Symbolbild: Ende der Zollfreigrenze für Kleinsendungen von Temu und Co.
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Symbolbild: Zollgebühren für Kleinsendungen in die EU.
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Symbolbild: Zollgebühren für Kleinsendungen in die EU.

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Zoll für Waren von Temu und Co: Das müssen Verbraucher wissen

Zoll für Waren von Temu und Co: Das müssen Verbraucher wissen

Pakete im Wert von weniger als 150 Euro konnten bisher zollfrei in die EU importiert werden. Nun fallen drei Euro Zoll für jede Warenkategorie an. Das kann schnell teuer werden. Händler in Bayern freuen sich. Verbraucher sollten aufpassen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Mindestens zwölf Millionen kleine Pakete aus Drittstaaten kommen jeden Tag in der EU an, 400.000 in Deutschland. Die meisten werden aus China über Plattformen wie Temu und Shein verschickt. Diese Bestellungen waren bisher meist sehr günstig. Ein Grund: Die Anbieter konnten Päckchen mit Warenwert bis 150 Euro zollfrei direkt aus China an Kunden in der EU schicken. Diese Zollfreigrenze fällt nun weg. Stattdessen gilt ein Pauschalzoll – pro Warenkategorie drei Euro. Das kann teuer werden. Denn konkret bedeutet es: Ein Päckchen mit drei T-Shirts kostet nun drei Euro Zoll, eines mit einem T-Shirt, einem Lippenstift und einem Spielzeug allerdings neun Euro.

Ende der Zollfreiheit für Pakete bis 150 Euro

Die Verbraucherzentrale begrüßt den Pauschalzoll. Die Zollfreigrenze stamme noch aus der Zeit vor dem Online-Handel und sei teilweise systematisch ausgenutzt worden, sagt Ann-Katrin Hamacher, Referentin für Internationale Handelspolitik. "Das hat dazu geführt, dass manche Händler die Pakete aufgeteilt haben, um Zollgebühren zu sparen und um Kontrollen zu umgehen." So seien Produkte auf den europäischen Binnenmarkt gelangt, die nicht den europäischen Sicherheitsstandards entsprechen.

Für Verbraucher könnte die Änderung mehr Sicherheit mitbringen. Denn statt Millionen Einzelpäckchen werde idealerweise mehr in Containern in die EU geliefert. "Für die Zollbehörden ist es einfacher, diese Container zu kontrollieren", sagt Hamacher.

Sicherheit durch Kontrollen verbessern

Für Händler in Bayern wie Monika Stanglmeier ein wichtiger Aspekt. Sie beobachtet zunehmend, dass Kunden sich in ihrem Spielwarenladen in Freising beraten lassen – aber am Handy schon Online-Seiten geöffnet haben und nichts kaufen. "Was ich nicht gut finde: Dass Temu Ware verkauft, die nicht unseren Sicherheitsstandards entspricht", sagt Stanglmeier. Diese Standards kosteten Hersteller in der EU Geld.

Auch der Bayerische Handelsverband hofft, dass der Wettbewerb so fairer wird. Wunder erwartet Sprecher Bernd Ohlmann allerdings nicht: "Der bayerische Einzelhandel und Online-Händler aus Bayern werden durch diese Regelung nicht über Nacht riesigen Umsatzsprünge machen." Es gehe darum, dass Anbieter, egal ob sie aus Europa oder Drittstaaten verkaufen, die gleichen Spielregeln haben.

Vorteil für Europäische Händler – Anpassung der Geschäftsmodelle

Der Zoll fällt zwar bei den Händlern an. Allerdings geht der Münchner Wirtschaftswissenschaftler Martin Spann davon aus, dass die Plattformen die Kosten an ihre Kunden weitergeben. "Am Ende wird das der Verbraucher zahlen", sagt Spann. Viele sehr günstige Produkte von außerhalb der EU würden wohl teurer. Deshalb sieht Spann europäische Händler im Vorteil – zumindest vorübergehend. Denn Temu und Co. suchten bereits Auswege: "Man sieht bereits Veränderungen. Beide Plattformen ändern ihre Geschäftsmodelle dahingehend, dass sie Lager in der EU aufbauen und stärker Händler aus der EU suchen."

Spann warnt zudem, dass Betrüger die Zollumstellung für Phishing-Versuche ausnutzen könnten, Verbraucher sollten aktuell besonders vorsichtig sein. "Man bekommt ja jetzt schon SMS und E-Mails, dass die angebliche Ware beim Zoll hängt und man nur schnell seine Bankdaten angeben soll."

Temu und Co wegen günstiger Preise beliebt

Georg Wittmann von ibi research an der Universität Regensburg forscht seit Jahren zu Temu und Shein. Beide Plattformen seien vor allem bei jüngeren Menschen beliebt. Etwa jeder Fünfte 21- bis 30-Jährige kaufe regelmäßig bei Temu. Bei den 16- bis 20-Jährigen sei es jeder Dritte. Die typische Bestellung liege im Bereich zwischen 20 und 50 Euro, beobachtet er. In einer Befragung nannten 71 Prozent der Käuferinnen und Käufer von Temu und Shein die günstigen Preise als Hauptgrund, dort einzukaufen. "Deshalb dürfte ein kleiner Aufpreis allein viele Nutzer nicht vollständig abschrecken", sagt Wittmann und betont: "Der Zoll macht die Angebote zwar weniger attraktiv, beseitigt aber nicht den zentralen Wettbewerbsvorteil: extrem niedrige Preise und eine enorme Produktauswahl." Er vermutet, dass die Plattformen langfristig "weniger aggressiv mit extrem niedrigen Einzelpreisen werben können".

Auf Kostenaufstellung achten

Die Verbraucherzentrale appelliert, beim Onlinekauf genau auf die Kostenaufstellung zu achten: "Steuern und Lieferkosten müssen transparent aufgeschlüsselt sein, und auch, ob der Pauschalzoll von den Verbrauchern gezahlt werden muss", sagt Ann-Katrin Hamacher.

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Dieser Artikel ist erstmals am 4. Juli 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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