Waldbrände in beliebten Urlaubsländern: In mehreren Reisezielen verschärft sich die Waldbrandlage. Während vielerorts in Deutschland die Sommerferien bereits begonnen haben und sie in Bayern Anfang August starten, spitzt sich etwa in Südfrankreich die Lage mit einer neuen Hitzewelle zu.
Waldbrände: Südfrankreich besonders betroffen
Unermüdlich haben in Südfrankreich am Montag hunderte Feuerwehrleute weiter gegen einen Waldbrand in den Pyrenäen angekämpft. Durch das Feuer in einem schwer zugänglichen Gebirgsgebiet wurden nach Behördenangaben mindestens 16 Menschen verletzt, darunter vier Feuerwehrleute. Rund 10.000 Bewohner kleiner Dörfer im Brandgebiet wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Betroffen sind 26 Ortschaften in einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan, wo die Flammen sich inzwischen durch 4.600 Hektar Fläche gefressen haben. Das teilte die Präfektur mit. Der Brand wurde durch Wind, große Hitze und sehr trockene Luft angefacht.
Der regionale Bahnverkehr wurde beeinträchtigt und ein für Ausflügler auf einer Bergstrecke eingesetzter Zug stellte den Verkehr ein. Zur Unterstützung der Löscharbeiten sollten nach Angaben der EU-Kommission im Laufe des Tages vier Flugzeuge aus Schweden und Zypern in den betroffenen Gegenden in Frankreich ankommen. Frankreich habe am Sonntag Hilfe über das EU-Katastrophenschutzverfahren angefragt, hieß es.
Dritte Etappe der Tour de France wird angepasst
Der ausufernde Brand führte auch zu einer Anpassung der dritten Etappe der Tour de France, die am Montag durch die betroffene Region führt und nun ohne Zuschauer und Werbekarawane unterwegs sein wird. Alle Sicherheitskräfte müssten sich auf die Bekämpfung des Brandes konzentrieren, erklärte die Präfektur. Wer sich nicht an die Einschränkungen halte, müsse mit einem Bußgeld rechnen.
Hohe Waldbrandgefahr in Dutzenden Departements
Der staatliche Wetterdienst Météo France warnte für Montag vor einer hohen Brandgefahr. Für sieben Departements im Südosten wurde die höchste Warnstufe Rot verhängt, während in 41 weiteren Departements eine hohe Waldbrandgefahr besteht. Für Dienstag rief Météo-France wegen der neuen Hitzewelle für 61 Départements die zweithöchste Alarmstufe Orange aus. Erwartet würden 35 bis 41 Grad, die höchsten Temperaturen davon im Südwesten, teilte die Behörde mit.
Auch in anderen Regionen Frankreichs brachen bereits Wald- und Vegetationsbrände aus. Im Bereich der Gemeinde Lédenon, die zwischen Avignon und Nîmes gelegen ist, musste die Richtung Spanien führende Autobahn A9 wegen eines Feuers örtlich gesperrt werden.
Schwere Waldbrände in Spanien und Portugal
Auch in Portugal und Spanien halten mehrere Waldbrände die Feuerwehr seit Tagen auf Trab. Besonders das Feuer im portugiesischen Vouzela, rund 80 Kilometer südöstlich von Porto, bereitete Anwohnern und Behörden große Sorgen. Die Flammen sind aber dort inzwischen nach drei Tagen unter Kontrolle. Wegen der anhaltenden Gefahr eines Wiederaufflammens waren dort aber immer noch mehr als 1.100 Feuerwehrleute mit fast 400 Fahrzeugen und drei Löschflugzeugen im Einsatz.
Mit rund 13.000 Hektar zerstörter Fläche gilt der Brand in Vouzela bislang als der größte Waldbrand Europas im laufenden Jahr. Das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus erklärte, das am Donnerstag ausgebrochene Feuer habe sich in der Region Vouzela auf eine Fläche von 120 Quadratkilometern ausgebreitet. Das ist größer als die Insel Sylt.
Griechenland: Thessaloniki betroffen
In Griechenland erfasste ein Waldbrand am Sonntag eine Recyclinganlage. Die Behörden riefen die Bewohner einiger Stadtteile von Thessaloniki auf, in ihren Häusern zu bleiben und Fenster und Türen geschlossen zu halten, weil der Rauch Giftstoffe enthalte. Etwa 160 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, die vom Wind angefacht wurden.
Griechenland leidet während seiner heißen und trockenen Sommer unter oft verheerenden Waldbränden. Feuerwehrsprecher Ioannis Artopoios sagte, etwa 85 Prozent der Waldbrände würden durch Fahrlässigkeit verursacht, unter anderem durch Funkenflug von landwirtschaftlichen Maschinen, weggeworfene Zigaretten und das Grillen im Freien. "Das bedeutet, die meisten von ihnen hätten vermieden werden können."
Mit Informationen von AP und dpa
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