Tausende Klimaaktivisten demonstrieren zur Halbzeit der Klimakonferenz in Brasilien für mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung.
Tausende Klimaaktivisten demonstrieren zur Halbzeit der Klimakonferenz in Brasilien für mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung.
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Tausende Klimaaktivisten demonstrieren zur Halbzeit der Klimakonferenz in Brasilien für mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung.
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Tausende Klimaaktivisten demonstrieren zur Halbzeit der Klimakonferenz in Brasilien für mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung.

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Klimakonferenz in Brasilien: Zehntausende gehen auf die Straße

Klimakonferenz in Brasilien: Zehntausende gehen auf die Straße

Aktivisten und Indigene machen Druck auf die UN-Klimakonferenz. Es geht ihnen um den Schutz des Regenwalds und eine Abkehr von Öl, Gas und Kohle. Vor dem Start der zweiten Verhandlungswoche mehren sich die Rufe nach verbindlichen Beschlüssen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im BR Fernsehen am .

Zur Halbzeit der UN-Klimakonferenz in Brasilien sind zehntausende Klimaschützer und Indigene in der Konferenzstadt Belém für mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung und den Schutz indigener Gemeinschaften auf die Straße gegangen. Mit einer riesigen aufblasbaren Weltkugel und viel Musik zogen die Menschen durch das Stadtzentrum.

In Deutschland hatten schon am Freitag in Dutzenden Städten Tausende Demonstranten protestiert. Die Bewegung Fridays for Future forderte von der deutschen Regierung mehr Entschlossenheit auf dem UN-Treffen und Schritte zur Abkehr von Öl, Gas und Kohle. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) wird zur zweiten Verhandlungswoche in Belém erwartet.

Indigene: Regenwald-Zerstörung gleicht "Massaker"

Der große Protestzug in Belém wurde angeführt von Indigenen, die in Brasilien ihre angestammten Gebiete – unter anderem im Regenwald – gegen Agrarkonzerne, Holzfäller und illegale Goldschürfer verteidigen müssen.

Die Zerstörung des Amazonas-Regenwalds komme einem "Massaker" gleich, sagte der 50-jährige indigene Benedito Huni Kuin. Er sei aus seiner Heimat im Westen Brasiliens nach Belém im Nordosten gekommen, um bei der Klimakonferenz "unseren Stimmen aus dem Amazonasgebiet Gehör zu verschaffen und Ergebnisse zu fordern".

"Wir sind hier, um Druck auszuüben", sagte auch die 28-jährige Txai Suruí, die eine der bekanntesten indigenen Aktivistinnen in Brasilien ist. Die junge Frau forderte die Delegierten der Klimakonferenz auf, zu bereits gemachten Zusagen zu stehen und "Rückschritte" beim Klimaschutz unbedingt zu verhindern.

Kongresszentrum von Soldaten bewacht

Der 4,5 Kilometer lange Protestzug führte vom Stadtzentrum bis in die Nähe des Konferenzgeländes, das mit Stacheldrahtabsperrungen abgeriegelt war und von Soldaten bewacht wurde. Kurz darauf ging die Demonstration friedlich zu Ende, nach Angaben der Organisatoren hatten insgesamt etwa 50.000 Menschen daran teilgenommen.

Zum ersten Mal seit der Konferenz im schottischen Glasgow 2021 sind in Belém wieder größere Proteste möglich. Bei den drei vorherigen Klimakonferenzen in Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Aserbaidschan konnten Aktivisten wegen drohender Repressionen nur innerhalb des Konferenzgeländes demonstrieren.

Globaler Süden fordert mehr Hilfsgelder von Industrienationen

Noch bis Ende nächster Woche beraten rund 200 Staaten darüber, wie die Erderwärmung schneller eingedämmt werden kann. Im Fokus steht unter anderem ein Fahrplan zur Abkehr von Öl, Gas und Kohle – dagegen wehren sich unter anderem reiche Golfstaaten wie Saudi-Arabien, die mit Öl und Gas weiterhin Milliarden verdienen. 

Daneben geht es um Forderungen der Entwicklungsstaaten nach mehr Hilfsgeldern, um sich besser an die Folgen der Klimakrise anpassen zu können. Die Industriestaaten pochen aber darauf, dass nicht mehr Geld auf den Tisch kommt, als vergangenes Jahr zugesagt wurde. In Baku hatte die UN-Konferenz als Kernziel beschlossen, dass die Industriestaaten bis 2035 jährlich mindestens 300 Milliarden US-Dollar an Klimafinanzierung bereitstellen.

Rufe nach verbindlichen Beschlüssen

Der deutsche Greenpeace-Chef Martin Kaiser erklärte, vor allem die Ölstaaten versuchten, Maßnahmen zum Schutz des Klimas zu verschleppen. Die "fossile Lobby" stehe mit all ihrer Macht auf der Bremse. Wenn ab Montag Klimaschutzminister Schneider in Belém mit verhandele, müssten er und die EU eine starke Staaten-Allianz schmieden für verbindliche Beschlüsse: Die Welt müsse weg von Kohle, Öl und Gas und hin zu sauberer Energie aus Sonne und Wind. Auch gehöre ein Aktionsplan beschlossen, der die Waldzerstörung bis 2030 beendet.

Fentje Jacobsen vom WWF sagte, um Entwicklungsländer einzubinden, müsse der Fahrplan zum Ausstieg aus den fossilen Energien ein glaubwürdiges "Unterstützungspaket" bekommen: Da gehe es unter anderem um Finanzierung und Technologietransfer. Unerlässlich seien auch transparente, messbare Zwischenschritte und konkrete Zeitpläne.

Baerbock: Klimakrise "größte Bedrohung unserer Zeit"

Die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, stufte bei einem Kurzbesuch in Belém die Klimakrise als "größte Bedrohung unserer Zeit" ein – trotz der vielen Kriege und Konflikte in aller Welt. Die Grünen-Politikerin sagte: "Rund 3,6 Milliarden Menschen – fast die Hälfte der Weltbevölkerung – sind heute durch die Folgen des Klimawandels stark gefährdet." Konkret seien dies Dürren, Überschwemmungen, extreme Hitze und wachsende Ernährungsunsicherheit. Dies alles verstärke den "Teufelskreis aus Hunger, Armut, Vertreibung, Instabilität und Konflikten".

Mit Informationen von dpa und AFP

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Globale Fossile CO2-Emissionen
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