10.04.2026, München - Gegen 0.45 haben unbekannte Täter in der Nacht einen Anschlag auf ein israelisches Restaurant im Münchner Stadtteil Maxvorstadt verübt. Die Scheiben der Fassade wurden wohl durch Pyrotechnik beschädigt. Der Staatsschutz ist in die Ermittlungen eingeschaltet.
10.04.2026, München - Gegen 0.45 haben unbekannte Täter in der Nacht einen Anschlag auf ein israelisches Restaurant im Münchner Stadtteil Maxvorstadt verübt. Die Scheiben der Fassade wurden wohl durch Pyrotechnik beschädigt. Der Staatsschutz ist in die Ermittlungen eingeschaltet.
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Anschlag auf israelisches Restaurant Eclipse in München im April. (Archivbild)
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Antisemitische Übergriffe in Deutschland auf hohem Niveau

Antisemitische Übergriffe in Deutschland auf hohem Niveau

Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland ist 2025 hoch geblieben; die meisten standen in Bezug zum Nahost-Konflikt. Verantwortliche befürchten, dass Judenhass zunehmend als normal gilt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Eine Messerattacke auf einen Touristen in Berlin, ein tätlicher Angriff auf Gemeindemitglieder in Kehl, Morddrohungen gegen Jüdinnen und Juden auf Facebook – der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) hat im vergangenen Jahr eine unverändert hohe Zahl antisemitisch motivierter Vorfälle festgestellt. Insgesamt wurden 8.725 solcher Fälle erfasst, zwölf mehr als im Vorjahr. Dabei wurden vier Vorfälle extremer Gewalt, 178 Angriffe und 257 Bedrohungen registriert. Rechnerisch ereigneten sich demnach pro Tag rund 24 antisemitische Vorfälle. Die Mehrzahl der Taten macht sogenanntes verletzendes Verhalten aus, beispielsweise antisemitische Schmierereien oder Pöbeleien.

Bezug zum Nahost-Konflikt

Dabei hat der Antisemitismus meist einen Bezug zu Israel. Auslöser ist der Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 mit 1.200 Toten und die anschließende militärische Reaktion Israels in Gaza. Entsprechend hat sich die Zahl der von RIAS dokumentierten Fälle im Vergleich zu 2022 mehr als verdreifacht. Die Ko-Autorin der Studie, Bianca Loy, erkennt Anzeichen, dass antisemitische Standpunkte zunehmend gesellschaftsfähiger werden. RIAS-Geschäftsführer Benjamin Steinitz erklärte, die fortschreitende Normalisierung des Antisemitismus bedrohe die demokratische Kultur als Ganzes.

Drohungen online

Auch die Bedrohungen von Jüdinnen und Juden im digitalen Raum nehmen demnach zu: Mehr als ein Viertel aller antisemitischen Vorfälle ereigneten sich laut RIAS online. Dort werde Antisemitismus oft ungehemmt geäußert, heißt es. Nach Angaben von Studienautorin Loy ereigneten sich die meisten Vorfälle auf Social Media und in E-Mails. Außerdem hätten jüdische Gemeinden im Internet negative Bewertungen mit antisemitischen Kommentaren bekommen.

Mehr Vorfälle von rechts

Dem Bericht zufolge liegt die Zahl rechtsextremer antisemitischer Vorfälle auf einem neuen Höchststand. RIAS erfasste 807 rechtsextreme Vorfälle, den höchsten Wert seit Beginn der bundesweiten Erhebung 2020. Dokumentiert wurden etwa Verschwörungstheorien oder E-Mails mit NS-Parolen. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, zeigt sich angesichts der Zahlen besorgt: "Statt einer Beruhigung der Lage erleben wir eine Verfestigung des Antisemitismus auf Rekordniveau."

Antisemitismus "ungebremst auf Vormarsch"

Nach Ansicht des zuständigen Beauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, ist Antisemitismus in Deutschland "scheinbar ungebremst auf dem Vormarsch" und für viele Jüdinnen und Juden inzwischen "bitterer Alltag". Klein sieht ein strukturelles Problem, das mit der Tagespolitik wenig zu tun hat: So habe sich die Tatsache, dass im Gazastreifen eine (brüchige) Waffenruhe herrscht, kaum auf die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland ausgewirkt. Nach Kleins Ansicht dient das Kriegsgeschehen in Gaza vielen offensichtlich nur als Vorwand für die Verbreitung von Judenhass. Er sprach sich dafür aus, Vernichtungsaufrufe gegen Staaten wie Israel schärfer strafrechtlich zu ahnden.

RIAS dokumentiert antisemitische Vorfälle und bietet Betroffenen Unterstützung an. In den Bericht flossen nach RIAS-Angaben Erkenntnisse aus Meldestellen in verschiedenen Bundesländern ein. Die Zahlen für Bayern wurden schon Anfang Mai präsentiert. Demnach wurden im Freistaat 2025 mehr antisemitische Vorfälle festgestellt als im Vorjahr.

Im Audio: Weiterhin hohe Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) hat für 2025 erneut einen Höchststand an Übergriffen dokumentiert.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Christoph Soeder
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Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) hat für 2025 erneut einen Höchststand an Übergriffen dokumentiert.

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