Erstmals seit Beginn des aktuellen Ebola-Ausbruchs am 15. Mai in der Demokratischen Republik Kongo ist das Virus auch in Europa nachgewiesen worden. Ein Arzt der humanitären Hilfe, der aus dem zentralafrikanischen Land zurückkehrte, sei positiv getestet worden, hieß es vom französischen Gesundheitsministerium.
Kontaktpersonen in Quarantäne
Direkt nach seiner Ankunft sei der Mann in ein Krankenhaus gebracht und isoliert worden, um jegliches Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Der Zustand des Mannes sei stabil, so das Gesundheitsministerium. Es werde untersucht, wer mit ihm in Kontakt war. Die Kontaktpersonen sollen sich für 21 Tage zu Hause in Quarantäne begeben.
WHO-Chef: kein Grund zur Panik
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft ihre Risikoeinschätzung für Ebola nicht hoch. "Das Risiko für den Rest der Welt bleibt dennoch niedrig", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. "Es besteht kein Grund zur Panik". Seit dem ersten bekannten Ebola-Ausbruch vor 50 Jahren seien Zehntausende Fälle in Afrika aufgetreten, aber weniger als 30 Fälle im Rest der Welt, so Tedros.
Kurz vor Beginn der Fußball-WM hatte WHO Europa mitgeteilt, es gebe keine aktiven Ebola-Fälle in der EU und keine lokale Übertragung. Zwischenzeitlich war lediglich ein US-Arzt nach Deutschland ausgeflogen und in der Berliner Charité behandelt worden, der mittlerweile nach überstandener Erkrankung entlassen wurde.
Kongo: Epidemie im Bürgerkriegsland
Seit der Bekanntgabe des Ausbruchs im Mai ist die Zahl der bestätigten Fälle in der Demokratischen Republik Kongo auf mehr als 1.000 gestiegen, 260 Infizierte sind gestorben. Fast alle Infektionen und Todesfälle traten in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes auf, die Schauplatz bewaffneter Konflikte ist.
Neuer Erreger ist schwer einzudämmen
Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Ab kommender Woche sollen im Kongo laut WHO jedoch neue Medikamente getestet werden.
Mit Informationen von AFP und dpa
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