Bei der Europa-Rede des Papstes in Metz mit dabei war auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron.
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Bei der Europa-Rede des Papstes in Metz mit dabei war auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron.
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Bei der Europa-Rede des Papstes in Metz mit dabei war auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron.

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Keine Angst vor der Zukunft: Papst appelliert an Europas Jugend

Keine Angst vor der Zukunft: Papst appelliert an Europas Jugend

Für seine Europa-Rede hat Papst Leo XIV. im französischen Metz viel Jubel geerntet. In der Stadt im Herzen Europas mahnte Leo die Europäer in Sachen Migration vor Abschottung, ermutigte sie aber auch, zu den Wurzeln ihrer Werte zurückzufinden.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Paris, Lourdes und nun Metz: In vier Tagen absolvierte Papst Leo XIV. seine ganz eigene Tour de France. Zum Abschluss des Marathons mit Gottesdiensten und Reden in Frankreich flog Papst Leo XIV. vom Wallfahrtsort Lourdes im Südwesten nach Metz im Osten des Landes. In der lothringischen Stadt im Dreiländereck von Frankreich, Luxemburg und Deutschland stand das Thema Europa im Zentrum.

Papst Leo appelliert an europäische Jugend

In seiner Grundsatzrede appellierte Papst Leo XIV. an Europas Jugend, sich durch Krisen und Konflikte in der heutigen Welt nicht entmutigen zu lassen. "Habt keine Angst vor der Zukunft!", mahnte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Der Papst beklagte, den zunehmend "barbarischen" Umgangston zwischen Staaten und auch Menschen. Leo nannte keine Namen. Bekannt ist aber beispielsweise, dass die Beziehung zwischen dem ersten Papst aus den USA und US-Präsident Donald Trump schwierig ist.

Leo appellierte an die Europäer, dieser "Abwärtsspirale" mit eigenen Anstrengungen ein Ende zu setzen. "Europa hat in den letzten 80 Jahren bewiesen, dass es möglich ist, unterschiedliche Interessen geltend zu machen, indem man sich begegnet, anstatt sich zu bekämpfen", sagte Leo. Jetzt gehe es darum, zu den Wurzeln seiner Werte zurückzufinden, um eine "kreative Wiederentdeckung".

Seligsprechungsverfahren für Robert Schumann

Für Metz als letzte Station seiner Frankreich-Reise entschied sich Leo, weil dort einer der Gründerväter der Europäischen Union zu Hause war: Der französische Politiker Robert Schuman (1886-1963) legte in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg mit seiner Idee einer industriellen Zusammenarbeit der früheren Kriegsgegner im Herzen Europas den Grundstein für die heutige EU.

Später war Schuman Präsident des Europäischen Parlaments. Sein politisches Engagement begründete er stets aus seiner Glaubensprägung heraus. Für Schuman läuft in der katholischen Kirche seit 2004 ein Seligsprechungsverfahren. Schon 1988 bezeichnete Papst Johannes Paul II. Schuman als "ewiges Vorbild für alle Verantwortlichen am Aufbau Europas". 2021 ernannte ihn Papst Franziskus zum "Ehrwürdigen Diener Gottes" - eine Vorstufe der Seligsprechung.

Leo thematisierte in seiner Rede, was man heute noch aus dem Wirken Schumans ziehen könne. "Schuman hinterlässt zuallererst ein tiefes Verlangen nach Frieden. Leider ist der Krieg heute wieder aufgeflammt, sogar in Europa." Der Papst ist überzeugt, dass ein lebendiges Europa unerlässlich ist für die Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen.

Papst nennt Ukraine-Krieg "sinnloses Gemetzel"

Papst Leo XIV. nutzte seinen Auftritt in Metz auch, um den Europäern beim Thema Migration ins Gewissen zu reden. Für Kriegs- und Armutsflüchtlinge müssten "ernsthafte Aufnahme- und Integrationsprozesse" gefunden werden. "Einen Menschen aufzunehmen bedeutet, ihn wie ein Familienmitglied zu integrieren" Dazu gehöre für den Ankömmling dann aber auch, "sich in den Geist des Hauses einzufügen". 

Den bereits mehr als vier Jahre andauernden Krieg in der Ukraine nannte Leo ein "sinnloses Gemetzel". Mit Blick auf Europas Reaktion auf den russischen Angriff warnte er davor, der "Illusion der Wiederaufrüstung" nachzugeben. Stattdessen mahnte das Kirchenoberhaupt mehr "kreative Anstrengungen" an, um den Weltfrieden zu fördern. 

Nächste Papst-Reise geht nach Südamerika

Neben Präsident Macron waren in Metz auch die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD), Fürst Albert I. von Monaco und Großherzog Guillaume von Luxemburg dabei. Am Nachmittag stand in der Kathedrale noch eine Messe auf dem Programm. Macron nahm daran überraschenderweise auch teil. Wegen der strikten Trennung von Kirche und Staat in Frankreich war der Präsident bei den vorigen Gottesdiensten nicht dabei.

Am Abend fliegt Leo XIV. nach Rom zurück. Die Reise ist der erste offizielle Staatsbesuch eines Papstes in Frankreich seit 18 Jahren. Die nächste größere Reise von Leo führt ihn im November nach Südamerika: nach Uruguay, Argentinien und Peru, wo er vor seiner Wahl zum Papst viele Jahre als Missionar und Bischof tätig war.

Mit Informationen von dpa, KNA und epd.

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