Rauch steigt nach einem Angriff auf die Bapco-Ölraffinerie auf, inmitten des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran, auf der Insel Sitra in Bahrain, 9. März 2026.
Rauch steigt nach einem Angriff auf die Bapco-Ölraffinerie auf, inmitten des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran, auf der Insel Sitra in Bahrain, 9. März 2026.
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Rauch nach einem Angriff auf die Bapco-Ölraffinerie auf der Insel Sitra in Bahrain.
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Rauch nach einem Angriff auf die Bapco-Ölraffinerie auf der Insel Sitra in Bahrain.

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Iran-Krieg: Energiepreis explodiert, Börsen auf Talfahrt

Iran-Krieg: Energiepreis explodiert, Börsen auf Talfahrt

Der Krieg im Nahen Osten wird zur Belastungsprobe für die Energiemärkte: Erstmals seit Jahren kostet ein Barrel Rohöl wieder mehr als 100 Dollar. Erdgas verteuerte sich in der Früh um etwa ein Drittel. Die Börsen reagieren dramatisch.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Der Krieg im Nahen Osten lässt die Energiepreise weiter drastisch ansteigen – der Transit von Öl und Gas durch die wichtige Straße von Hormus liegt praktisch still. Der Ölpreis stieg infolge erstmals seit Jahren wieder über die Marke von 100 US-Dollar. Der Preis für europäisches Erdgas hat sich seit Beginn der israelischen und US-Angriffe auf den Iran vor einer Woche in etwa verdoppelt. Die Börsen reagieren drastisch.

Ölpreis überschreitet Marke von 100 US-Dollar

Der Preis für die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent stieg im frühen Handel zeitweise um rund 20 Prozent auf 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Freitagnachmittag war Brent-Rohöl zur Lieferung im Mai noch mit über 90 Dollar gehandelt worden. Seit Kriegsbeginn vor etwas mehr als einer Woche beläuft sich der Preisanstieg inzwischen auf rund 50 Prozent: Ende Februar waren noch um die 70 Dollar pro Barrel üblich.

Auch die Spritpreise sind seither deutlich angestiegen, allerdings hat die Entwicklung über das Wochenende an Dynamik verloren, wie Zahlen des ADAC zeigen. So war ein Liter Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags nur 0,7 Cent teurer als am Samstag. Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich sogar nur um 0,4 Cent.

Im frühen Handel in Chicago sprang auch die in den USA bestimmende Sorte West Texas Intermediate (WTI) über die Marke von 100 Dollar – ein Preisniveau, das es zuletzt 2022 gegeben hatte. Zeitweise stieg der Preis sogar auf 113 Dollar pro Barrel. US-Präsident Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, dies sei ein "sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt."

Gaspreis steigt um 30 Prozent

Zugleich verteuerte sich Erdgas deutlich: An der Börse in Amsterdam sprang die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zum Handelsbeginn um rund 30 Prozent auf 69,50 Euro je Megawattstunde (MWh) nach oben. Im frühen Handel ist der Preis wieder ein Stück weit zurückgefallen, auf 61,80 Euro. Das sind immer noch etwa 16 Prozent mehr als am Freitag.

Mit dem aktuellen Preisanstieg hat sich europäisches Erdgas seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran vor mehr als einer Woche in etwa verdoppelt. Dies ist der stärkste Anstieg seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine von vier Jahren. 

Belastungsprobe für europäischen Gasmarkt

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern befindet sich der Gasmarkt in Europa in einer schwierigen Lage, da die Gasspeicher nach dem Winter einen vergleichsweise niedrigen Füllstand haben. Das bedeutet, dass in diesem Sommer zugekauft werden muss, um die Speicher wieder aufzufüllen.

Dabei konkurrieren die europäischen Versorger mit Käufern in Asien um die begrenzten Liefermengen, falls Lieferungen aus dem Nahen Osten über einen längeren Zeitraum ausbleiben.

Energiepreis-Schock an den Börsen

Der Preissprung beim Öl ließ die asiatischen Börsen einbrechen. Auch die Börsen in Europa öffneten am Montag im Minus: Der Deutsche Aktienindex (Dax) in Frankfurt am Main gab zu Handelsbeginn um 2,50 Prozent nach. An der Börse in Paris sank der Index CAC 40 um 2,29 Prozent, in London fielen die Kurse um 1,26 Prozent. 

Um die Märkte zu beruhigen, wollen die G7-Finanzminister bei einem virtuellen Treffen über die Freigabe von Notfall-Ölreserven beraten.

Mit Informationen von dpa, Reuters und AFP

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