13.10.2026, Italien, Rom: Papst Leo XIV. trifft in der Poliklinik „Agostino Gemelli“ in Rom ein
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Dem an Lungenkrebs erkrankte Papst scheint es nach seiner erfolgreichen OP besser zu gehen.
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Dem an Lungenkrebs erkrankte Papst scheint es nach seiner erfolgreichen OP besser zu gehen.

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Krebserkrankter Papst: Gibt es Stellvertreter für Leo XIV.?

Krebserkrankter Papst: Gibt es Stellvertreter für Leo XIV.?

Dem an Lungenkrebs erkrankten Papst scheint es nach seiner erfolgreichen OP besser zu gehen. Doch sollte Leo XIV. etwa bei einer möglichen Chemo-Therapie länger ausfallen – wie geht der Vatikan damit um? Gibt es für den Papst einen Stellvertreter?

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Nach seiner erfolgreichen Operation scheint es dem an Lungenkrebs erkrankten Papst Leo XIV. besser zu gehen. Unklar ist allerdings, ob er sich noch einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen muss. Sollte der Papst zeitweise oder auch längere Zeit ausfallen – wie geht der Vatikan damit um und wie laufen die Kirchengeschäfte weiter?

Klar ist: Der Stellvertreter Christi auf Erden hat selbst keinen Stellvertreter. Dennoch: Fällt ein Papst kürzere oder längere Zeit aus, gibt es gewisse Regelungen.

Papst lässt sich punktuell vertreten

Die irdischen Geschäfte des Papstes werden während der Abwesenheit von der Kurie übernommen – also den Geistlichen, die dem Papst auch normalerweise bei den alltäglichen Geschäften unter die Arme greifen. So verlas etwa am Mittwoch der frisch ernannte Kardinaldekan Luis Antonio Tagle stellvertretend für Leo XIV. dessen Predigt. Tagle ist zudem Leiter des Verwaltungsapparats der katholischen Kirche weltweit.

Hierarchie im Vatikan – diese Personen kommen hinter Papst

Eine zentrale Person, die im Fall der Arbeitsunfähigkeit das Papstes mehr Aufgaben übernimmt, ist der Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin – die Nummer zwei in der Hierarchie des Vatikans. Der Kardinalstaatssekretär ist zuständig für die allgemeinen Angelegenheiten und damit eine Art Generalvikar des Papstes zur Leitung der Weltkirche.

An dritter Stelle folgt der "Substitut des Staatssekretariats für Allgemeine Angelegenheiten" – eine Art Kanzleramtsminister. Dieses Amt wird seit April 2026 von dem italienischen Erzbischof Paolo Rudelli bekleidet. Er kann dem Kirchen- und Staatsoberhaupt dringliche Ernennungen und Dekrete zur Unterschrift vorlegen.

Arbeit auch vom Krankenbett aus

Ansonsten erledigt der Papst seine Geschäfte, wenn möglich auch vom Krankenbett aus – bis voraussichtlich Dienstag soll Leo XIV. noch in der Klinik bleiben. Da Leo XIV. der erste Papst mit Smartphone-Kompetenz ist, könnte er zudem einige Dinge, die keine päpstliche Unterschrift erfordern, auch per Mail oder Messengerdienst regeln.

Auch teilte der Vatikan trotz der OP am Dienstag weiter wichtige Personalentscheidungen mit, die Leo XIV. offenbar noch vor seinem Klinikaufenthalt getroffen hat. Das vatikanische Presseamt veröffentlichte am Dienstag und am Mittwoch Bischofserennungen mehrerer Bistümer der katholischen Weltkirche.

Termine werden verschoben

Die von Papst Leo XIV. geplante Lateinamerika-Reise vom 6. bis 15. November soll er nach aktuellem Stand antreten können. Ansonsten gilt: Audienzen mit Staatsoberhäuptern oder Regierungschefs müssen schlichtweg verschoben werden.

Aber auch da gibt es Ausnahmen, wie es Italiens Premierministerin Giorgia Meloni vormachte, als Papst Franziskus kurz vor seinem Tod mit einer Lungenentzündung in der römischen Gemelli-Klinik behandelt wurde. Im Februar 2025 schaute sie auf eigene Faust in der Klinik vorbei, um dem schwerkranken Papst gute Besserung zu wünschen – und niemand verwehrte es ihr.

Was wäre im Fall eines längeren Ausfalls?

Der Fall einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit ist kirchenrechtlich nicht geregelt, was in Fachkreisen immer wieder zu Diskussionen führt. "Vor ein paar Jahren gab es dazu vor allem von italienischen Kanonisten eine Studie, wie man die Thematik regeln könnte, aber das ist bislang im Stadium der Überlegungen geblieben", sagt Martin Rehak, Professor für katholisches Kirchenrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität München, auf Anfrage des BR.

Papst könnte "bedingte Rücktrittserklärung" vorbereiten für Ernstfall

Eine individuelle Lösung dieses kirchenrechtlichen Mankos ist die sogenannte bedingte Rücktrittserklärung, eine Art Patientenverfügung des Papstes. Papst Franziskus hatte im Dezember 2022 bekannt gegeben, dass er bereits kurz nach seiner Wahl im Jahr 2013 eine solche für den Fall einer schweren Krankheit oder Amtsunfähigkeit unterzeichnet hatte. Unklar ist, ob der vergleichsweise junge Papst Leo XIV. diese ebenso hinterlegt hat. Sie träte dann in Kraft, wenn der Papst dauerhaft handlungsunfähig wäre.

Ein solcher Fall ist in der Praxis allerdings auch noch nie eingetreten. Deshalb ist unter Kirchenrechtlern umstritten, wer einer solchen Erklärung zustimmen müsste.

Mit Information von KNA.

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