Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff sind drei Menschen gestorben. Weitere haben sich angesteckt und sind in kritischem Zustand. Mit Isolationsfliegern wurden sie in Krankenhäuser geflogen. Eine Kontaktperson wird im Düsseldorfer Uniklinikum untersucht. Jetzt nimmt die MV "Hondius" Kurs auf die kanarischen Inseln. Bald soll das Kreuzfahrtschiff mit 150 Passagieren Teneriffa erreichen.
Kreuzfahrtschiff nimmt Kurs auf Teneriffa
Auf der Urlaubsinsel gibt es eine auf Epidemien spezialisierte Klinik. Dort sollen Besatzung und Passagiere untersucht und gegebenenfalls medizinisch versorgt werden. Später könnten sie in ihre jeweiligen Heimatländer zurückkehren. Viele Menschen sind beunruhigt: Werden die Passagiere das Virus weiterverbreiten?
Auf dem Kreuzfahrtschiff wurde das Virus nicht von Maus zu Mensch übertragen, sondern von Mensch zu Mensch. Bei den in Süddeutschland verbreiteten Virusstämmen gab es eine solche Mensch-zu-Mensch-Übertragung bislang nicht. Müssen wir nun Sorgen haben? Wie gefährlich ist der Virusstamm, der für die aktuellen Todesfälle verantwortlich ist?
Darüber sprechen wir mit dem Hantaviren-Experten Martin Eiden. Er forscht am Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, auf der Greifswald-Insel Riems über neue und neuartige Tierseuchenerreger. Er soll auch einen Ausblick geben, worauf wir uns künftig werden einstellen müssen. Könnten Infektionen mit Hantaviren in der Zukunft häufiger und gefährlicher werden als dies bislang der Fall war? Außerdem schalten wir zur ARD-Korrespondentin Kristina Böker nach Madrid. Sie soll einordnen, wie Spanien mit dem Schiff und den Passagieren umgehen wird und wie es den Menschen bei dem Gedanken an das Virus geht. Den Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.
Andes-Stamm als Ausnahme: Übertragung von Mensch-zu-Mensch möglich
Hantaviren werden von Nagetieren wie Mäusen und Ratten übertragen. Diese erkranken oft gar nicht selbst, scheiden das Virus aber über Speichel oder Kot aus. Ein typischer Ansteckungsweg für die Menschen ist deshalb, wenn man zum Beispiel den Schuppen fegt und kontaminierten Staub einatmet.
Auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" wurde der Andes-Typ des Erregers festgestellt. Der Andes-Stamm ist vor allem in Südamerika vorhanden. Nur beim Andes-Stamm ist eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung überhaupt möglich.
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