Ein Mitarbeiter in einem Handwerksbetrieb für Heizungsbau, arbeitet in einem Heizungskeller einem Sportheim an der Installation der Technik für eine Wärmepumpe.
Live nachschauen
Bildrechte: picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
Livebeitrag

Heizungsmonteur

Aktualisiert am
Livebeitrag
Erschien zuerst am
>

"Heizungsgesetz"-Reform: Mehr Freiheit oder Rückschritt?

"Heizungsgesetz"-Reform: Mehr Freiheit oder Rückschritt?

Union und SPD haben sich auf eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) geeinigt. Was bedeutet die Reform des Gebäudeenergiegesetzes konkret für Verbraucherinnen und Verbraucher? Das klärt BR24 live um 16 Uhr.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

"Der Heizungskeller wird damit wieder zur Privatsache. Die Bürger haben wieder die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie sie heizen", sagte Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch betonte, die Koalition habe "nach wie vor die Klimaschutzziele fest im Blick". Dafür sorge man mit einer Bioquote, die ab 2029 auch für neue Öl- und Gasheizungen gelte.

Doch was heißt das konkret für die Menschen in Deutschland? Wird Heizen nun perspektivisch billiger oder noch teurer? Und reicht die neue Bioquote, um die Klimaschutzziele zu erreichen? Darüber sprach BR24 mit Korrespondent Hans-Joachim Vieweger aus dem BR-Hauptstadtstudio und Sigrid Goldbrunner von der Verbraucherzentrale Bayern. Das Video finden sie oben eingebettet über diesem Artikel.

Spahn verteidigt Kompromiss

Im ARD-Morgenmagazin verteidigte Unions-Fraktionschef Spahn die Reformpläne. Man setze auf eine "freie Entscheidung" für Klimaschutz statt auf Zwang. Viele Menschen würden sich auch weiterhin "für die Wärmepumpe oder die Fernwärme entscheiden", dies solle jedoch ihre "freie Entscheidung" sein.

Für Eigentümer im Neubau werde die Entscheidung ab 2030 auf Wärmepumpe oder Fernwärme hinauslaufen. Eigentümer im Bestand hätten "volle Wahlfreiheit" zwischen Fernwärme, Wärmepumpe, Pellets, Biomasse sowie Gas- oder Ölheizung. Die entscheidende Botschaft sei, man gebe "den Menschen ihre Freiheit zurück", sagte Spahn.

Grüne kritisieren Reformvorschläge

Nach Einschätzung der Grünen beerdigt die Bundesregierung mit dem neuen Heizungsgesetz die deutschen Klimaziele. "Mieter, Handwerk und Klimaschutz gehören zu den Verlierern der Politik dieser Bundesregierung", sagte die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katharina Dröge.

Dröge befürchtet weiter, dass die Regelungen für Verbraucher zur Kostenfalle werden könnten. "Denn Biomethan und Wasserstoff sind knapp und teuer und haben deshalb im Heizungsbereich so nichts verloren. Insbesondere Mieter werden mit extrem hohen Nebenkostenabrechnungen allein gelassen, wenn sich der Vermieter nun wieder für eine Gasheizung entscheidet."

Wirtschaftsministerin Reiche: Reform ist keine Absage an Klimaschutz

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat Kritik zurückgewiesen, die geplante Reform des Heizungsgesetzes verwässere den Klimaschutz. Man habe sich zum Klimaschutz verpflichtet, sagte sie im Deutschlandfunk. Es sei auch nicht geplant, diesen abzuschaffen: "Das Ziel des Heizungsgesetzes ist, dass beim Heizungsaustausch wieder mehr Entscheidungsfreiheit herrscht. Der Mieter, der Hausbesitzer kann wählen, welche Heizungsoption er einbauen möchte."

Die Bürger hätten sich durch das Heizungsgesetz, dass die Ampel-Regierung eingeführt hat, gegängelt gefühlt. "Sie hatten Angst, dass das System, was sie hatten, nicht mehr genutzt werden kann. Kommunen wurden verunsichert, Investoren wurden verunsichert." Nun werde man Rahmenbedingungen und die Bedürfnisse von Bürgerinnen und Bürgern berücksichtigen.

Mit Informationen von dpa, AFP und Reuters

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!