ARCHIV - 11.09.2001, USA, New York: Rauchschwaden ziehen über die Skyline von New York City, nachdem zwei entführte Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers geflogen waren. (zu dpa: «Krieg gegen den Terror: Eine Bilanz nach 25 Jahren») Foto: Patrick Sison/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 11.09.2001, USA, New York: Rauchschwaden ziehen über die Skyline von New York City, nachdem zwei entführte Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers geflogen waren. (zu dpa: «Krieg gegen den Terror: Eine Bilanz nach 25 Jahren») Foto: Patrick Sison/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Der Terroranschlag vom 11. September 2001 in New York hatte große Auswirkungen - auch auf das bayerische Schweinfurt.
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Der Terroranschlag vom 11. September 2001 in New York hatte große Auswirkungen - auch auf das bayerische Schweinfurt.

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Warum 9/11 auch große Auswirkungen auf Schweinfurt hatte

Warum 9/11 auch große Auswirkungen auf Schweinfurt hatte

Der 11. September 2001 hat sich tief ins Bewusstsein der Weltbevölkerung eingebrannt. 2.977 Menschen sind damals ums Leben gekommen, mehr als 6.000 wurden verletzt. Der Anschlag hatte auch starke Auswirkungen auf das unterfränkische Schweinfurt.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Mainfranken am .

Über 6.000 Kilometer Luftlinie trennen New York und das unterfränkische Schweinfurt. Trotzdem sind die Auswirkungen des 11. Septembers 2001 hier sofort spürbar. Denn in Schweinfurt befindet sich zu der Zeit einer der größten US-Armeestützpunkte Europas. "Es ist, als ob es einem das Herz bricht, unvorstellbar, dass solche Terroranschläge auf unser Land verübt werden konnten", sagte Walter, ein damals 49-jähriger Soldat der US-Armee in Schweinfurt, kurz nach den Anschlägen auf das World Trade Center. Er war einer der letzten, die mit ihrem Auto die Conn Barracks in Schweinfurt verlassen konnten. Dann wurden die großen Stahltore geschlossen, Sicherheitsstufe für die US-Einrichtung.

Entsetzen vor 25 Jahren bei den US-Soldatenfamilien

"All diese Menschen in den Flugzeugen mussten sinnlos sterben", sagte eine Mutter von drei Kindern in einem US-amerikanischen Wohnblock ein paar Straßen hinter den Schweinfurter Kasernen. Sie und ihre Kinder blickten gespannt auf die Fernsehbilder in New York und Washington. Auf die Stelle, wo mal die Türme des World Trade Centers standen, und auf das rauchende Verteidigungsministerium. "Ich kann nicht verstehen, wie Menschen so etwas machen", sagte die Nachbarin. "Da waren sicherlich Kinder und Frauen in den Maschinen. Ohne Rücksicht wurden sie geopfert." Dann ging eine andere Frau zum Telefon. Ihr Mann meldete sich und sagte, dass er die Kaserne im Augenblick nicht verlassen könne.

Kasernen-Tore schlossen sich

Denn die Haupteingänge zur US-Ledward-Kaserne waren schnell verschlossen. Hinter den Stahltoren hielten Soldaten mit vorgehaltenen Gewehren Wache. Im Hintergrund waren Schützenpanzer aufgefahren. Die US-Armee hatte Angst vor weiten Anschlägen, in Deutschland auf ihre Kasernen und Konsulate. Und die Menschen in und um Schweinfurt versuchten, mit den Bildern in Zeitungen und im Fernsehen umzugehen. "Ich schaue kaum andere Fernsehsendungen als die, die jetzt so aktuell sind. Man kann sich eigentlich von diesem ganzen Problem nicht freimachen. Es steht immer über einem. Man kann nicht abschalten", sagte ein Mann vor 25 Jahren.

Polizei-Alarmierung beim Interview vor US-Kaserne

Jeder Unbekannte, der vor den Kasernentoren auftauchte und schaute oder versuchte, mit US-Bürgern ins Gespräch zu kommen, war sofort verdächtig. Auch BR-Radioreporter mit Mikrofon und Aufnahmegerät in der Hand. Die US-Militärpolizei alarmierte immer sofort die deutsche Polizei. Die Beamten kamen in Windeseile, zum Teil mit Blaulicht. Bei BR-Interviews konnten sie ihren US-Militärpolizei-Kollegen immer sofort Entwarnung geben.

Alarmbereitschaft der US-Soldaten und Trauerbewältigung

Binnen kurzer Zeit wurden bei der US-Armee in Schweinfurt alle rund 4.600 US-Soldaten in Alarmbereitschaft versetzt. Eine solche Alarmbereitschaftsstufe wurde zuletzt beim Golfkrieg angeordnet. In den Wohngebieten der US-Amerikaner waren ständig Militärpatrouillen unterwegs. Auf den Sportplätzen der Kaserne stand sogar ein Artillerie-Panzer, denn zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, wer für die Anschläge verantwortlich war.

Während US-Soldaten hier um Angehörige bangten, gab der katholische Pfarrer Roland Breitenbach den Rat, die Eindrücke im Fernsehen, Radio und in den Zeitungen nicht zu verdrängen: "Das große Problem ist: Was ich verdränge, das bricht mit neuer Macht doppelt auf mich herein. Selbstverständlich nützt es etwas, sich mit Freunden auszutauschen, in die Natur zu gehen." Aber wenn es im Verdrängungsmechanismus wäre, sei es falsch. Es müsse solange ausgesprochen werden können, bis es überwunden sei. "Wir haben ein Trauerjahr beispielsweise, wenn man einen lieben Menschen verloren hat, sagt man, man braucht ein Jahr. Und ich denke, die Menschheit braucht auch ein Jahr, um das alles zu verarbeiten, was auf sie zugekommen ist", sagte vor 25 Jahren der beliebte Seelsorger.

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