Für die Besatzung der "Artemis 2"-Mondmission neigt sich ihre Zeit im Weltall dem Ende zu. Ihre Kapsel "Orion" ist mittlerweile wieder auf dem Weg Richtung Erde. Das Raumschiff habe den Punkt passiert, an dem die Schwerkraft der Erde wieder stärker wirke als die des Mondes, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. In der Nacht von Montag auf Dienstag überflogen die vier Astronauten an Bord die Rückseite des Mondes, was zu spektakulären Aufnahmen führte.
Crew macht sich auf den Weg zurück zur Erde
Wenn weiterhin alles gut läuft, dann wird die Crew – bestehend aus den US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und dem Kanadier Jeremy Hansen – in der Nacht auf Samstag (MESZ) wieder auf der Erde aufkommen. Ihre Kapsel soll im Pazifischen Ozean vor der Küste von San Diego landen.
Ferngespräch mit ISS: "Artemis 2" bricht weiter Rekorde
Auf dem Weg zurück zur Erde hatte die Besatzung der US-Mondexpedition außerdem Zeit für einen Plausch mit der Internationalen Raumstation ISS gefunden – und dabei einen weiteren Rekord gebrochen. Die Funkverbindung am Dienstag sei die erste zwischen einem Mondraumschiff und einer Raumstation überhaupt gewesen, erklärte die Nasa.
Es war das erste außerirdische Ferngespräch, das die Welt mitverfolgen konnte. Die Gesprächspartner befanden sich im Weltall 370.000 Kilometer voneinander entfernt, verbunden durch das Kontrollzentrum der US-Weltraumbehörde Nasa in Houston. Zuvor hatte die "Artemis 2"-Mission bereits den Entfernungsrekord zur Erde gebrochen. Mit knapp 407.000 Kilometern waren die vier Besatzungsmitglieder bei ihrer Expedition so weit von der Erde entfernt wie kein Mensch zuvor.
Astronautinnen erneut "gemeinsam" im All
In ihrem Telefongespräch fragte die Besatzung der Internationalen Raumstation die Artemis-Crew nach ihren Eindrücken nach der Mondumrundung. US-Astronautin Koch antwortete, was sie diesmal anders als bei früheren Weltraumflügen empfunden habe, sei nicht nur die Schönheit der Erde, sondern auch, wie tief das Schwarz drumherum sei. Für Koch auf "Artemis 2" und Jessica Meir auf der ISS war es den Angaben zufolge ein freudiges "Wiedersehen". Die beiden waren 2019 das erste rein weibliche Team bei einem Außeneinsatz an der ISS gewesen.
"Jessica, ich hatte immer gehofft, dass wir mal wieder gemeinsam im Weltraum sein würden, aber ich hätte nie gedacht, dass es so sein würde", sagte Koch. "Artemis-2"-Astronaut Glover berichtete von den im Vergleich zur ISS noch einmal deutlich eingeschränkteren Platzverhältnissen. "Alles, was wir machen, fängt grundsätzlich immer erst mal mit einem Platzproblem an."
Bildergalerie: Fotos der Artemis-2-Crew
Bild von "Erduntergang" hinter dem Mond
Der Kommandant von "Artemis 2", Wiseman, schickte unterdessen viele atemberaubende Aufnahmen des Vorbeiflugs am Mond zurück zur Erde. Darunter ein Foto, das die Erde zeigt, wie sie hinter dem Mond untergeht. Außerdem das Bild einer totalen Sonnenfinsternis, nachdem der Mond die Sonne komplett verdeckt hatte.
Besatzung benennt Mondkrater nach gestorbener Ehefrau des Kommandanten
Wiseman hatte auf der Mission auch für eine ganz besonders berührende Aktion gesorgt. Er und seine drei Bordkollegen hatten einen zuvor namenlosen Mondkrater nach der verstorbenen Ehefrau von Wiseman benannt. Der Krater – ein "heller Punkt auf dem Mond" – solle von nun an Carroll-Krater heißen, sagte der kanadische Astronaut Jeremy Hansen mit tränenerstickter Stimme aus der "Orion"-Kapsel. Die Ehefrau des Kommandanten war 2020 im Alter von 46 Jahren an Krebs gestorben.
Danach umarmten sich die vier Astronauten. Die zwei Töchter von Wiseman und seiner gestorbenen Ehefrau verfolgten das Ganze im Kontrollzentrum in Houston im US-Bundesstaat Texas.
Mit Informationen von dpa und AFP
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