Nach den Osterfeiertagen gibt es in Bayern regional erneut Warnstreiks im Nahverkehr. So müssen sich Fahrgäste zum Beispiel am Dienstag in Augsburg auf starke Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi ruft für den 7. April zu Warnstreiks im Nahverkehr auf. Die Stadtwerke Augsburg (swa) teilten mit: "Nach den Erfahrungen der vergangenen Streiktage muss damit gerechnet werden, dass an diesem Tag der Nahverkehr der swa in Augsburg weitgehend zum Erliegen kommt."
Die Stadtwerke Augsburg baten ihre Fahrgäste, vorsorglich auf andere Anbieter wie die Buslinien des AVV oder Regionalbahnen umzusteigen. "Anders als in manchen anderen Städten, wie etwa München, sind in Augsburg nur wenige Buslinien an externe Busunternehmen vergeben, die nicht bestreikt werden", hieß es.
Planungen für landesweite Aktion
Nach Angaben von Verdi soll in der kommenden Woche auch in anderen Städten Bayerns die Arbeit niedergelegt werden. Zudem gebe es Planungen für eine landesweite Aktion, aber noch kein genaues Datum, sagte ein Gewerkschaftsvertreter der Deutschen Presse-Agentur.
Warnstreik in Nürnberg am Mittwoch
Auch Nürnberg ist kommende Woche betroffen. Dort ruft Verdi am Mittwoch (8. April) den Fahrdienst erneut auf, die Arbeit niederzulegen. Das teilte die Gewerkschaft vor kurzem dem Bayerischen Rundfunk mit. Sie rechnet wieder mit spürbaren Auswirkungen, weil Busse, Straßen- und U-Bahnen nicht fahren.
Die letzten Male war es den Verkehrsbetrieben gelungen, einen Notbetrieb mit Bussen aufrechtzuerhalten. Die S-Bahnen im Raum Nürnberg fahren jedoch, weil dort ein anderer Tarifvertrag gilt. Schon am Dienstag soll es laut Verdi bei den Nürnberger Verkehrsbetrieben zu Warnstreiks in anderen Bereichen wie Werkstätten kommen. Auf den Fahrbetrieb selber dürfte sich das aber kaum auswirken. Als Grund für den erneuten Ausstand nennt Michael Batog von Verdi in Mittelfranken das aus Sicht der Gewerkschaft nicht ausreichende Angebot der Arbeitgeber.
Heute stehen in Passau die Busse still
In Passau haben die Fahrerinnen und Fahrer bereits heute die Arbeit niedergelegt. Es sei mit einem Ausfall aller durch die Beschäftigten der Stadtwerke bedienten Linien zu rechnen.
Man nutze diesmal bewusst die ruhigeren Tage vor Ostern, um die Auswirkungen für Pendlerinnen und Pendler gering zu halten, heißt es von der Gewerkschaft weiter. In Passau hatte es bereits am Donnerstag Warnstreiks gegeben.
Bewegung in den Verhandlungen, aber kein Durchbruch
Vor gut einer Woche war die vierte Runde der Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den Arbeitgebern ohne Durchbruch geendet. Die nächsten Verhandlungen sind für den 15. April geplant. Die Gewerkschaft fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen deutliche Lohnerhöhungen.
In den Verhandlungen hatte es zuletzt etwas Bewegung gegeben. Die Arbeitgeber teilten mit, sie hätten ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt. Bei einer Laufzeit von 24 Monaten habe man mehr als 6 Prozent Entgeltsteigerung geboten, bei einer Laufzeit von 48 Monaten rund 9 Prozent und die Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde.
Die Gewerkschaft betonte ihrerseits, sie sei den Arbeitgebern schon deutlich entgegengekommen. Aktuell fordere man eine Entgelterhöhung von insgesamt 550 Euro in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Die ursprüngliche Verdi-Forderung hatte bei rund 670 Euro bei einer Laufzeit von einem Jahr gelegen. Zudem will Verdi weiter eine Reduzierung der Arbeitszeit erreichen.
Mit Informationen von dpa
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