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"Am Limit": Erneut Protest gegen Massentourismus auf Mallorca

"Am Limit": Erneut Protest gegen Massentourismus auf Mallorca

Mitten in der Hauptreisezeit fordern Tausende auf Mallorca ein Ende des Massentourismus. Die Insel sei "am Limit" und "overbooked", meinen sie, Qualität sei wichtiger als Masse. Hintergrund der Proteste ist vor allem die Wohnungsnot auf Mallorca.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Auf Mallorca haben erneut tausende Menschen gegen den Massentourismus auf der Insel protestiert. Die Demonstranten versammelten sich am Abend zunächst auf der Plaza de España im Zentrum von Palma, der Hauptstadt der spanischen Mittelmeerinsel. Von dort zog der Demonstrationszug durch die Innenstadt zur Kathedrale, wo später am Abend ein Manifest verlesen werden sollte.

Demonstranten: Mallorca ist "overbooked"

Die Initiative "Menys Turisme, Més Vida" (Weniger Tourismus, mehr Leben) hatte unter dem Motto "Mallorca am Limit" bereits das dritte Jahr in Folge auf der vor allem bei Touristen aus Deutschland und Großbritannien beliebten Insel zum Protest aufgerufen – und mit bis zu 40.000 Teilnehmern gerechnet. Die mallorquinische Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten dann auf 25.000.

Viele Teilnehmer trugen selbstgebastelte Plakate. "Mallorca overbooked" oder "Keine Kapazität mehr" stand unter anderem darauf. Ein Jahr vor den Regionalwahlen auf den Balearen wolle man seine Meinung kundtun, sagte ein Sprecher der Veranstalter vor Journalisten. Der Zeitpunkt sei bewusst mit Blick auf die aktuelle Hauptreisezeit gewählt worden. Ende Juli und Anfang August gelten als die Wochen mit den meisten Urlaubern auf der Baleareninsel.

Begrenzung der Besucherzahl soll Wohnungsnot mildern

Die zentrale Forderung der Demonstranten ist eine Begrenzung der Besucherzahl für die Insel. Die steigende Zahl der Urlauber und der Ferienwohnungen wird für die massive Wohnungsnot auf Mallorca verantwortlich gemacht. Die Organisatoren der Protestaktion beklagen, dass mehr als 100.000 Wohnungen touristisch genutzt würden. Viele Menschen mit normalem Einkommen könnten sich deshalb kaum noch eine Wohnung leisten.

Nachbarschaftsverbände, Umweltschutzgruppen und andere Organisationen führen aber auch Probleme wie Wassermangel, Staus und Lärm sowie die Zerstörung der Natur auf den Massentourismus zurück. Nennenswerte Zwischenfälle oder Angriffe mit Wasserspritzpistolen auf Urlauber, wie sie bei früheren Protesten in Barcelona oder Madrid vorgekommen waren, wurden zunächst nicht gemeldet.

Mit Informationen von dpa

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