Seit Tagen wird Frankreich von Waldbränden heimgesucht. Nachdem die Löscharbeiten aufgrund der Hitzewelle zuletzt nur schleppend vorangingen, erklärten die Behörden in Bordeaux heute, die Lage habe sich aufgrund günstiger Wetterbedingungen in der Nacht "stabilisiert". Um die Waldbrände unter Kontrolle zu halten, ist die Feuerwehr aber weiter im Dauereinsatz.
Aus Deutschland sind bereits Anfang der Woche zwei Transporthubschrauber und ein Transportflugzeug vom Typ A400M mit Material zur Unterstützung in die Krisenregion entsandt worden. Vor kurzem bot auch der Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) Unterstützung an – München ist die deutsche Partnerstadt von Bordeaux.
Münchens Oberbürgermeister bietet Unterstützung an
"Die Bilder aus Frankreich sind erschütternd. Rund um Münchens Partnerstadt Bordeaux wüten verheerende Brände", so Krause. Er hatte daher dem französischen Generalkonsul die Unterstützung der Münchner Berufsfeuerwehr angeboten. Diese könnte nach Absprache mit dem Chef der Berufsfeuerwehr, Wolfgang Schäuble, "kurzfristig Kapazitäten für einen Einsatz in Bordeaux zur Verfügung stellen".
Dazu könnte die Münchner Berufsfeuerwehr zwei komplette Einheiten mit jeweils 80 Feuerwehrleuten und 16 Fahrzeugen in den Westen Frankreichs entsenden. Die Feuerwehr sieht sich für einen möglichen Einsatz in den Brandgebieten bei Bordeaux gut gerüstet, so Schäuble im Interview mit dem BR.
Bislang hat das französische Innenministerium aus Deutschland nur Waldbrandspezialisten angefordert. Die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr der Landeshauptstadt sind jedoch auf den Einsatz in der Stadt ausgerichtet. Das sei dem Bundesinnenministerium auch über das Lagezentrum Bayern entsprechend mitgeteilt worden. Unterstützung könnte sie jedoch laut Schäuble vor allem beim Schutz von Gebäuden leisten, indem sie mit Wasser und Rodungen Riegel gegen die Flammen aufbauen.
Die Vorbereitungen des Einsatzes würden rund 16 Stunden dauern. Für die Fahrt ins 1.300 Kilometer entfernte Bordeaux mit den notwendigen Übernachtungen müssten insgesamt etwa zweieinhalb Tage eingeplant werden.
Spezialisten der Münchner Feuerwehr waren in der Vergangenheit immer wieder an Auslandseinsätzen beteiligt, zuletzt beim Brand eines Flüssiggastankers vor der libyschen Küste im April 2026.
Koordination über das Bundesinnenministerium
Bundesweit werden die deutschen Hilfsangebote über das Bundesinnenministerium koordiniert. Wenn ein EU-Land zum Beispiel wegen großer Waldbrände Hilfe braucht, stellt es eine Anfrage an ein zentrales Koordinationszentrum in Brüssel. Die Anfragen aus Brüssel werden dann nach Deutschland an das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern – kurz GMLZ – weitergeleitet. Von dort aus werden die Gesuche an die Bundesländer verteilt, damit geprüft werden kann, wer welche Hilfe leisten kann.
Die jüngsten Hilfsanfragen aus Frankreich und Spanien wegen großer Waldbrände stellten die bayerischen Einsatzkräfte jedoch vor eine große Herausforderung. Insbesondere wurde Unterstützung in Form von Spezialgerät und speziellen Einheiten angefordert. Dazu gehören Löschflugzeuge, mit denen aus der Luft große Wassermengen auf Brandflächen abgeworfen werden können, sowie spezialisierte Feuerwehr- oder Einsatzgruppen, die mit besonderen Fahrzeugen und spezieller Ausrüstung direkt am Boden Waldbrände bekämpfen. Solche speziellen Löschflugzeuge und Einheiten werden in Bayern jedoch nicht eingesetzt und sind auch nicht bei den bayerischen Feuerwehren vorhanden.
Der Einsatz einer kompletten Einheit im Ausland wäre ein einmaliger Schritt, welcher in dieser Form bislang noch nicht stattgefunden hat.
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