Die Einsatzkräfte im Landkreis Miesbach mussten in den vergangenen Tagen gleich zwei Wanderer mit allergischen Schocks nach Wespen- und Hornissenstichen retten.
Wanderer tritt auf Erdwespennest
Ein 45-jähriger Wanderer wurde im Spitzingseegebiet von mehreren Erdwespen gestochen und erlitt einen anaphylaktischen Schock. Der Mann war auf einem Forstweg zur Oberen Firstalm unterwegs und sei dort aus Versehen auf ein Erdwespennest getreten, heißt es von der Schlierseer Bergwacht. Der Notarzt der Bergwacht hatte zuvor bereits einen Einsatz in der Nähe und konnte den Wanderer deshalb schnell erreichen, um die lebensbedrohliche, allergische Reaktion zu behandeln. Der Mann aus der Oberpfalz wurde ins Krankenhaus gebracht.
Auch wegen Hornissenstich rückt die Bergwacht aus
In einem Waldgebiet bei Weyarn musste die Bergwacht Hausham einem 60-Jährigen nach einem Hornissenstich helfen. Er war wohl zuvor an einem Nest vorbeigelaufen. Dafür mussten die Einsatzkräfte sogar mit einem Fahrzeug durch einen Bach fahren, um den Mann mit der allergischen Reaktion zu retten und zum Rettungshubschrauber zu bringen. Dabei wurde auch eine Einsatzkraft von einer Hornisse gestochen und musste behandelt werden.
Zur Grafik: Erste Hilfe bei einem allergischen Schock
Erste Hilfe bei einem allergischen Schock
Was hilft gegen Stiche?
Laut Insektenexpertin Tarja Richter vom LBV stechen Hornisse nur, wenn man die Tiere in der Nähe ihres Nestes stört und sie sich bedroht fühlen. Im Gegensatz zu Wespen seien sie nicht interessiert an Grillfleisch oder Limo. Wespen dagegen können im September aufdringlicher sein, weil ihre Nahrung knapp wird.
Die Expertin rät: Nicht wegpusten, denn das Co2 in der Atemluft versetze die Tiere in Angriffsstimmung. Besser: Mit Wasser aus einer Sprühflaschen besprühen, dann denken die Wespen, es fängt an zu regnen und flüchten in ihr Nest. Aber auch Wespen stechen laut der Insektenexpertin nicht von selbst, sondern nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Waldwespen im Speziellen nisten oft in Bodenspalten oder Mäuselöchern. Wenn mehrere Tiere angreifen, dann immer, um ihr Nest zu verteidigen, so Richter.
Im Video: Wespenmythen im Check
Sind Wespen wirklich aggressiv? Und können sie mehrmals stechen? Wie gut kennt ihr euch mit Wespen-Mythen aus? Macht den Fakten-Check!
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