Galeria München-Rotkreuzplatz  (Archivbild 2012)
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Bei Galeria drohen neue Filialschließungen – auch in Bayern

Bei Galeria drohen neue Filialschließungen – auch in Bayern

Bei mehreren Galeria-Warenhäusern laufen die Mietverträge aus. Acht Filialen sind betroffen und stehen offenbar auf der Kippe – zwei davon in Bayern.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Bei der Warenhauskette Galeria drohen neue Filialschließungen. Die Mietverträge von acht Standorten sollen neu verhandelt werden. Die Gespräche sind nach Angaben des Unternehmens bereits angelaufen. "Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, die allen Parteien eine langfristige Zukunft eröffnet, besteht auch die Möglichkeit von Schließungen", teilte Galeria mit.

Aschaffenburg und München auf der Liste

Betroffen sind Filialen Berlin (Kurfürstendamm, Hermannplatz), Köln (Hohe Straße, Breite Straße), Mannheim, Braunschweig; in Bayern die in München (Rotkreuzplatz) und in Aschaffenburg. Die Mietverträge laufen laut Galeria mittelfristig aus. Wann genau sie enden und bis wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage nicht.

"Angespannte Marktsituation"

Der Warenhausbetreiber begründete den Schritt mit der angespannten Marktsituation des innerstädtischen Einzelhandels. Philipp Kretzer, Chief Sales Officer von Galeria, sagte: "Wir kämpfen für den Erhalt unserer Filialen und möchten an den Standorten bleiben." Voraussetzung dafür sei jedoch ein wirtschaftlich tragfähiges Modell. Sollte es zu Schließungen kommen, kündigte die Geschäftsführung Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan an. 

Verdi fordert Investitionen der Eigentümer

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte das Vorgehen. "Wir hätten uns von dem neuen Eigentümer Bernd Beetz mehr erwartet als leere Versprechungen", sagte Vorstandsmitglied Silke Zimmer. Die Standorte seien vernachlässigt und regelrecht runtergewirtschaftet worden. "Immer sollen die Beschäftigten für die Unfähigkeit des Managements den Kopf hinhalten." Verdi fordert die Eigentümer auf, in das Unternehmen zu investieren und Verantwortung zu übernehmen.

💡 Der lange Überlebenskampf von Galeria

Galeria - ein Zusammenschluss der traditionsreichen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof - hat in Deutschland derzeit 83 Warenhäuser und beschäftigt etwa 12.000 Menschen. Anfang 2024 hatte die Kette zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz anmelden müssen. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa, dessen Gründer Rene Benko derzeit wegen wegen betrügerischem Bankrott und Schädigung von Gläubigern in Haft sitzt; weitere Verfahren laufen. Ein weiterer Grund: die früher teils massiv überhöhten und immer noch hohen Mietkosten. Neun Häuser wurden im Sommer 2024 geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.

Mit Informationen der dpa

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