In den Rucksack gehören im Winter immer Spikes oder Grödeln
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Wenig Schnee, aber kalt und eisig in den Bergen
Bildrechte: dpa Bildfunk / Katrin Requadt
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Wenig Schnee, aber kalt und eisig in den Bergen

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Vorsicht Eis: Alpenverein rät zu Spikes beim Winterwandern

Vorsicht Eis: Alpenverein rät zu Spikes beim Winterwandern

Die Lawinengefahr in den Bayerischen Voralpen ist unter 1.800 Metern derzeit für Wanderer gering. Es liegt wenig Schnee. Wegen der anhaltenden Kälte sind aber viele Wege in den Bergen vereist.

Über dieses Thema berichtet: Rucksackradio am .

Für die meisten Skitouren oder zum Schneeschuhgehen reicht der Schnee in den Bayerischen Voralpen derzeit nicht aus. Auch viele Rodelstrecken sind nicht befahrbar. Fürs Winterwandern allerdings sind die Bedingungen gut. Die Lawinengefahr unterhalb von 1.800 Metern Höhe schätzt der Bayerische Lawinenwarndienst als gering ein (Stufe 1) (externer Link). Allerdings sind viele Winterwanderwege vereist.

Die richtige Ausrüstung

Darum sollte man zusätzlich zu Wanderstöcken unbedingt Spikes – auch Grödel genannt – mit in die Berge nehmen, empfiehlt Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein (DAV). Sie werden nach dem Schneeketten-Prinzip an der Schuhsohle befestigt. "Man sollte darauf achten, dass die Spikes gute Nadeln oder Zacken haben, die tief ins Eis und in den gefrorenen Schnee eindringen können", rät der Experte. Bei Touren im alpinen Gelände oberhalb der Hütten sind Leichtsteigeisen eine gute Wahl, die robuster und noch griffiger sind als Grödel.

Ein Beispiel: Für die leichte Winterwanderung vom Tegernsee auf die Aueralm (1.266m) reichen Grödel und Stöcke. Wer noch weiter hinauf bis zum Gipfel des Fockensteins (1.564m) möchte, ist mit Leichtsteigeisen gut ausgerüstet und sollte auf jeden Fall Lawinenlagebericht und Wetterbericht vorab prüfen. Wer dann vom Gipfel nicht zurück zum Tegernsee absteigt, sondern in weiteren gut drei Stunden Richtung Lenggries wandert, muss zusätzlich die Uhr im Blick haben, denn jetzt im Winter geht die Sonne schon am späten Nachmittag unter.

Bergunfälle: Verirren oder Überforderung

Der Deutsche Alpenverein hat eine Untersuchung gemacht, aus welchen Gründen im Winter Rettungseinsätze für Wanderer notwendig sind. Dazu wurden Unfälle und Notlagen im Zeitraum 2018 bis 2022 ausgewertet. In 36 Prozent der Fälle war Hilfe nötig, weil jemand auf Eis oder im Schnee gestürzt war, bei 24 Prozent waren körperliche Probleme die Ursache. Am häufigsten (fast 50 Prozent) entstanden Notlagen wegen Blockierungen. Dazu zählen vor allem Verirren und Versteigen, Überforderung und Wettersturz.

Gut vorbereitet beim Winterwandern

Bei eisigen Temperaturen – wie aktuell – ist schon die Wartezeit nach einem Unfall am Berg kritisch. Ein Erste-Hilfe-Set mit einer Rettungsdecke gehört deshalb unbedingt in den Rucksack, weil verletzte oder erschöpfte Personen sonst schnell auskühlen.

Nicht zuletzt ist es ratsam, auch warme Getränke mitzunehmen und vor dem Start der Tour die Öffnungszeiten der Hütten zu prüfen. Die Aueralm, die auf der Tour vom Tegernsee nach Lenggries die einzige Einkehrmöglichkeit ist, hat im Winter zum Beispiel montags geschlossen.

Um die Stille der Natur und die Faszination der Winterlandschaft in vollen Zügen genießen zu können, ist es gut, früh am Morgen zu starten. So kommt man - falls man durch Kälte und Eis oder fehlende Kondition langsamer ist als gedacht - auf keinen Fall in die Dunkelheit und damit in Gefahr.

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