Silke Rapelius in New York
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25 Jahre 9/11: "Das war nicht nur Gebäudestaub"

25 Jahre 9/11: "Das war nicht nur Gebäudestaub"

Als die Flugzeuge am 11. September 2001 in das World Trade Center fliegen, ist Silke Rapelius in New York. Die Architektin aus Olching sieht einen der Türme einstürzen. Eine Erinnerung lässt sie bis heute nicht los.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Es sind Bilder, die Silke Rapelius auch 25 Jahre später sofort zurückversetzen: brennende Hochhäuser, Menschen auf den Straßen Manhattans, gewaltige Staubwolken zwischen den Häusern. Am 11. September 2001 arbeitet Silke Rapelius bereits seit drei Jahren für ein großes Architekturbüro in New York. Am Morgen des 11. ist sie auf einer Baustelle in Manhattan. Als die Nachricht vom ersten Einschlag die Runde macht, läuft sie mit Kollegen aufs Dach.

Von dort haben sie freie Sicht Richtung Lower Manhattan. "Wir hatten ziemlich klaren Blick auf die Situation", erinnert sich Rapelius. Dann sieht sie einen der Zwillingstürme einstürzen. "Das war so richtig furchtbar. Auf der einen Seite war es ganz abstrakt, dass da in Ferne so ein Gebäude einfach in Schutt und Asche in sich zerfällt und auf der anderen Seite waren da ja Leute drin."

Vier entführte Flugzeuge, 2.977 Tote

19 Terroristen des islamistischen Terrornetzwerks Al-Qaida entführen an diesem Morgen vier Passagierflugzeuge. Zwei steuern sie in die Türme des World Trade Centers, eines ins Pentagon bei Washington. Die vierte Maschine stürzt in Pennsylvania ab, nachdem Passagiere und Besatzungsmitglieder versucht haben, die Entführer zu überwältigen. 2.977 Menschen werden bei den Anschlägen getötet, die 19 Attentäter nicht mitgerechnet.

"Es war so unheimlich ruhig"

Nach dem Einsturz der Türme ziehen riesige Staubwolken durch Lower Manhattan. Menschen laufen zu Fuß aus Downtown Richtung Norden. "Es war so unheimlich ruhig", erinnert sich Silke Rapelius. In der Luft habe der Geruch von Asche und verbrannten Kabeln gelegen. Dann seien ihr immer mehr Menschen entgegengekommen, die teils stumm, fast apathisch Richtung Uptown Manhattan gelaufen sind. "Die waren staubbedeckt, überall." Straßen sind gesperrt, Telefonverbindungen überlastet. Viele versuchen, Angehörige und Freunde zu erreichen.

Ein Oberfranke im Deutschen Generalkonsulat in New York

Auch im deutschen Generalkonsulat laufen die Leitungen heiß, erinnert sich Werner Schmidt. Der Oberfranke ist damals Pressereferent. Statt das Gebäude zu evakuieren wie das benachbarte UNO-Hauptquartier, bleiben die Büros besetzt. "Wir waren, glaube ich, eine der wenigen Auslandsvertretungen in dieser Gegend, die weitergemacht haben, weil wir wussten, da gibt es Deutsche, die sind auf uns angewiesen." Schmidt hat jede vermisste Person aus Deutschland auf eine Liste setzen lassen und die deutsche Presse mit Informationen aus New York versorgt.

"Das ist nicht nur Gebäudestaub"

Schließlich macht sich Rapelius auf den Weg nach Hause nach Brooklyn. Die Fenster ihrer Wohnung waren offen. Auf Möbeln und Boden liegt eine dicke Staubschicht. Sie holt einen Eimer und einen Schwamm und beginnt aufzuwischen. Dann hält sie inne. "Ich hab dann einfach nur angefangen zu heulen wie so ein Schlosshund", erzählt sie. In diesem Moment sei ihr bewusst geworden, was dieser Staub für sie bedeutete. "Das ist nicht nur Gebäudestaub. Das sind Dinge, die irgendwo beerdigt werden müssen", erinnert sich die Olchingerin schmerzlich.

Erinnern mitten in New York

25 Jahre später markieren zwei große Wasserbecken die Grundflächen der einstigen Zwillingstürme. In ihre bronzenen Ränder sind die Namen der Opfer der Anschläge vom 11. September eingelassen. Direkt daneben ragt heute das One World Trade Center in den Himmel. Das neue Wahrzeichen der Stadt und gleichzeitig das höchste Gebäude der USA. Silke Rapelius ist in New York geblieben. Als Architektin gestaltet sie die Stadt bis heute mit. Eine Stadt, die sich verändert hat, ohne zu vergessen, was hier vor 25 Jahren geschah.

Im Video: Erinnerungsaktion zu 9/11 in New York

2.977 Drohnen leuchteten am Donnerstagabend über dem New Yorker Hafen. Die Aktion erinnert an die Anschläge vom  11. September 2001.
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2.977 Drohnen leuchteten am Donnerstagabend über dem New Yorker Hafen. Die Aktion erinnert an die Anschläge vom 11. September 2001.

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