Symbolbild Unwetter im Winter. 09.01.2026, Schleswig-Holstein, Haffkrug: Ein Fahrzeug vom Winterdienst fährt bei Schneeve
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Was die Vorhersage von Unwettern schwierig macht
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Daniel Bockwoldt
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Was die Vorhersage von Unwettern schwierig macht

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Knifflige Unwetterwarnung: Genauer Ort oft erst kurz vorher klar

Knifflige Unwetterwarnung: Genauer Ort oft erst kurz vorher klar

Jetzt ist er da, der angekündigte Schneefall im Norden Deutschlands. Für einige Regionen Norddeutschlands gelten Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes vor starker Schneeverwehung. Wie schwierig ist die Vorhersage solcher Ereignisse?

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Eine Unwettersituation lässt sich umso besser einschätzen, je kürzer der Vorhersagezeitraum ist. Am schwierigsten ist die Vorhersage von Gewittern. Im Vorfeld kann man sagen, dass es irgendwo ordentlich krachen wird. Doch der genaue Ort des Unwetters ist oft erst eine Stunde vorher bis zu einigen Minuten vorher bekannt. Großräumigere Gefahren lassen sich deutlich früher einschätzen.

Manchmal knifflig – Luftmassen können aneinander grenzen

Wenn die Gefahr durch ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet besteht, wie bei der aktuellen Lage, weiß man am Vortag meist recht gut, was passieren wird. Dennoch gibt es auch hier knifflige Situationen. Bei der aktuellen Lage sind sehr unterschiedliche Luftmassen beteiligt.

Im Nordosten Deutschlands ist es frostig kalt, im Südwesten mild. Die Grenze zwischen beiden Luftmassen ist relativ scharf ausgeprägt. Liegt man auf der milden Seite, regnet es, während es wenige Kilometer daneben in der Kaltluft schneit.

Am Donnerstag, also einen Tag vor dem Ereignis, war die Lage des Tiefs und damit die der Luftmassengrenze noch unsicher. Es war klar, dass es fernab der Luftmassengrenze in Freiburg regnen und in Hamburg schneien würde.

Doch speziell für Hannover beispielsweise war die Vorhersage schwierig. Würde es die milde Luft noch bis dorthin schaffen? Oder würde es durchgehend beim Schneefall bleiben? Tatsächlich konnten in Hannover Schneefall und gefrierender Regen beobachtet werden, bei andauerndem Frost aber kein normaler Regen.

Klare Kriterien für Unwetterwarnungen

Wenn es brenzlig wird, gibt der Deutsche Wetterdienst Unwetterwarnungen (externer Link) heraus. Hierfür gibt es klar definierte Kriterien. Oftmals ist es schwieriger, die Folgen eines Wetterereignisses und die Wahrnehmung in der Bevölkerung vorherzusagen, als einfach eine Regenmenge, Windspitze oder Schneemenge.

Es gibt immer wieder Situationen, in denen die meteorologische Abschätzung im Vorfeld nahezu perfekt war, man sich hinterher aber trotzdem darüber wundert, warum kaum etwas passiert ist oder warum es so schlimm wurde.

Schadensereignisse: Öffentliche Wahrnehmung ändert sich

Es kann passieren, dass wir Meteorologen Sturmböen vorhersagen, und es Sturmböen gibt. Ein richtiges Unwetter liegt eigentlich erst bei Winden in Orkanstärke vor. Wenn nun aber durch eine Sturmböe irgendwo ein vielleicht kranker Baum sehr unglücklich fällt, ein großer Schaden entsteht oder gar ein Todesopfer zu beklagen ist, wird das als sehr schlimm und heftig wahrgenommen.

Der umgekehrte Fall liegt vor, wenn ein Ereignis zunächst zwar korrekt vorhergesagt wird, dann aber noch vor seinem Eintreffen ein Hype entsteht. Vor allem im Netz und auf den sozialen Medien wird häufig und teilweise maßlos übertrieben, um Klicks zu generieren. Die Bevölkerung hat oftmals wenig Chancen, zwischen seriösen Berichten und Übertreibungen zu unterscheiden. Später entsteht dann der Eindruck, dass viel weniger passiert sei, als erwartet.

Um die Auswirkungen des Wetters abzuschätzen, muss der Meteorologe eigentlich auch wissen, wie der Mensch damit umgeht. Wie gut werden Straßen geräumt und gesalzen? Kann man Skilaufen, weil die Betreiber neben dem Naturschnee vielleicht auch viel Kunstschnee erzeugen?

Mit Material von dpa

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