Mehrere Tage nach einem Evakuierungsaufruf wegen der Waldbrände in Spanien dürfen 24.000 Menschen nach Hause zurückkehren. Für 20.000 weitere Menschen gelten demnach vorerst keine Ausgangsbeschränkungen mehr. Ähnliches melden die Regionen westlich von Madrid und Valencia im Osten Spaniens.
Sánchez: Nächste Stunden "entscheidend"
Vollständige Entwarnung gibt es allerdings noch nicht: Nach den Worten von Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez sind die kommenden zwölf Stunden "entscheidend" bei der Brandbekämpfung. Er denke, "dass wir heute dem Ziel, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, näher kommen", fügte der Regierungschef hinzu. Derweil kämpfen die Einsatzkräfte vielerorts weiter gegen das schlimmste Feuer in der jüngeren Geschichte der Region. Die Temperaturen sollen morgen wieder steigen und bis zu 37 Grad Celsius erreichen. Zudem wird böiger Wind erwartet.
Die Feuer in der Region Madrid sowie ein Großbrand bei Ávila in der benachbarten Region Kastilien und León haben bislang insgesamt 77.000 Hektar Land zerstört. Das entspricht etwa der Fläche Hamburgs.
Frankreich: Sorge vor neuen Feuern
Der Großbrand im südwestfranzösischen Département Gironde ist derzeit "weiter unter Kontrolle". An einigen Stellen seien Feuer wieder aufgeflammt, doch sie seien schnell gelöscht worden. Die verbrannte Fläche habe sich nicht vergrößert. Allerdings sind auch dort laut der Präfektur am Mittwoch "ungünstige" Wetterbedingungen zu erwarten. Angekündigt sind Temperaturen von bis zu 41 Grad Celsius im Landesinneren und bis zu 38 Grad Celsius an der Küste.
Der Brand in der Region Gironde hat bislang 42.000 Hektar vernichtet. Dazu kommen Brandschäden im Südosten Frankreichs und auf der Insel Korsika.
Bundeswehr hilft mit Löschhubschraubern
Die deutsche Bundeswehr leistet inzwischen Nachbarschaftshilfe: 40 Soldatinnen und Soldaten des Hubschraubergeschwader 64 helfen aus der Luft, die Brände zu löschen. Das Besondere: Ihre Maschinen können mehr Wasser abwerfen als viele andere, wie deutsche Helfer vor Ort der dpa schilderten.
Unten an den Hubschrauber hängen Löschbehälter, die 5.000 Liter Wasser fassen. An einem einzigen Tag haben die Helfer der Bundeswehr so auf etlichen Flügen mehr als 130.000 Liter abgeworfen. Das Wasser schöpfen die Flieger aus dem Atlantik oder aus Seen - fein vernebelt wird es dann abgelassen. Dabei versuchen die Helfer, die Brände nicht mittig zu löschen, sondern an den Außenkanten.
Griechenland: Zwei Feuerwehrmänner sterben in Feuerfront
Währenddessen kamen bei einem Waldbrand auf Kreta zwei Feuerwehrleute ums Leben. Der Brand wütet seit den Mittagsstunden in der Region der Ortschaft Nea Krya Vrysi. Die Region liegt im gebirgigen Hinterland im südlichen Teil der Insel. Die beiden Einsatzkräfte seien in ihrem Fahrzeug von den Flammen eingeschlossen worden, berichtete der Sender ERTNews.
6.000 Kreta-Urlauber werden evakuiert
Der griechische Zivilschutz hat die Evakuierung des Ferienorts Agia Galini an der Südküste der Insel angeordnet. Medienberichten zufolge sollen rund 6.000 Urlauber betroffen sein. Sie sollen in Richtung Südosten zur Ortschaft Tymbaki gebracht werden.
Die Feuerfront soll mittlerweile rund 15 Kilometer lang sein. Wegen der raschen Ausbreitung der Flammen und starker Winde wurden bereits fünf Ortschaften evakuiert. Mehr als 100 Feuerwehrkräfte sind im Einsatz. Vier Löschhubschrauber und vier Löschflugzeuge mussten jedoch wieder abdrehen, weil der Wind in der Region zu stark war. Auch auf der griechischen Urlaubsinsel Paros vernichtete ein Brand größere Waldflächen. Die Einwohner von zehn Ortschaften wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.
Erdogan: 90 neue Brandherde - Antalya betroffen
Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan sprach zuletzt von 90 neuen Brandherden, von denen die meisten unter Kontrolle gebracht worden seien. Im südtürkischen Antalya bekämpft die Feuerwehr seit Dienstag mehrere Brände in der Touristenregion, von denen ein Großteil gelöscht werden konnte. Weil die Brände Wohngebiete erreichten, wurde auch hier evakuiert - einige der geräumten Häuser brannten nieder.
Die angrenzenden Tourismuszentren Adrasan und Olympos wurden aufgrund des Feuers für den Verkehr gesperrt. Außerdem wurden Brände in den Provinzen Balikesir, Kütahya, Canakkale und Yalova gemeldet, die im Westen der Türkei südlich von Istanbul liegen.
Mit Informationen von AFP und dpa
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