Das bayerische Forstministerium weist auf die Zuschüsse für sogenannte Zukunftsbäume hin, wenn diese neu gepflanzt werden: Wer diese Bäume pflanzt, erhält neun Euro Zuschuss pro Jungbaum. Für einen Kleinprivatwald kommen noch einmal 60 Cent dazu. Besonders gefördert wird darüber hinaus der Schutzwald in Bergregionen: Hier erhöht sich der Zuschuss um weitere drei Euro je Jungbaum. Die Förderung richtet sich damit sowohl an kleinere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer als auch an Betriebe in sensiblen Lagen, in denen der Wald wichtige Schutzfunktionen übernimmt.
Baumhasel, Libanonzeder, Orientbuche
Zu den am häufigsten gepflanzten "Zukunftsbäumen" zählen Baumhasel, Atlas- und Libanonzeder, Bornmüllertanne, Orientbuche sowie Rotbuche aus alternativer Herkunft. Diese Baumarten gelten als besonders vielversprechend, weil sie mit längeren Trockenperioden, höheren Temperaturen und veränderten Niederschlagsmustern voraussichtlich besser zurechtkommen als manche heimische Baumarten. Gemeinsam machen sie den Großteil der bisher rund 400.000 geförderten "Zukunftsbäume" aus, die in Bayern bereits gesetzt wurden.
Dokumentation: Wie gut wachsen die Arten?
Die Pflanzung dieser Bäume erfolgt in sogenannten Anbauversuchen. Auf ausgewählten Flächen werden Bäume in größerer Zahl gepflanzt und über Jahre hinweg von der staatlichen Forstverwaltung beobachtet. Dabei wird dokumentiert, wie gut die verschiedenen Arten wachsen, wie widerstandsfähig sie gegenüber Wetterextremen, Schädlingen und Krankheiten sind und welche Kombinationen sich besonders bewähren. So entstehen wichtige Erkenntnisse für die zukünftige Waldbewirtschaftung in Bayern.
Eintausend Versuchsflächen in Bayern
Bislang wurden etwa 400.000 dieser Zukunftsbäume auf rund 1.000 Versuchsflächen im gesamten Freistaat angepflanzt. Besonders beliebt sind größere Aufforstungsflächen, auf denen mehrere Baumarten gleichzeitig gesetzt werden. Ein Grund dafür sind die Förderbedingungen: Mit den Zuschüssen müssen mindestens jeweils 700 Euro verausgabt werden, sodass sich die Maßnahmen vor allem auf größere Pflanzaktionen konzentrieren. Für viele Waldbesitzende bietet sich damit die Gelegenheit, ohnehin geplante Aufforstungen oder Waldumbaumaßnahmen mit Unterstützung des Staates umzusetzen.
Weitere Infos für Waldbesitzer
Mit dem Programm verfolgt das Forstministerium das Ziel, den Wald fit für die Zukunft zu machen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre mit Stürmen, Trockenheit und Borkenkäferbefall haben gezeigt, dass viele Wälder in Bayern deutlich widerstandsfähiger werden müssen. Zukunftsbäume sollen dazu beitragen, die Baumartenpalette zu erweitern, und stabile Mischbestände aufzubauen.
Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die sich für Zukunftsbäume und die Förderbedingungen interessieren, erhalten ausführliche Informationen im Internet. Unter dem Waldbesitzerportal Bayern (externer Link) sind Details zu den einzelnen Baumarten, zu Pflanzempfehlungen sowie zu den Voraussetzungen für eine Förderung zusammengestellt.
Bund Naturschutz fordert schnelleren Waldumbau
Angesichts zunehmender Waldbrände in Bayern hat der Bund Naturschutz die Politik in München und Berlin in der vergangenen Woche zu deutlich größeren Anstrengungen in Sachen Klima- und Naturschutz aufgefordert. Der bayerische Wald müsse mit deutlich größerer Geschwindigkeit umgebaut werden, sagte der BN-Landesvorsitzende Martin Geilhufe.
Noch immer bestünden deutlich mehr als zwei Drittel des bayerischen Waldes aus Kiefern und Fichten. Gerade diese Nadelhölzer seien besonders hitzeempfindlich und hielten Temperaturen von bis zu 40 Grad nicht stand.
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