Das Deutschlandticket ist laut einem Vergleich des ADAC vor allem für ÖPNV-Vielnutzer oft eine gute Alternative zu Monatskarten
Das Deutschlandticket ist laut einem Vergleich des ADAC vor allem für ÖPNV-Vielnutzer oft eine gute Alternative zu Monatskarten
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Das Deutschlandticket ist laut einem Vergleich des ADAC vor allem für ÖPNV-Vielnutzer oft eine gute Alternative zu Monatskarten (Symbolbild)
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Das Deutschlandticket ist laut einem Vergleich des ADAC vor allem für ÖPNV-Vielnutzer oft eine gute Alternative zu Monatskarten (Symbolbild)

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ADAC: Monatskarte in Städten oft teurer als Deutschlandticket

ADAC: Monatskarte in Städten oft teurer als Deutschlandticket

63 Euro kostet das Deutschlandticket jetzt. Laut einem Vergleich des ADAC ist es vor allem für ÖPNV-Vielnutzer vielerorts eine gute Alternative zu Monatskarten oder anderen Tickets – wenn diese nicht spezielle Anreize bieten, wie etwa in München.

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Die Nutzerzahlen des ÖPNV sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Der ADAC hat daher die Tarife für Bus, Bahn und Tram in 25 Großstädten im gesamten Bundesgebiet untersucht – mit besonderem Augenmerk darauf, wie attraktiv sie im Vergleich zum Deutschlandticket sind, das inzwischen von 14 Millionen Abonnenten genutzt wird.

Monatstickets können preislich oft nicht mithalten

Bei der im Januar und Februar durchgeführten Untersuchung stellte sich laut dem Automobilclub heraus, dass in den vergangenen fünf Jahren die Fahrpreise über alle Ticketarten hinweg trotz der Konkurrenz des 2023 eingeführten Deutschlandtickets um durchschnittlich 27 Prozent anstiegen – womit sie leicht über der kumulierten Inflation von 22 Prozent liegen.

Insbesondere das Monatsticket, so der ADAC, sei dabei der Konkurrenz durch das inzwischen 63 Euro teure Deutschlandticket ausgesetzt und könne preislich oftmals nicht mithalten. Die Preise der Monatskarten lägen für den Innenstadtbereich zwischen 71,40 Euro in München und nahezu dem Doppelten von 140,50 Euro in Köln und Bonn.

München fällt "positiv auf"

Dabei falle die bayerische Landeshauptstadt aber "nicht nur preislich, sondern auch leistungsmäßig positiv auf": Das Monatsticket für das Münchner Stadtgebiet sei übertragbar und es könnten mehrere Kinder bis 14 Jahre mitgenommen werden. Wer also regelmäßig mit der Familie unterwegs sei oder das Ticket gelegentlich auf den Partner oder andere Personen übertragen wolle, fahre damit "womöglich günstiger".

In anderen Städten hingegen böten Monatstickets oft keine Vorteile gegenüber dem Deutschlandticket und könnten beim Preis nicht mithalten. Der ADAC kritisierte zudem, dass Monatstickets in Augsburg, Bremen und den sechs untersuchten Städten des Ruhrgebiets (Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Wuppertal) kein flexibles Startdatum haben, sondern starr auf einen Kalendermonat beschränkt sind.

Tagestickets oft besser als Einzelfahrscheine

Auch der Kauf von Einzeltickets rechnet sich laut dem ADAC-Vergleich eher selten. Die Preise reichen hier laut ADAC von 2,90 Euro in Erfurt bis mehr als 4,20 Euro in Augsburg und München. In einem Großteil der Städte sei dann ein Tagesticket die bessere Wahl: Es rechnet sich der Untersuchung zufolge demnach ab drei, in Bielefeld, Hamburg, Karlsruhe, Stuttgart und den sechs untersuchten Ruhrgebietsstädten bereits ab zwei Einzelfahrten. Der ADAC kritisiert allerdings, dass man bei den Tagestickets "genau hinschauen" müsse, denn in einigen Städten seien sie ab Kauf oder Entwertung volle 24 Stunden gültig, in anderen nur bis Betriebsschluss.

Der Preis beträgt dabei im Schnitt 8,44 Euro. Am teuersten fährt man in Berlin mit 11,20 Euro. Die 10-Euro-Marke reißen auch München, Leipzig, Augsburg und Nürnberg. Positiv fiel Bielefeld auf, das den Preis gegen den Trend seit 2021 um 11 Prozent auf 6,70 Euro senkte und damit als einzige Stadt unter 7 Euro bleibt.

Wochentickets: Oft nur noch ein Auslaufmodell

Nur noch als eine Art Sonderfall sieht der ADAC Wochentickets. Sie seien in vielen Kommunen "ein Auslaufmodell" und würden nur noch in 15 der 25 untersuchten Städte angeboten, mit einem Durchschnittspreis von 32,46 Euro. Im Vergleich zum Deutschlandticket lohne sich das Wochenticket daher nurmehr in speziellen Fällen, etwa für Touristen.

Deutschlandticket für eifrige ÖPNV-Nutzer oft eine gute Wahl

Insgesamt, so resümiert der ADAC, fahre, wer häufig pendelt, vielleicht sogar in verschiedenen Städten, mit dem Deutschlandticket konkurrenzlos günstig und auch ohne sich mit den örtlich geltenden Regelungen im Detail befassen zu müssen. Alle anderen Nutzer sollten und müssten "genau rechnen und das eigene Nutzerprofil prüfen", dann sei möglicherweise eine Zeitkarte mit erweitertem Leistungsumfang lohnender.

Mit Informationen von dpa

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