Gebäude der Würzburger Erlöserschwestern
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Der Vatikan will die Finanzen der Würzburger Erlöserschwestern weiter prüfen.
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Würzburger Orden auf dem Prüfstand – Vatikan-Visitation beendet

Würzburger Orden auf dem Prüfstand – Vatikan-Visitation beendet

Ein Würzburger Orden wurde vom Vatikan auf Herz und Nieren geprüft. Jetzt ist das Ergebnis dieser sogenannten Visitation aus Rom da. Die Finanzen der Erlöserschwestern sind weiterhin Thema. Doch insgesamt halten sie sich bedeckt.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Ihren Stammsitz in Würzburg haben die Erlöserschwestern vor ein paar Jahren saniert und teilweise vermietet. Es gab die Überlegung, das Krankenhaus St. Josef in Schweinfurt zu schließen – vor allem aus finanziellen Gründen. Doch der Betrieb ging weiter. Die Kongregation ist Eigentümerin der Klinik geblieben. Sie hat aber eine Kooperation mit einer großen Klinikgruppe geschlossen, um die medizinische Versorgung in Schweinfurt langfristig zu sichern.

Verschiedene Gebäude verkauft, Kindergärten abgegeben

Zuletzt hat der Orden verschiedene Liegenschaften verkauft: 2017 etwa ein Kloster in Lülsfeld im Landkreis Schweinfurt, in das dann die umstrittene Gemeinschaft "Go & Change" gezogen war. Auch eine Anlage im Würzburger Steinbachtal wurde vor wenigen Wochen veräußert. Die Trägerschaft für mehrere Kindergärten gibt der Orden gerade ab.

Finanzen des Ordens auf dem Prüfstand

Die Erlöserschwestern ringen allem Anschein nach um ihre Finanzen. Die wurden zuletzt auch vom Vatikan genauer unter die Lupe genommen. Im Rahmen einer sogenannten Apostolischen Visitation, einem Besuch aus Rom, um mögliche Missstände aufzuklären.

Wenn der Vatikan einen Orden in Deutschland überprüft, "ist das kein Freundschaftsbesuch". Das sagte Kirchenrechtsprofessor Thomas Schüller zu BR24, als die außerordentliche Prüfung bei den Würzburger Erlöserschwestern im Juni bekannt geworden ist.

Erlöserschwestern wollen Standort Deutschland behalten

Wo der Vatikan genau beim Thema Finanzen hingeschaut hat, dazu hält sich der Orden bedeckt. Ergebnis der Visitation sei, dass Rom die "finanziellen Strukturen kritisch überprüfen" will. Außerdem soll die Versorgung der Schwestern im Alter langfristig gesichert werden. Ob das bedeutet, dass weitere Immobilien und Liegenschaften der Kongregation verkauft werden müssen oder sollen – das lässt der Orden bislang offen.

Die Kongregation sei nicht "pleite" und sie wolle den Standort Deutschland nicht aufgeben, heißt es auf Anfrage von BR24. "Das Vermögen der Kongregation kann die langfristige Versorgung der Schwestern gewährleisten. Welche wirtschaftlichen Maßnahmen konkret getroffen werden, wird nach sorgfältiger Abwägung der wirtschaftlichen und sonstigen Gesichtspunkte entschieden werden", so der Orden weiter.

Prüfung durch Vatikan abgeschlossen

Die Visitation beim bekanntesten Orden in Unterfranken ist nun jedenfalls abgeschlossen. Das hat der Orden BR24 mitgeteilt. Gegenstand der Visitation waren neben der wirtschaftlichen Situation auch "das geistliche und liturgische Leben der Gemeinschaft" der Kongregation der Schwestern des Erlösers sowie ganz allgemein die Leitung durch die frühere Generaloberin, Schwester Monika Edinger. So steht es in der Stellungnahme (externer Link).

Die Generaloberin leitet den Orden deutschlandweit und weltweit. Neben Deutschland sind die Erlöserschwestern auch in den USA und Tansania tätig. Aktuell ist Tadea Mpanda Generaloberin. Monika Edinger ist ihre Stellvertreterin und Leiterin für die Region Würzburg – also Regionaloberin.

Was die Erlöserschwestern betonen: Bei der Überprüfung ging es nicht um die Vorwürfe von sexuellem Missbrauch in einem Würzburger Kinderheim.

Auftrag aus Rom: Veränderungen in der Ordensleitung vornehmen

Ein Auftrag der Prüfer aus Rom ist, Veränderungen in der Ordensleitung vorzunehmen. So sollen die Erlöserschwestern eine neue Regionaloberin ernennen – also eine Leiterin für die Region Würzburg. Diese Funktion hat aktuell Schwester Monika Edinger inne – die zuvor viele Jahre Generaloberin war und aktuell Stellvertreterin ist. Hier soll es eine "klare Trennung von Verantwortlichkeiten zwischen dem Generalrat und dem Amt der Regionaloberin" geben, so der Orden auf Anfrage von BR24. Die neue Regionaloberin soll diesem weltweiten Gremium nicht mehr angehören.

Die Visitatoren empfehlen künftig einen "stärker partizipativen Stil in der Leitung", in dem insbesondere "jüngere Schwestern mehr in die Verantwortung eingebunden sein sollen", heißt es weiter. Außerdem sollen die Erlöserschwestern ihre Kommunikation von Informationen "künftig klarer" strukturieren.

Erlöserschwestern kümmern sich um Alte, Kranke und Kinder

Die Kongregation der Schwestern des Erlösers ist ein "katholischer Frauenorden päpstlichen Rechts", dessen Mutterhaus sich im Herzen der Würzburger Altstadt befindet. Die Ordensgemeinschaft widmet sich vor allem christlich-sozialen Aufgaben wie der Alten- und Krankenpflege sowie der Kindererziehung. Früher haben mehrere hundert Schwestern in Würzburg gelebt, allerdings ist der Orden deutlich geschrumpft.

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