schwer zu schützende Art

Im vergangenen Jahr machte der Bachmuschel in der Baunach dann auch noch der geschützte Fischotter und die Bisamratte schwer zu schaffen. Für den Anglerverein steht der Schutz der Bachmuschel ganz oben und da würden sich die Ehrenamtlichen oft weniger Vorschriften und mehr Unterstützung durch Behörden wünschen, vor allem aber, dass Vereine mit einbezogen werden bei Schutzmaßnahmen. Weniger bürokratische Hürden, das würde selbst dem Bestand der Bachmuschel guttun, damit sie hier ein natürlicher Wasserfilter sein kann.

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