Marius Borg Høiby vor Gericht, eine Zeichnung von einem Gerichtszeichner
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Marius Borg Høiby vor Gericht
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Marius Borg Høiby vor Gericht

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Mehr als sieben Jahre Haft gefordert für Marius Borg Høiby

Mehr als sieben Jahre Haft gefordert für Marius Borg Høiby

Im Prozess gegen Mette-Marits Sohn fordert die Staatsanwaltschaft in Oslo sieben Jahre und sieben Monate Haft. Dem 29-jährigen Norweger werden 40 Taten vorgeworfen, darunter Vergewaltigungen bewusstloser Frauen und Misshandlungen von Ex-Partnerinnen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit hat die Staatsanwaltschaft in Oslo sieben Jahre und sieben Monate Haft gefordert. "Vergewaltigung kann dauerhafte Folgen haben und Leben zerstören", sagte Staatsanwalt Sturla Henriksbø am Mittwoch vor Gericht in Oslo. Der 29-jährige Marius Borg Høiby ist in 40 Punkten angeklagt. Unter anderem soll er vier Frauen vergewaltigt haben, während diese schliefen oder bewusstlos waren.

Bis zu 16 Jahre Haft möglich

Zudem soll Høiby mehrere Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt haben. Er hat einige Straftaten eingeräumt, bestreitet aber die schwerwiegendsten Vorwürfe. Høiby ist der Sohn von Mette-Marit aus einer früheren Beziehung, bevor sie mit Kronprinz Haakon zusammenkam.

Høiby zeigte keine Regung bei der Strafmaßforderung. Als Höchststrafe drohen ihm bis zu 16 Jahre Haft. Die Zeit, die Høiby bereits in der Untersuchungshaft verbracht hat, soll von der Haftstrafe abgezogen werden; nach Aussage der Staatsanwaltschaft bislang 63 Tage. Außerdem verlangte die Anklage zum Schluss ihres Plädoyers am Mittwoch ein zweijähriges Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin.

Wohl Vergewaltigungen gefilmt – Frauen wussten bis zur Anklage von nichts

Der Skandal hat dem Ruf des norwegischen Königshauses ernsthaft geschadet. Er begann, als Høiby am 4. August 2024 in Oslo wegen mutmaßlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung in der Wohnung seiner damaligen Freundin festgenommen wurde

Im Zuge der Ermittlungen zu diesem Vorfall kamen zahlreiche andere mutmaßliche Straftaten ans Licht. Nachdem die Ermittler Videos auf seinem Handy und Laptop gesichtet hatten, wurde er der Vergewaltigung von vier Frauen beschuldigt, die sich nicht wehren konnten. Keiner der vier Frauen war laut Anklage bewusst, was ihr widerfahren war, bis die Polizei ihnen die Videos zeigte und sie über die mutmaßliche Straftat informierte. 

Mit drei der Frauen soll der Angeklagte vor den mutmaßlichen Taten länger freiwilligen Sex gehabt haben – das sollte sich strafmildernd auswirken, sagte Staatsanwalt Henriksbø.

Partys mit Alkohol und Drogen in Mette-Marits Anwesen

Die mutmaßlichen Vergewaltigungen wurden alle nach Partys begangen, bei denen Høiby Alkohol und Drogen konsumiert hatte, und nachdem es zunächst einvernehmlichen Sex gegeben hatte. Eine Vergewaltigung soll im Keller der Residenz von Kronprinz Haakon und Mette-Marit stattgefunden haben, während beide zuhause waren. Im Mittelpunkt des Prozesses stand die Frage, ob Høibys Opfer in der Lage waren, einvernehmlichem Sex zuzustimmen.

In seinem Strafantrag zeichnete Staatsanwalt Henriksbø das Bild eines Angeklagten, "der denkt, dass er alles machen kann", und der kaum darauf bedacht gewesen sei, mit seinen Sexualpartnerinnen zu reden, "wenn sie geschlafen haben und er mehr wollte".

Während des Prozesses hatte Høiby immer wieder Erinnerungslücken eingeräumt, aber darauf beharrt, dass der Sex stets einvernehmlich erfolgt sei und dass er nicht die Gewohnheit habe, mit schlafenden Menschen Sex zu haben.

Høiby: "Ich bin ein Monster"

"Marius Borg Høiby ist kein Monster. Keiner von uns ist das", sagte der Staatsanwalt. "Wir sind alle menschliche Lebewesen mit guten und schlechten Seiten. Er sollte nicht dafür verurteilt werden, wer er ist, sondern für das, was er getan hat", betonte der Staatsanwalt. 

Am Freitag war Høiby in Tränen ausgebrochen und hatte den "Druck der Medien" beklagt, die ihn "als Person ausradiert hätten". "Ich bin nicht mehr Marius, ich bin ein Monster." Er sei in ganz Norwegen zum "Ziel des Hasses" geworden, klagte er.

Die Anklagepunkte: Drogen, Drohungen und mehr

Zu den weiteren Anklagepunkten gegen Høiby gehören Drohungen, Verletzung von Kontaktsperren, Sachbeschädigung, Verletzungen der Privatsphäre und Verkehrsdelikte sowie der Transport von 3,5 Kilogramm Marihuana – seinen Angaben zufolge ohne Gegenleistung. 

Høiby verfolgte den Großteil des Prozesses in schlaffer Haltung, zeichnete, kaute Kaugummi oder "Snus", einen Tabak, den man unter die Oberlippe schiebt.

Mit keinem schnellen Urteil zu rechnen

Nach dem Schlussplädoyer der Anklage sollten die Anwälte der Opfer das Wort ergreifen. Das letzte Wort sollte am Donnerstag die Verteidigung haben. Mit der Urteilsverkündung ist erst in mehreren Wochen oder sogar Monaten zu rechnen.  

Die Vorwürfe gegen den Høiby sind nicht der einzige Skandal, der die norwegische Königsfamilie derzeit belastet. Mette-Marit muss seit Wochen harte Kritik für ihre enge Freundschaft mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein einstecken.

Mit Informationen von AFP und dpa

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