Durchbruch im Grönland-Streit
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Durchbruch im Grönland-Streit: Dänemark und USA verkünden "Deal"

Durchbruch im Grönland-Streit: Dänemark und USA verkünden "Deal"

Donald Trumps Drohung, Grönland zu annektieren, ist wohl erst einmal vom Tisch: Die USA, Dänemark und Grönland haben im Streit um die Arktisinsel einen Durchbruch verkündet. Über das mögliche Abkommen gibt es allerdings unterschiedliche Aussagen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die USA, Dänemark und Grönland haben nach langem Streit um Grönland überraschend einen Durchbruch verkündet. Wie die Regierungen von Dänemark und Grönland mitteilen, soll nächste Woche voraussichtlich ein Abkommen mit den USA unterzeichnet werden. US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor erklärt, das Abkommen sei schon besiegelt. Die Darstellung der Regierungen in Kopenhagen und Nuuk klang nicht nur in diesem Punkt etwas anders.

Trump: Haben "Kontrolle über Grönland"

Trump zufolge sichern sich die USA mit der Vereinbarung weitreichende Befugnisse: "Die Vereinigten Staaten haben ein Abkommen mit dem Königreich Dänemark und Grönland geschlossen, das den Vereinigten Staaten die dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange in Grönland gewährt", schrieb er auf der Plattform Truth Social. Die USA dürften fortan tun, was immer nötig sei, um die Insel zu verteidigen.

Ohne ausdrückliche Genehmigung der USA dürften ihre Feinde fortan keine militärischen Stützpunkte mehr auf der Insel errichten, teilte Trump nun mit. Gleiches gelte für "sensible Investitionen" in Grönland – wobei er nicht näher ausführte, was damit gemeint ist.

Dänemark und Grönland weisen auf weitere Etappen hin

Die dänische und grönländische Seite bestätigten diese Darstellung Trumps so nicht. Zum konkreten Inhalt des Abkommens und den Rechten oder Pflichten der Vertragsparteien machten sie keine Angaben. Auch wiesen sie auf weitere Zwischenetappen hin, die noch bevorstünden. Laut der dänischen Regierung soll die Vereinbarung im Rahmen der UN-Generalversammlung in der kommenden Woche besiegelt werden und bedarf danach noch der Zustimmung des Parlaments, bevor sie in Kraft treten kann.

Frederiksen: "Aussicht auf gutes Abkommen"

Es handle sich um einen Deal, der "unsere gemeinsame Sicherheit in der Arktis und im Nordatlantik stärkt und deshalb auch gut für die Nato und Europa ist", wurde die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen in der gemeinsamen Mitteilung zitiert. Außerdem würden die Souveränität und territoriale Integrität des dänischen Königreichs und das Recht des grönländischen Volks auf Selbstbestimmung anerkannt.

Frederiksen sprach von der "Aussicht auf ein gutes Abkommen". Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen erklärte, "das Abkommen erkennt Grönlands Interessen und unseren Platz in der internationalen Zusammenarbeit an. Es nützt uns allen."

Trumps frühere Drohungen sorgten für Empörung

Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt damit gedroht, die frühere dänische Kolonie zu annektieren. Dann versuchte er, mit Strafzöllen einen Verkauf an die USA zu erzwingen. Dies hatte unter europäischen Staaten und den Nato-Partnern der USA große Empörung und breiten Widerstand ausgelöst.

Grönland-Konflikt brisant für Nato

Grönland und das umliegende Meer gelten im Bündnis als Tor zum Nordatlantik, das eine zentrale Rolle für wichtige Handels-, Transport- und Kommunikationsverbindungen zwischen Nordamerika und Europa spielt und geschützt werden muss. Durch ein Abkommen von 1951 haben die USA ohnehin schon recht großen militärischen Spielraum auf der Eisinsel. Aktuell unterhält das US-Militär dort aber nur noch eine Militärbasis.

Für die Nato ist der Grönland-Konflikt seit Langem ein höchst brisantes Thema. Das Bündnis muss um seine Glaubwürdigkeit fürchten, wenn ein führendes Mitglied damit droht, sich durch wirtschaftlichen oder militärischen Zwang Gebiete eines anderen Nato-Staates einzuverleiben.

Mit Informationen von dpa

Gebäude in Nuuk, Grönland - ein Stockwerk haben die USA gemietet
Bildrechte: picture alliance / Ritzau Scanpix | Bo Amstrup
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Gebäude in Nuuk, Grönland - ein Stockwerk haben die USA gemietet

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