Lebensgefahr: Acht Kindersitze bei Test durchgefallen
Lebensgefahr: Acht Kindersitze bei Test durchgefallen
Bild
Acht Kindersitze sind beim Test durchgefallen
Bildrechte: ADAC/Test und Technik
Schlagwörter
Bildrechte: ADAC/Test und Technik
Audiobeitrag

Acht Kindersitze sind beim Test durchgefallen

Audiobeitrag
>

Lebensgefahr: Acht Autokindersitze bei Test durchgefallen

Lebensgefahr: Acht Autokindersitze bei Test durchgefallen

ADAC und die Stiftung Warentest warnen im Rahmen ihrer Testreihe von Autokindersitzen vor gleich mehreren, baugleichen Modellen. Beim Frontalcrash traten so gravierende Mängel auf, dass die Experten davon abraten, die Sitze weiter zu benutzen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern3 Update am .

Immer wieder werden neue Kindersitze fürs Auto von Experten streng unter die Lupe genommen: Es geht um die Sicherheit der Kinder, da lohnt es sich, genau hinzusehen. Der momentan laufende Test von Stiftung Warentest und ADAC zeigt, dass acht fast identische Kindersitze aus dem Internet durchfallen.

Unterschiedliche Markennamen – ein unsicherer Sitz

Bereits vergangenes Jahr war ein Kindersitz-Modell beim Crashtest unangenehm aufgefallen: Der Reecle 360 wurde beim Test Basis aus der Basis ausgerissen und durch den Fahrgastraum geschleudert – das bedeutet Lebensgefahr.

ADAC und Stiftung Warentest haben nun herausgefunden, dass es sich dabei um ein sogenanntes "White Label"-Produkt handelt. Auf der Plattform "Alibaba" kann der Kindersitz mit europäischer Zulassung nach Kundenwunsch individualisiert und dann in größerer Stückzahl bestellt werden. Die heißen dann zum Beispiel: "Ding Aiden 360", "Kidiz 360", "Kids Zone i-Size 360", "Buf Boof Tweety Plus", "Miophy i-Size 360", "Xomax 946i" oder "Lettas i-Size 360" und sind so auf diversen Online-Plattformen erhältlich.

Die Produkte unterscheiden sich zwar optisch und in der Auszeichnung, technisch sind sie aber so gut wie identisch. Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass es noch weitere Varianten des Sitzes geben könnte. Erkenn­bar sind sie an ihrer einheitlichen Zulassungs­nummer, die mit einem Aufkleber am Sitz befestigt sein muss: E8 0313715.

Baugleiche Sitze Versagen beim Frontalcrash

Für den Test wurden diese Sitze im Internet bestellt und ebenfalls im Frontalcrash getestet. Dabei versagte die Unterkonstruktion der Sitze, und sie schleuderten beim Aufprall durch den Fahrgastraum. Die Fachleute warnen daher vor diesen Produkten, da sie im Falle eines Falles keinen ausreichenden Schutz bieten.

White-Label-Produkte sind in vielen Branchen üblich, zum Beispiel bei Lebensmitteln, in der Mode oder bei digitalen Dienstleistungen. Nach Angaben des ADAC ist das auch bei Kindersitzen ein marktübliches Verfahren. Dass es sich bei den getesteten Produkten um ein und dasselbe Modell handelt, das unter verschiedenen Markennamen auf verschiedenen Plattformen vertrieben wird, ist für Verbraucher nicht zu erkennen. Der ADAC rät daher Eltern, sich beim Online-Kauf von Kindersitzen im Vorfeld über unabhängige Testergebnisse zu informieren.

Empfehlenswert ist es auch, passende Modelle im Fachhandel auszuwählen und den Einbau und die Passgenauigkeit im eigenen Fahrzeug auszuprobieren.

Auch eine Babyschale durchgefallen

Unabhängig von der genannten White-Label-Produktgruppe hat der Automobilclub auch bei einer Babyschale erhebliche Mängel festgestellt: Der Sitz "Kinderkraft Mink Pro 2" reißt beim Frontalcrash aus der Isofix-Station "Base Mink FX2" aus und fliegt durch den Fahrgastraum. Baut man nur die Babyschale ohne die Basisstation ins Auto ein, bietet der Sitz einen guten Schutz. Die Zulassungs­nummer der schadhaften Basis von Kinder­kraft lautet E4 R129-040321 und ist auf dem Etikett an der Basis Mink FX2 zu lesen.

Der ADAC hat alle betroffenen Anbieter im Vorfeld der Veröffentlichung über die Ergebnisse informiert. Der Hersteller Lettas, der die White-Label-Kindersitze in China produziert, teilte mit, dass man bereits seit Januar einige Verbesserungen an den Sitzen vorgenommen habe, die das Sicherheitsproblem betreffen. Kinderkraft kündigte den kostenlosen Umtausch des Modells "Mink Pro 2 + Base Mink FX2" an. Kunden können sich unter der E-Mail-Adresse safety@kinderkraft.com melden.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!