Ein Bauarbeiter steht neben der 150 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe, die in einem Graben liegt.
Ein Bauarbeiter steht neben der 150 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe, die in einem Graben liegt.
Bild
150 Kilogramm wog der Blindgänger auf dem Firmengelände in der Nürnberger Südstadt.
Bildrechte: Stadt Nürnberg
Schlagwörter
Bildrechte: Stadt Nürnberg
Audiobeitrag

150 Kilogramm wog der Blindgänger auf dem Firmengelände in der Nürnberger Südstadt.

Audiobeitrag
>

Zweite Bombe binnen weniger Wochen in Nürnberg entschärft

Zweite Bombe binnen weniger Wochen in Nürnberg entschärft

Auf dem Firmengelände in der Nürnberger Südstadt wurde bereits vor acht Wochen ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Nun wurde wieder eine 150 Kilo schwere, US-amerikanische Fliegerbombe bei Bauarbeiten entdeckt.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

In Nürnberg werden immer wieder Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. So wie heute auf dem Firmenareal in Gibitzenhof in der Nürnberger Südstadt. Bei Bauarbeiten auf dem Gelände von Siemens Energy wurde bereits vor acht Wochen ein Weltkriegsblindgänger entschärft, am Montag mussten nun wieder Menschen in einem Radius von 400 Metern ihren Arbeitsplatz oder ihre Wohnungen verlassen, damit Sprengmeister Sebastian Kraatz die Fliegerbombe unschädlich machen konnte. Dafür hat er gut eine halbe Stunde gebraucht.

Menschen mussten aus Wohnungen und Arbeit

Auf dem Gelände von Siemens Energy wird gerade gebaut. Bei den Bauarbeiten ist der 150 Kilogramm schwere US-amerikanische Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Wie vor acht Wochen musste das Gelände nun geräumt werden, nachdem dort die Weltkriegsbombe entdeckt wurde. Da es sich in einem Industrieviertel befindet, waren auch andere Firmen betroffen, darunter die VAG Verkehrsbetriebe Nürnberg an der Heinrich-Alfes-Straße, die Stadtreklame Nürnberg in der Katzwanger Straße, die Conradtystraße sowie eine Moschee. Rund 1.200 Beschäftigte mussten ihre Arbeit stoppen, zudem haben etwa 230 Anwohner ihre Wohnungen kurzzeitig ihre Wohnungen verlassen müssen.

Einsatzkräfte helfen und sichern den Fundort

Um die Evakuierung des Geländes zu unterstützen und das Gelände zu sichern, waren etwa 90 Einsatzkräfte unter anderem der Werksfeuerwehren von Siemens und MAN, der Freiwilligen Feuerwehr, der Polizei und Rettungsdiensten vor Ort. Die Anwohner konnten nach etwas mehr als zwei Stunden wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Überbleibsel des Zweiten Weltkriegs

Die allermeisten Blindgänger in Deutschland sind Überbleibsel der Flächenbombardierungen durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg zwischen 1942 und 1945. Den größten Angriff erlebte die Stadt Nürnberg am 2. Januar 1945. Damit sollte die "Stadt der Reichsparteitage" von Hitlers Regime zerstört werden. Britische Langstreckenbomber warfen nach Angaben der Stadt Nürnberg zuerst 6.000 schwere Sprengbomben über der Altstadt und der Süd- und Nordstadt ab. Ihre Zünder waren so programmiert, dass sie nicht beim Aufprall auf die Dächer detonierten. Sie sollten erst explodieren, wenn sie in den unteren Geschossen der Häuser aufschlugen.

Weltkriegsbomben noch ein Problem

Als Blindgänger bezeichnet man damit Granaten oder Bomben, die nach dem Abschuss oder Abwurf nicht explodiert sind. Sie stellen nach wie vor ein Problem dar. Mit ihrer Verweildauer im Boden altern die Kampfmittel, sie rosten und werden damit gefährlicher. Laut einem wissenschaftlichen Bericht für den Deutschen Bundestag gab es zwischen 1945 und 2015 mindestens 1.200 Unfälle mit Blindgängern im deutschsprachigen Raum.

Laut bayerischem Innenministerium wurden 2024 allein in Bayern rund 87 Tonnen Bomben, Granaten und Munition aus der Zeit bis 1945 unschädlich gemacht. Im Jahr davor waren es 126 Tonnen. Der Freistaat kommt finanziell ausschließlich für die finale Vernichtung der Sprengsätze durch eine dafür beauftragte Fachfirma auf und gab dafür im Jahr 2024 mehr als zwei Millionen Euro aus. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 waren es rund 1,3 Millionen Euro.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!