Das Winter-Sturmtief "Elli" ist angekommen – und mit ihm Schneefälle, Sturmböen und Glatteis. "Elli" bringt von Oberbayern bis ins norddeutsche Tiefland stellenweise bis zu 20 Zentimeter Neuschnee innerhalb von drei bis sechs Stunden, auch Eisregen und Sturmböen werden erwartet. Den meisten Schnee prognostiziert der Deutsche Wetterdienst für die sogenannten Staulagen der deutschen Mittelgebirge.
In Bayern gilt die Unwetterwarnung auch für einige Regionen. Betroffen ist laut DWD ein Band vom Allgäu über Oberbayern bis in das südliche Mittelfranken, Niederbayern und die Oberpfalz. Im westlichen Franken und in Schwaben sei dagegen nur gebietsweise und vorübergehend Glatteis zu erwarten. Die aktuellen Wetter-Entwicklungen für Bayern finden Sie hier im Ticker. Menschen in den betroffenen Gebieten sollen den Aufenthalt im Freien und Autofahrten vermeiden. Die Folgen des Sturmtiefs sind bereits spürbar. Ein Überblick.
Erste Unfälle auf spiegelglatter Straße
Der DWD warnt vielerorts vor spiegelglatten Straßen. In der Nacht kam es bereits zu ersten Unfällen aufgrund der Glätte. In Baden-Württemberg rutschte ein Bus einen Hang hinunter. Dabei verletzten sich laut der örtlichen Polizei drei Menschen leicht.
In betroffenen Gemeinden und Städten wie etwa Saarbrücken wurde der Busverkehr zwischenzeitlich eingeschränkt. Am Frankfurter Flughafen kam es zu Verspätungen, weil Flugzeuge enteist werden mussten. An der niedersächsischen Nordseeküste kommt der Fährverkehr weitgehend zum Stillstand. Mehrere Inseln sind heute nicht per Schiff erreichbar – darunter Langeoog, Norderney und Wangerooge.
Bayernkarte: Unwetterwarnungen des DWD
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Polizei: Auf Bayerns Straßen noch relativ ruhig
Auf Bayerns Straßen ist es insgesamt noch relativ ruhig. Trotz angekündigtem Schnee und Frost meldet die Polizei keine außergewöhnlichen Verkehrsstörungen. Allerdings blieben in Niederbayern etwa zwei Dutzend Lastwagen auf der schneebedeckten A7 stecken. Wie ein Polizeisprecher sagte, rückte in der Nacht unter anderem das Technische Hilfswerk (THW) zum Freischleppen aus.
Und auch in Niederbayern und der Oberpfalz hat es seit gestern Abend rund zwei Dutzend wetterbedingte Unfälle gegeben: Oft blieb es bei Blechschäden, aber es wurden auch sechs Menschen verletzt.
Insgesamt sprechen die Lagezentren in den Bundesländern in den frühen Morgenstunden allerdings von einem bis dahin ruhigen Verlauf auf den Straßen mit eher kleinen Unfällen.
Zugausfälle und Verspätungen beim Bahnverkehr
Bereits am Donnerstagabend kam es zu Zugausfällen auf einigen Fernverkehrsstrecken. Betroffen waren etwa die Strecken Kopenhagen-Hamburg, Westerland/Kiel-Hamburg, Binz/Stralsund/Rostock-Berlin, Norddeich/Emden-Hannover/Ruhrgebiet.
Die Bahn geht davon aus, dass bis Samstag Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr möglich sind. Wer kann, sollte seine Reise verschieben. Schon gekaufte Tickets könnten auch zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. Mancherorts wurden vorsorglich Verbindungen des Regionalverkehrs gestrichen.
ICE fährt vorsorglich langsamer
Wegen der Glättegefahr lässt die Bahn ihre Hochgeschwindigkeitszüge heute nicht so schnell fahren. Der ICE von Hannover nach Würzburg etwa fährt höchstens 200 Kilometer in der Stunde, deshalb ist mit Verspätungen zu rechnen. Im Kreis Bayreuth bleiben sicherheitshalber die Bürgerbusse im Depot.
Die Bahn hat darüber hinaus Vorbereitungen getroffen: In Bayern zum Beispiel können von den mehr als 10.000 Weichen laut DB rund 8.140 beheizt werden, damit sie nicht einfrieren. Bei Schneeverwehungen würden schwere Loks über verschneite Gleise fahren und eine Spur für nachfolgende Züge ziehen, sagte eine Sprecherin. Allerdings sei man selbst bei bestmöglicher Vorbereitung nicht gegen alle Witterungsfolgen gefeit, hieß es am Donnerstag.
Präsenzunterricht an Schulen entfällt
In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fällt der reguläre Schulbetrieb flächendeckend aus. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es teilweise Distanzunterricht und Notbetreuung für jüngere Kinder. Grund für die Schließung ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren und eine sichere Anreise nicht gewährleistet werden kann.
Auch in Regionen in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin fällt teils der Präsenzunterricht aus oder Eltern können ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen. Mancherorts sind auch Kitas und Kindergärten betroffen. Eine aktuelle Übersicht finden Sie auf der Seite unterrichtsausfall.bayern.de (externer Link) und auf BR24:
VW stoppt Produktion in Emden
"Elli" hat auch Auswirkungen auf die Wirtschaft: VW etwa hat die Produktion im Werk Emden vorsorglich für heute ausgesetzt, um die Mitarbeiter nicht zu gefährden.
Die Industrie- und Handelskammer Schwaben weist allerdings darauf hin, dass es kein gesetzlich verankertes Recht auf Homeoffice oder mobiles Arbeiten gibt und widriges Wetter rechtlich keine Entschuldigung dafür ist, von der Arbeit fernzubleiben.
Mit Informationen von dpa
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