Eine Baggerschaufel von unten, im Hintergrund Wald
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In Altusried wird für eine Trinkwasserquelle tiefer in die Erde gegraben – mit Hilfe einer desinfizierten Baggerschaufel.
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In Altusried wird für eine Trinkwasserquelle tiefer in die Erde gegraben – mit Hilfe einer desinfizierten Baggerschaufel.

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Wie sich ein Ort im Allgäu gegen Trinkwasserknappheit wappnet

Wie sich ein Ort im Allgäu gegen Trinkwasserknappheit wappnet

Längere Trockenphasen, öfter versiegende Quellen, sinkende Grundwasserspiegel: Mit solchen Problemen hat selbst das regenreiche Allgäu zu kämpfen. Doch an Lösungen gegen Trinkwasserknappheit wird gearbeitet – etwa mit desinfizierten Baggerschaufeln.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Die sichere Versorgung mit ausreichend sauberem Wasser ist inzwischen weltweit eine der größten Herausforderungen. Auch im vergleichsweise regenreichen Süden Deutschlands fürchten die Wasserversorger angesichts längerer Trockenphasen häufiger versiegende Quellen.

Wie groß der Aufwand für etwas vermeintlich Selbstverständliches wie sauberes Trinkwasser ist, zeigt ein Beispiel aus Altusried im Oberallgäu. Die Quelle Neumühle liefert 80 Prozent des Trinkwassers für die Oberallgäuer Gemeinde. Weil die alte Quelle nach mehreren Jahrzehnten marode geworden ist und immer weniger Wasser geliefert hat, muss das Wasser tiefer im Berg angezapft werden – für etwa 1,3 Millionen Euro.

Wie Trinkwasserquellen funktionieren

Grundsätzlich funktioniert jede Trinkwasserquelle ähnlich: Fällt Regen oder Schnee, versickert Wasser im Erdreich. Auf dem Weg durch die verschiedenen Schichten wird es gereinigt, bis es sich schließlich an einer wasserundurchlässigen Ebene staut. In einer Schicht aus Filterkies, der das Wasser noch einmal weiter reinigt, nehmen Filterrohre das saubere Wasser auf und führen es schließlich in einen Quellschacht. Von dort nimmt das Trinkwasser seinen Weg ins Leitungsnetz und schließlich zu den Wasserhähnen in den Haushalten.

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Wie Trinkwasserquellen funktionieren

Die Suche nach dem Wasser

Zurück nach Altusried: Bevor die Baggerschaufel zum Einsatz kommt, muss sie penibel gereinigt und sogar desinfiziert werden. Auf gar keinen Fall darf organisches Material wie Erde, Baumwurzeln oder Tierkot in die Quellgrube gelangen. Sonst könnten Bakterien das Trinkwasser belasten.

Jetzt wird es ernst. Bauleiter Heiko Kleinschmidt muss im Bereich der Quelle Wasser finden. Er lässt vorsichtig graben und verfolgt die Baggerarbeiten hochkonzentriert. Schließlich werden die Steine und der Kies immer feuchter, das Wasser kann nicht mehr weit sein. "So, jetzt haben wir Wasser", sagt Kleinschmidt plötzlich und freut sich: "Das ist doch schön, wir wollen es ja. Manch andere laufen davon, wenn sie das Wasser in der Baugrube sehen."

Immer weniger Wasser

Mehr Wasser aus Quellen und Brunnen gewinnen zu können, wird immer wichtiger. Das zeigt die Entwicklung der Wasserstände. In den vergangenen Jahren kam laut des Bayerischen Landesamts für Umwelt an der Quelle Neumühle auffällig oft sehr wenig Wasser – ein Trend, der auch bei vielen anderen Quellen zu beobachten sei. Auch ein Stockwerk tiefer in der Erde, im Grundwasser an der nahegelegenen Messstelle Woringen, häufen sich die sehr niedrigen Werte. Das Grundwasser reagiert langsamer auf ausbleibende Niederschläge – und füllt sich auch langsamer wieder auf.

Man könne sich anders als früher nicht mehr darauf verlassen, dass es im Frühjahr zuverlässig regnet, sagt Bernhard Simon vom Wasserwirtschaftsamt Kempten. "Stattdessen hatten wir eine vierwöchige Trockenperiode – und das vor den Sommermonaten. Das heißt, die Verdunstung zieht mit steigender Temperatur auch an", sagt Simon. Die Folge: Der gefallene Regen verdunstet gleich wieder.

Mit desinfizierten Gummistiefeln in die Grube

Bauleiter Kleinschmidt und sein Team bauen nach dem Wasserfund Filterrohre in die Grube ein. Sie sollen das Wasser künftig aufnehmen und in den Quellschacht weiterleiten. Eine OP an der offenen Trinkwasserquelle: Die Rohre blitzblank, die Arbeiter müssen ihre Schuhe tauschen. In der Grube dürfen sie nur mit desinfizierten Gummistiefeln arbeiten. Dann wird sauberer Filterkies über den Rohren aufgeschüttet.

Und am Ende wird schließlich der Quellschacht, der das Trinkwasser dann ins Leitungsnetz einspeist, auf das Fundament gesetzt. Von hier soll er die Menschen in Altusried mindestens für die nächsten 100 Jahre mit sauberem Trinkwasser versorgen.

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