US-Präsident Donald Trump (Archivbild vom 2.12.25)
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US-Präsident Donald Trump will sich kommende Woche mit der Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado treffen.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Julia Demaree Nikhinson
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US-Präsident Donald Trump will sich kommende Woche mit der Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado treffen.

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Machado will Friedensnobelpreis mit Trump "teilen" – geht das?

Machado will Friedensnobelpreis mit Trump "teilen" – geht das?

Nach Ansicht von US-Präsident Trump steht ihm der Friedensnobelpreis zu, doch bekommen hat ihn im Dezember die venezolanische Oppositionsführerin Machado. Kommende Woche will sie Trump besuchen, den sie überschwänglich lobt und für preiswürdig hält.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

US-Präsident Donald Trump hat den Friedensnobelpreis mehrfach für sich gefordert. Doch erhalten hat ihn 2025 María Corina Machado – die im Exil lebende Oppositionsführerin Venezuelas. Vor einer Woche hatte Trump gegen Venezuela einen Militäreinsatz angeordnet, um Präsident Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores gefangen zu nehmen. Machado ist voll des Lobes und möchte ihren Preis mit Trump teilen.

Machado widmet ihren Friedensnobelpreis Trump

Machado hat ihren Friedensnobelpreis dem US-Präsidenten gewidmet: "Ich würde ihm gern persönlich sagen, dass das venezolanische Volk diesen Preis mit ihm teilen will", sagte Machado in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. "Was er getan hat, ist historisch ein großer Schritt Richtung demokratischen Übergang." Der 3. Januar werde als der Tag in die Geschichte eingehen, "an dem die Gerechtigkeit die Tyrannei besiegt hat".

Am Freitag hatte Trump angekündigt, dass er Machado, deren derzeitiger Aufenthaltsort nicht bekannt ist, kommende Woche treffen werde. "Ich fühle mich geehrt, dass sie hierher kommt", sagte Trump Reportern im Weißen Haus. Machado komme, um den USA ihre Grüße zu übermitteln. Anschließend beklagte Trump zum wiederholten Mal, dass ihm der Friedensnobelpreis im vergangenen Jahr nicht verliehen worden sei.

Nobel-Institut: Nobelpreis kann nicht übertragen werden

Falls der Preis bei dem geplanten Treffen eine Rolle spielt: Einfach weiterreichen oder teilen kann ihn Machado nicht: "Ein Nobelpreis kann weder widerrufen, geteilt noch auf andere übertragen werden. Sobald die Bekanntgabe erfolgt ist, ist die Entscheidung endgültig", heißt es vom norwegischen Nobel-Institut auf der Webseite zum Friedensnobelpreis.

Das norwegische Nobelkomitee äußere sich nicht zu Aussagen und Handlungen der Friedenspreisträger nach der Verleihung des Preises. "Das Mandat des Komitees beschränkt sich darauf, die Arbeit und die Leistungen der nominierten Kandidaten bis zu dem Zeitpunkt zu bewerten, an dem entschieden wird, wer den Friedensnobelpreis für ein bestimmtes Jahr erhält."

Die US-Militärintervention in Venezuela und die Zustimmung Machados zu diesem Schritt, der von vielen Politikern und Experten als Bruch des Völkerrechts gewertet wird, erfolgte mehrere Wochen nach der Preisverleihung.

Trump: "Fehlt Respekt der Bevölkerung"

Während die venezolanische Oppositionsführerin Trump überschwänglich lobt, äußerte er sich skeptisch über ihre Eignung als Nachfolgerin Maduros: "Ich denke, es wäre sehr schwierig für sie, die Führungsposition zu übernehmen, da sie weder die nötige Unterstützung noch den nötigen Respekt im Land genießt", sagte Trump vergangenes Wochenende. "Sie ist eine sehr nette Frau, aber ihr fehlt der Respekt der Bevölkerung." Als Übergangspräsidentin wurde Delcy Rodríguez vereidigt, ehemalige Vizepräsidentin und enge Vertraute Maduros. Trump signalisierte Unterstützung für die Politikerin.

Die USA nehmen verstärkt die Ölvorkommen Venezuelas in den Blick. Am gestrigen Freitag traf sich Trump mit den Chefs einiger der weltgrößten Ölkonzerne und drängte sie zu Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Dollar in Venezuela. Ziel sei es, die Energiebranche des Landes nach der Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro wieder aufzubauen und die Ölförderung massiv auszubauen.

Mit Informationen von ARD-Korrespondentin Anne Demmer, dpa, AP, epd, Reuters

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