Nach dem gewaltsamen Tod des 14-jährigen Yosef in Dormagen, einer Stadt zwischen Köln und Düsseldorf, steht ein zwölfjähriges Kind unter Tatverdacht. Dies teilte die Polizei mit. Aus Gründen des Persönlichkeits- und Jugendschutzes gaben Staatsanwaltschaft und Polizei zunächst keine weiteren Informationen bekannt. Nach dpa-Informationen handelt es sich um einen zwölf Jahre alten Jungen mit deutscher Nationalität.
Tötung war möglicherweise vorsätzlich geplante Tat
Die Tötung des 14-jährigen Yosef in Dormagen soll nicht im Affekt geschehen, sondern eine geplante Tat gewesen sein. Das erfuhr die dpa aus Sicherheitskreisen. Den Informationen zufolge hatte es zuvor Streitigkeiten zwischen den beiden Jungen gegeben. Der 12-Jährige soll sich gemobbt gefühlt haben. Der tatverdächtige 12-Jährige befindet sich nach dpa-Informationen in der Obhut des Jugendamtes. Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) sagte, der Tatverdächtige sei zuvor offenbar nicht polizeilich auffällig geworden.
Die Mordkommission "Waldsee" hatte die Ermittlungen bereits vor mehreren Tagen aufgenommen. Laut Obduktion starb der Jugendliche an mehreren Stich- und Schnittverletzungen. Die Leiche des 14-Jährigen aus Eritrea war Ende Januar von einem Spaziergänger an einem See in Dormagen entdeckt worden. Am Wochenende nahmen rund 2.000 Menschen an einem Trauerzug für den getöteten Jungen teil. Eine öffentliche Trauerfeier wurde für Freitag in Dormagen angesetzt. Die Beerdigung soll im Anschluss im engsten Familienkreis stattfinden.
Bürgermeister: Dormagen wird "nachhaltig traumatisiert" sein
Der Bürgermeister der Stadt Dormagen geht davon aus, dass der gewaltsame Tod des 14-jährigen Yosef die Stadt noch lange beschäftigen wird. "Wir müssen davon ausgehen, dass unsere Stadt durch dieses Ereignis, durch diesen schlimmen Tod von Yosef, nachhaltig traumatisiert sein wird", sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) bei einer Pressekonferenz an einem Sportplatz der Stadt. "Dass ein Minderjähriger mutmaßlich diese Tat begangen hat, ist etwas, das uns umso betroffener macht und was uns auch das Blut in den Adern gefrieren lässt.", sagte der Bürgermeister.
Getöteter Yosef bei vielen Menschen beliebt
Die Stadt Dormagen zeigte sich erschüttert über den Tod des Jugendlichen. Yosef, der 2018 nach Deutschland kam und aus Eritrea stammte, lebte in einer städtischen Unterkunft und war gut in die Dorfgemeinschaft integriert. Er besuchte eine örtliche Schule und war bei vielen Menschen in der Stadt beliebt.
Auch der Fußballverein des 14-Jährigen äußerte seine Trauer. In einer Stellungnahme hieß es, dass Yosef nicht nur im Verein, sondern auch in der gesamten Dorfgemeinschaft sehr geschätzt wurde. "Sein strahlendes Lächeln und sein außergewöhnlicher Teamgeist machten ihn zu einem wertvollen Mitglied", so der Verein.
Keine Hinweise auf rassistische Tat
Yosef war zuletzt am Mittag des 28. Januars gesehen worden. Laut Medienberichten hatte er seiner Mutter mitgeteilt, er wolle nur kurz zu seinem Schützenverein gehen. Gegen 17 Uhr fand ein Spaziergänger die Leiche des Jungen.
Die Ermittler sicherten noch in der Nacht und am darauffolgenden Tag Spuren am Fundort. Laut Staatsanwältin Janne Jakobek gibt es derzeit keine Hinweise auf eine rassistische oder rechtsextreme Tat.
Mit Material von dpa
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