Nach den Geschehnissen vergangene Woche am Flughafen München haben die Airport-Betreiber und Lufthansa Fehler eingeräumt und sich erneut bei den Betroffenen entschuldigt. 600 Passagiere in sechs Maschinen - darunter fünf der Lufthansagruppe - waren in der Nacht zum vergangenen Freitag wegen Schneefalls Stunden in den Maschinen festgesessen und nicht zu den Terminals zurückgebracht worden.
Lufthansa: Busfahrer "nicht mit richtigen Prioritäten disponiert"
Es habe in der Nacht an Busfahrern gefehlt, und diejenigen, die da gewesen seien, seien "nicht mit den richtigen Prioritäten disponiert" worden. Das Team am Flughafen habe zudem versucht, eine Eskalation zu verhindern und deshalb zum Beispiel auch nicht die Feuerwehr um Hilfe gebeten. Das hatte der Bundesvorsitzende der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, Siegfried Maier, am Donnerstag bemängelt: Spezielle Treppen der Flughafenfeuerwehr hätten zum Einsatz kommen können und man hätte auch Feuerwehr-Fahrzeuge nutzen können.
"Es wurden nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft", räumte Münchens Lufthansa-Chef Heiko Reitz ein. "Es gab Entscheidungen, aber keine Eskalation – das war rückblickend falsch."
Flughafen-Manager: "Überhaupt nicht gut gelaufen"
"Man hätte mehr Busfahrer disponieren müssen", sagt rückblickend auch Thomas Hoff Andersson, Chief Operation Officer bei der Flughafen München GmbH (FMG). Das Problem sei aber zu spät aufgefallen. Alle hätten darauf vertraut, dass "das Notwendige passiert", keiner habe "die notwendige Eskalation auf die nächste Ebene vorgenommen". Es sei "überhaupt nicht gut gelaufen", so das Resümee von Andersson: "Das hätte nicht passieren dürfen."
Im Video: Flughafen München entschuldigt sich
Eine Organisations-Panne am Münchner Flughafen vergangene Woche schlägt weiter hohe Wellen.
Neu eingeführte Besprechung soll zukünftig helfen
Zugleich wurden in der Pressekonferenz gemeinsam beschlossene Maßnahmen angekündigt, um derartige Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Man habe einen "operativen Abschlusscall" eingeführt, in dem jetzt alle betroffenen Player gemeinsam die Ressourcen für die Nacht besprechen, berichtete Andersson. Ziel sei es auch, die Leitzentralen aller beteiligten Stellen - von den Bussen über das Bodenpersonal und die Verkehrsleitung bis hin zu den Airlines und den Behörden - noch enger zu vernetzen. Mittelfristig arbeite man an einem gemeinsamen "Operationcenter".
Lufthansa-Chef: Schnellerer persönlicher Kontakt für Absprachen
Man müsse alle Teams noch besser und enger miteinander verzahnen, stellte auch Heiko Reitz fest. So werde die für die Bodenverkehrsdienste zuständige FMG-Tochter "Aeroground" künftig rund um die Uhr im Lufthansa Operation Hub Center sitzen, damit in schwierigen Situationen ein "schneller persönlicher Kontakt" möglich sei. Abläufe und Informationsketten sollen überarbeitet werden.
Im Video: Nach Zwangs-Nacht im Flieger - Flughafen und Lufthansa räumen Fehler ein
600 Passagiere saßen vor einer Woche eine Nacht in Flugzeugen fest, die wegen des Schnees nicht mehr vom Flughafen München abheben konnten.
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