Seit Jahrzehnten kämpfen der örtliche Bürgerverein und der Bund Naturschutz darum, das Moorenbrunnfeld in Nürnberg unter Landschaftsschutz zu stellen. Die Naturschützer standen kurz vor dem Ziel – doch dann kam der Rückschlag.
"Schatzkammer" Moorenbrunnfeld
Aber von vorne: Das Biotop ist ein kleines Idyll im Süden der Stadt. Wertvoller Sandmagerrasen wächst auf rund 30 Hektar. Eine Untersuchung des Bund Naturschutzes und der Universität Erlangen-Nürnberg ergab, dass rund 800 Tier- und Pflanzenarten auf dem Gelände zu Hause sind. Davon etwa 35, die auf der roten Liste stehen. "Aus Sicht des Artenschutzes ist hier eine wahre Schatzkammer“, betont Klaus-Peter Murawski, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutzes in Nürnberg. Die Anwohner schätzen die Flächen auch als Naherholungsgebiet, fügt Werner Miegl, Vorsitzender des örtlichen Bürgervereins, hinzu.
Siemens: Moorenbrunnfeld ist "Reservefläche"
Auch die Stadt Nürnberg hatte beschlossen, das rund 30 Hektar große Biotop zu schützen. Doch ihr gehören die Flächen nicht. Ein Großteil des Areals ist im Besitz von Siemens. Und der Konzern unterstützt die Pläne der Stadt nicht. Das Grundstück sei als gewerbliche Baufläche ausgewiesen, heißt es von Seiten des Unternehmens. Zudem sei es eine der letzten verbleibenden "Reserveflächen" des Konzerns für eine mögliche gewerbliche Nutzung in Franken und daher von großer strategischer Relevanz, teilte Siemens schriftlich mit.
Schutzgebiet fällt eine Nummer kleiner aus
Die Stadt Nürnberg reagiert. Der neue Plan: Erstmal soll nur ein Teil des Areals Landschaftsschutzgebiet werden. Zu groß sei sonst das Klagerisiko. "Die Stadtverwaltung und auch der Stadtrat verfolgen das Konzept von Kooperation statt Konfrontation", betont Klaus Köppel, der Leiter des Umweltamts in Nürnberg. Anstatt rund 30 Hektar sollen nun zehn Hektar unter Schutz gestellt werden. Es handele sich dabei um Flächen des Freistaats Bayern, der den Schutzstatus befürworte, so Köppel.
Protest der Naturschützer hält an
Werner Miegl vom Bürgerverein ist entsetzt über die abgespeckten Pläne. Und auch Klaus-Peter Murawski schüttelt den Kopf, denn schon längst ziehe sich Siemens doch zurück aus Nürnberg – mehrere Standorte werden in Erlangen gebündelt. Außerdem sei vor allem eine große zusammenhängende Fläche für den Artenschutz entscheidend und nicht nur Teilstücke, so Murawski. Der Bürgerverein und der Bund Naturschutz fordern weiter, das gesamte Moorenbrunnfeld unter Landschaftsschutz zu stellen. Für September ist eine Protestaktion geplant. Auch die Nürnberger Nachrichten (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) hatten über das Thema berichtet.
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