Wenn der Startschuss für den legendären Langstreckentriathlon Challenge Roth am kommenden Sonntag fällt, steigt die Spannung auch bei den Ehrenamtlichen der BRK Wasserwacht. Denn sie behalten mehrere Tausend Triathletinnen und Triathleten auf der 3,8 km langen Schwimmstrecke im Main-Donau-Kanal bei Hilpoltstein im Blick.
In den vergangenen Jahren beobachteten die Rettungskräfte die Strecke von ihren Booten aus, diesmal kommt zusätzlich eine neu angeschaffte Drohne zum Einsatz. Sie soll die ehrenamtliche Arbeit der Wasserwacht unterstützen und bringt mehrere Vorteile mit. Denn zum einen kann mithilfe der Drohne einiges an Personal eingespart werden, zum anderen "denkt" sie mit.
Mehr Sicherheit beim Wettkampf
Denn dank künstlicher Intelligenz (KI) kann die Drohne nicht nur Aufnahmen liefern, sondern beispielsweise auch zählen. "Speziell beim Challenge wissen wir dadurch genau, wie viele Schwimmerinnen und Schwimmer im Wasser sind und ob wir gegebenenfalls jemanden suchen müssen", erklärt Fabian Habel, technischer Leiter der Kreiswasserwacht Südfranken. Er steuert die Drohne bereits beim Schwimmtraining vor dem großen Wettkampftag und behält die Athleten aus der Luft im Blick.
Die Aufnahmen der Drohne sieht er nicht nur auf dem Steuergerät, sondern auch auf einem großen Bildschirm, der am Ufer neben ihm steht. Mit 112-fachem Zoom kann der Drohnenpilot nah an die Schwimmenden heranzoomen und natürlich auch nah heranfliegen, um sie beispielsweise über einen Lautsprecher sogar ansprechen zu können. Zusätzlich ermöglicht ein Laser-Entfernungsmesser präzise Messungen und die genaue Markierung von Positionen in Echtzeit.
Einsatz bei Tag und Nacht möglich
Die Drohne ist unter anderem mit einer Weitwinkelkamera, Nachtsicht-Gerät, Infrarot- sowie Wärmebildtechnik und zwei Scheinwerfern ausgestattet. Dadurch kann sie auch bei schlechter Sicht, Nebel und in der Nacht hilfreiche Aufnahmen liefern.
Die Wasserwacht-Ortsgruppe Roth setzt die Drohne auch am benachbarten Rothsee ein, wenn dort an den Wochenenden die Wachbereitschaft besetzt ist. "So können wir uns schnell einen Überblick sowohl am Ufer als auch auf dem Wasser verschaffen, wie beispielsweise bei einer Vermisstenmeldung am vergangenen Sonntag", erklärt Olaf Pfeiffer, Leiter der Kreiswasserwacht Südfranken. Entgegen anders lautenden Erstmeldungen, wonach ein Kopf am Wehr des Sees gesichtet worden sei, wurde die vermisste Person glücklicherweise nach kurzer Zeit unversehrt gefunden. Dank Drohne müssen sich bei einer solchen Suche weniger Rettungskräfte samt Booten auf den Weg machen, sondern können gezielter eingesetzt werden.
Drohneneinsatz bei weiteren Großveranstaltungen geplant
Sowohl beim Schwimmen im Kanal als auch beim Baden im Rothsee sind in den vergangenen Jahren mehrere Menschen ertrunken. Oftmals handelt es sich um eine medizinische Ursache wie einen Herzinfarkt, die sich durch einen Drohneneinsatz nicht verhindern lässt. Doch möglicherweise wird dadurch ein solcher Notfall schneller erkannt. Auch in Seenot geratenen Seglern und Paddlern kann mittels Drohne geholfen werden.
Darüber hinaus verspricht sich der Leiter der Kreiswasserwacht Südfranken auch bei Großveranstaltungen im Fränkischen Seenland einen Mehrwert durch die Drohne, ob bei Festivals wie Burning Beach am Brombachsee oder beim Seenlandmarathon. "Denn bei großen Menschenansammlungen können wir aus der Luft besser beurteilen, wohin wir die Rettungskräfte im Notfall schicken müssen", stellt Pfeiffer fest. Das trifft natürlich auch auf den Langstreckentriathlon Challenge Roth zu.
Challenge Roth: Live-Übertragung im BR
Das BR Fernsehen begleitet den gesamten Renntag live und zeigt die Faszination Roth über viele Stunden hinweg direkt aus dem Triathlon-Landkreis. Zusätzlich berichtet auch die ARD erneut live vom größten Langdistanz-Triathlon der Welt. Los geht es bereits um 6:15 Uhr im BR Fernsehen bis 11:00 Uhr. Nach einer kurzen Unterbrechung wird die Live-Berichterstattung von 12:00 Uhr bis 15:30 Uhr fortgesetzt. Parallel dazu sind der Zieleinlauf der Männer von ca. 13:20 Uhr bis 14:00 Uhr sowie der Zieleinlauf der Frauen von 14:15 Uhr bis 14:45 Uhr auch im Ersten zu sehen.
Wer das Rennen digital verfolgen möchte, kann den gesamten Renntag von 6:15 Uhr bis 15:30 Uhr im kostenlosen Livestream in der ARD Mediathek, auf BR24Sport und auf sportschau.de verfolgen.
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