07.02.2026, Italien, Tesero: Olympia, Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026, Ski nordisch/Langlauf, Skiathlon 2 x 10 km, Frauen, Frida Karlsson (Schweden) hält ihre Goldmedaille in der Hand.
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Bei den Olympischen Winterspielen sind innerhalb kürzester Zeit mehrere Siegermedaillen kaputtgegangen.
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Medaillen bei Olympia reißen vom Band ab: Was steckt dahinter?

Medaillen bei Olympia reißen vom Band ab: Was steckt dahinter?

Bei den Olympischen Winterspielen sind mehrere Siegermedaillen beim Jubeln kaputtgegangen. Die Organisatoren bieten den betroffenen Athleten Reparaturen oder einen Ersatz an. Doch wie begründen sie die Panne?

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Zu viert stehen sie in einer Reihe, jubeln und springen in die Luft: Die deutsche Biathlon-Staffel feierte am vergangenen Sonntag ihren dritten Platz bei den Olympischen Winterspielen in Italien. Doch dann, ein lautes Klirren – und irritierte Blicke nach unten. Die Bronze-Medaille von Justus Strelow hat sich vom Umhängeband gelöst und ist auf den Boden gefallen.

Mehrere Olympia-Medaillen kaputt

Egal ob Gold, Silber oder Bronze – Medaillen sollen eigentlich ein Leben lang halten. Doch bei den aktuellen Olympischen Winterspielen ist genau das nicht immer der Fall. Neben dem deutschen Biathleten Justus Strelow rissen auch bei mehreren anderen Olympioniken die Medaillen während der Jubelaktionen vom Band. Betroffen waren unter anderem die US-Abfahrtsolympiasiegerin Breezy Johnson und die schwedische Langläuferin Ebba Andersson. Auch Eisschnellläuferin Jutta Leerdam hatte offenbar dasselbe Problem. In einem TikTok-Video hält sie zunächst freudig ihre Medaille in die Kamera, ehe sie plötzlich ausruft: "Ich habe sie kaputt gemacht."

"Bei einer begrenzten Zahl von Medaillen sind verschiedene Probleme aufgetreten, aber das Organisationskomitee arbeitet eng mit der italienischen Prägeanstalt zusammen, die für die Medaillen verantwortlich ist", sagt der Kommunikationschef der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina, Luca Casassa.

"Es gibt eine Lösung" - Details werden nicht genannt

Die Organisatoren erklären nun, die Ursache für die Medaillen-Pannen gefunden zu haben, und versprechen Abhilfe. "Wir haben uns sofort zielgerichtet darum gekümmert, es gibt eine Lösung. Jetzt wird es Maßnahmen geben", sagte ein Sprecher des Organisationskomitees, ohne Details zu nennen. Alle Sportlerinnen und Sportler, die Probleme mit ihren Medaillen haben, seien eingeladen, diese zur Reparatur einzureichen. "Wir fühlen uns verpflichtet, dass die Medaillen die höchsten Qualitätsstandards erfüllen", sagte der Sprecher.

Wo genau der Defekt liegt – ob am Band, an der Medaille selbst oder grundsätzlich am Material – ist bislang nicht bekannt. Noch vor Beginn der Olympischen Spiele hatte Michele Sciscioli, Leiter der staatlichen Münzprägeanstalt Italiens, dem ARD-Studio Rom erklärt, das Band, an dem die Medaille befestigt ist, sei entwickelt worden "um einer sehr großen Kraft standzuhalten. Daher sind wir ziemlich zuversichtlich, dass es halten wird."

Medaillen aus recyceltem Metall – aus Nachhaltigkeitsgründen

Grundsätzlich liegt die Herstellung der olympischen Medaillen beim Organisationskomitee des jeweiligen Gastgeberlandes. Bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen stammen sie von der italienischen Staatsmünze IPZS, dem "Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato". Die Medaillen bestehen aus recyceltem Metall, das Design soll Nachhaltigkeit sowie die Partnerschaft von Mailand und Cortina widerspiegeln.

Jede Medaille wiegt gut ein halbes Kilogramm. Der Materialwert liegt bei wenigen Euro für die Bronzemedaille aus Kupfer, bei rund 1.000 Euro für Silber und etwa 2.000 Euro für Gold, so der Hersteller.

Goldmedaille darf umgetauscht werden

Die Organisatoren verweisen bei den Problemen auf die Zuständigkeit der staatlichen Münzprägeanstalt Italiens. Skirennfahrerin Breezy Johnson hat bereits eine Ersatzmedaille erhalten, die allerdings noch graviert werden muss. Die beschädigte Medaille durfte sie nicht behalten. "Sie mögen es nicht, wenn du mehrere davon hast", sagte die 30-Jährige lachend vor dem Start der Team-Kombination in Cortina d’Ampezzo.

Biathlet Justus Strelow hingegen wollte seine beschädigte Bronzemedaille aus der Mixed-Staffel offenbar nicht eintauschen. "So ein Kratzer, das sind ja auch Erinnerungen. Das kann man dann später mal erzählen, wann und warum das passiert ist, das ist eigentlich eine schöne Story", sagte sein Teamkollege Philipp Horn.

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