Neuer Schlagabtausch zwischen dem US-Präsidenten und dem Papst: Leo XIV. hat Aussagen von Donald Trump über seine vermeintliche Ansicht zum Iran-Krieg und zu Atomwaffen zurückgewiesen. Im Gespräch mit Reportern erklärte der Pontifex, die katholische Kirche habe sich "seit Jahren gegen alle Atomwaffen ausgesprochen, daran besteht also kein Zweifel". Leo bekräftigte zudem seine Haltung, dass sein Aufruf zu Frieden und Dialog im US-israelischen Krieg im Iran biblisch begründet sei. Er habe sich vom ersten Moment seiner Wahl an für den Frieden ausgesprochen, sagte der Papst.
Papst: Kritisiert mich, aber mit der Wahrheit
Trump hatte dem Kirchenoberhaupt zuvor vorgeworfen, Partei für die Führung in Teheran zu ergreifen und damit Menschen zu gefährden. "Der Papst spricht lieber darüber, dass es in Ordnung sei, wenn der Iran eine Atomwaffe hat", behauptete Trump in einem Interview mit dem konservativen Moderator Hugh Hewitt. "Und ich glaube nicht, dass das sehr gut ist. Ich denke, er gefährdet viele Katholiken und viele Menschen."
Papst Leo entgegnete: "Die Mission der Kirche ist es, das Evangelium zu verkünden, den Frieden zu predigen. Wenn mich jemand dafür kritisieren will, dass ich das Evangelium verkünde, dann soll er es mit der Wahrheit tun."
Rubio spielt Streit zwischen Leo und Trump herunter
Der italienische Außenminister Antonio Tajani verteidigte den Papst gegen die Kritik von Trump. Die Attacken seien "weder akzeptabel noch hilfreich für die Sache des Friedens", schrieb Tajani am Dienstag auf der Plattform X.
Trumps Aussagen drohen, einen geplanten Besuch seines Außenministers Marco Rubio am Donnerstag im Vatikan zu überschatten, mit dem nach den öffentlich ausgetragenen Spannungen zwischen dem US-Präsidenten und dem ersten US-amerikanischen Papst eigentlich die Wogen geglättet werden sollen. Rubio versuchte vorab, den Streit herunterzuspielen: Trumps Kritik sei in dessen Ablehnung begründet, dass der Iran möglicherweise eine Atomwaffe erlange, die gegen Millionen von Katholiken und anderen Christen weltweit eingesetzt werden könnte, erklärte der Außenminister.
Serie von Angriffen auf das katholische Kirchenoberhaupt
Die aktuelle Attacke ist Teil einer ganzen Serie von Angriffen aus Washington auf das Kirchenoberhaupt, das gebürtig aus den USA stammt. Mitte April hatte Trump dem Papst vorgeworfen, seinen Job nicht gut zu machen. Er sei "schwach bei der Kriminalitätsbekämpfung" und "furchtbar in der Außenpolitik", nachdem das Kirchenoberhaupt den Angriff der USA und Israels auf den Iran als "wahrlich inakzeptabel" verurteilt hatte.
Leo XIV. selbst reagierte gelassen auf den Angriff: Er habe keine Angst vor der Trump-Regierung, wolle sich aber auch nicht auf eine Debatte mit dem US-Präsidenten einlassen.
Im Video: Wie christlicher Fundamentalismus die US-Politik bestimmt
Mit Informationen von AP und KNA
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
