Die Mehrheit der EU-Länder will aus den russischen Gaslieferungen aussteigen.
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Die Mehrheit der EU-Länder will aus den russischen Gaslieferungen aussteigen. (Symbolbild)
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EU plant Gas-Ausstieg: Stopp russischer Importe ab 2028

EU plant Gas-Ausstieg: Stopp russischer Importe ab 2028

Die EU-Außenminister haben mehrheitlich für einen vollständigen Stopp russischer Gaseinfuhren bis spätestens 2028 gestimmt. Ein Importverbot für Flüssigerdgas könnte aber auch bereits ab 2027 greifen. Wie sich das auf die Gaspreise auswirken soll.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Die EU-Länder haben sich mehrheitlich für einen vollständigen Stopp russischer Gaseinfuhren ausgesprochen. Spätestens ab 2028 soll nach dem Willen der Länder kein Gas aus Russland mehr importiert werden. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und ihre Amtskollegen stimmten bei einem Treffen in Luxemburg für ein Gesetz, das einen schrittweisen Ausstieg vorsieht. Die Slowakei und Ungarn, die noch große Mengen Gas aus Russland beziehen, wurden überstimmt.

Neue Sanktionen könnten vorher greifen

Zu einem vollständigen Einfuhrverbot von Moskaus Flüssigerdgas könnte es allerdings schon vorher kommen: Die EU-Kommission will im Rahmen neuer Sanktionen gegen Moskau den Import schon ab Anfang 2027 verbieten. Das 19. Sanktionspaket wird derzeit in Brüssel verhandelt. Es sieht unter anderem auch weitere Strafmaßnahmen im Finanzsektor sowie im Handelsbereich vor.

Reiche: Gaspreise werden nicht in Höhe schnellen

Laut Reiche wird der Einfuhrstopp nicht zu höhere Preisen für Verbraucher führen. Auf den LNG-Märkten stehe sehr viel mehr Gas zur Verfügung. "Und wo viel Volumen ist an Gas, werden auch die Preise nicht so in die Höhe schnellen", sagte die CDU-Politikerin am Rande der Zusammenkunft. "Und insofern schauen wir mit einiger Gelassenheit, aber nicht mit Sorglosigkeit in die Zukunft."

Energiekommissar: EU strebt Unabhängigkeit von russischer Energie an

Reiche sowie Amtskollegen aus weiteren Staaten räumten zeitgleich ein, dass der Ausstieg für Länder ohne direkten Zugang zu LNG-Terminals am Wasser schwieriger sei. "Wir wollen einen wichtigen Schnitt machen, damit Putin seinen Krieg nicht weiter aus Energielieferungen, Rohstofflieferungen finanzieren kann", betonte Reiche jedoch.

"Wir stehen einem Land gegenüber, das Energie gegen uns als Waffe eingesetzt hat", sagte EU-Energiekommissar Dan Jörgensen. In dieser Position solle sich die EU "nie wieder" befinden müssen.

EU ringt um Flüssigerdgas-Importverbot aus Russland

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hatte die EU bereits weitgehende Einfuhrverbote für russische Energieträger wie Kohle und Öl erlassen. Gas-Sanktionen gibt es wegen Abhängigkeiten bislang aber nicht.

Im ersten Halbjahr 2025 importierte die EU nach Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat noch Flüssigerdgas aus Russland im Wert von fast 4,5 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr machten Moskaus Gaslieferungen noch rund ein Fünftel aller Einfuhren aus. Mittlerweile kommt mehr als die Hälfte davon als Flüssigerdgas an.

Damit die Verordnung in Kraft treten kann, müssen die EU-Länder noch mit dem EU-Parlament verhandeln. Die Verordnung soll losgelöst von dem in den Sanktionen geplanten Importverbot beschlossen werden. So gelte der Importstopp etwa auch weiterhin, sollten Sanktionen wieder aufgehoben werden.

Mit Informationen von dpa und AFP

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