07.10.2026, Baden-Württemberg, Karlsruhe: Zivile Polizeifahrzeuge verlassen das Gelände des Bundesgerichtshofes. Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Hanning, wurde in Karlsruhe dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt. Der 80-Jährige war am Dienstag in seinem Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft wirft Hanning geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat vor.
07.10.2026, Baden-Württemberg, Karlsruhe: Zivile Polizeifahrzeuge verlassen das Gelände des Bundesgerichtshofes. Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Hanning, wurde in Karlsruhe dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt. Der 80-Jährige war am Dienstag in seinem Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft wirft Hanning geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat vor.
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Spionagevorwürfe gegen Ex-BND-Präsident Hanning
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Spionagevorwürfe gegen Ex-BND-Präsident Hanning

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Ex-BND-Präsident Hanning wegen Spionageverdachts in U-Haft

Ex-BND-Präsident Hanning wegen Spionageverdachts in U-Haft

Unter anderem wegen Spionageverdachts und Landesverrats muss Ex-BND-Präsident August Hanning in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs hat den Haftbefehl gegen den 80-Jährigen in Vollzug gesetzt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes, August Hanning, muss in Untersuchungshaft. Hanning, wurde in Karlsruhe dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt, der einen entsprechenden Haftbefehl in Vollzug setzte. Der 80-Jährige Hanning war am Dienstag in seinem Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat vor.

Hanning soll geheimes BND-Material gekauft haben

Der ehemalige Chefspion soll von seinem früheren Büroleiter geheime BND-Erkenntnisse gekauft und teils weitergegeben haben. Unter anderem soll er mithilfe des Materials eine Analyse für einen Mitarbeiter eines fremden Geheimdienstes verfasst haben – wobei unklar ist, ob diese ankam. Offiziell ist nicht bekannt, um welchen Geheimdienst es sich mutmaßlich handelte. Der "Spiegel" berichtete am Dienstagabend, es gebe den Verdacht, dass Hanning mit einem Agenten der Kaukasusrepublik Aserbaidschan in Verbindung gestanden habe.

Der Bundesanwaltschaft zufolge soll Hanning aus dem geheimen Material politische Informationen gezogen haben, die er einem Mitarbeiter eines anderen staatlichen Geheimdienstes gegeben habe. Mit diesem soll er sich jahrelang intensiv ausgetauscht haben.

Prozess um Steakhaus-Erbin brachte Geheimdienstaffäre ins Rollen

Die mutmaßliche Spionage flog bei einer Razzia bei Hanning im vergangenen Jahr auf. Dabei ging es ursprünglich um ganz andere Vorwürfe im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Entführung der Kinder von Steakhausketten-Erbin Christina Block. Was bei der Durchsuchung gefunden wurde, rief die Bundesanwaltschaft auf den Plan. 

Hanning und sein früherer Büroleiter Manfred D. wurden schließlich am Dienstag in Nordrhein-Westfalen und Bayern festgenommen. D. wurde bereits wenige Stunden später dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt und kam in Untersuchungshaft. Er soll Hanning etwa 2000 Dokumente weitergegeben haben. Hanning selbst wurde am Mittwoch dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Festnahme in Geretsried sorgt für Verunsicherung

Hannings früherer Büroleiter Manfred D. wurde im oberbayerischen Geretsried festgenommen. Der Einsatz sorgte dort für Aufsehen. "Ich kann gut nachvollziehen, dass eine solche Festnahme in der eigenen Nachbarschaft verunsichert", sagte Bürgermeister Patrik Kohlert (Geretsrieder Liste) der Deutschen Presse-Agentur. "Geretsried ist ein Ort, an dem viele Menschen einander kennen. Insofern ist es für viele Menschen sehr belastend."

Die Stadt mit gut 26.000 Einwohnern liegt im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, etwa eine halbe Autostunde entfernt vom Pullacher Standort des Bundesnachrichtendienstes (BND). Der heute zweitgrößte Standort des Geheimdienstes fungierte früher als Zentrale, heute sind dort noch rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig.

Hanning auch im Kanzleramt tätig

Im politischen Berlin schlägt der Fall hohe Wellen. Hanning war während seiner Laufbahn jahrzehntelang in wichtigen Positionen tätig. Er arbeitete auch im Bundeskanzleramt und im Bundesinnenministerium. Bis Ende 2005 leitete er den Auslandsnachrichtendienst BND.

Die Bundesanwaltschaft verdächtigt Hanning unter anderem wegen Spionage und versuchten Landesverrats. Gegen seinen mutmaßlichen Komplizen D. wird wegen des Verdachts der Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zu landesverräterischer Ausspähung ermittelt. Die Ermittlungen liefen am Mittwoch weiter.

Mit Informationen von AFP und dpa

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