Generationengerechtigkeit: Ein Wort, das Politiker – vom Kanzler über die Bundesfamilienministerin bis hin zum bayerischen Ministerpräsidenten – gerne in ihren Reden verwenden. Doch, was wurde beschlossen, was bietet das neue Jahr 2026 für junge Menschen? Ein Überblick.
Januar bringt mehr Geld
Der Januar startet mit mehr Geld in der Tasche, denn: Der Mindestlohn steigt von aktuell 12,82 Euro auf dann 13,90 Euro pro Stunde. 2027 steigt wird er weiter auf 14,60 Euro in der Stunde erhöht.
Gerade für junge Menschen sind das gute Nachrichten, denn sie arbeiten so viel wie seit den 1990er Jahren nicht mehr – vor allem Studierende mit Nebenjobs, wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (externer Link) in diesem Jahr gezeigt hat.
Auch für Auszubildende bringt das neue Jahr mehr Geld: Der Mindestlohn erhöht sich im ersten Ausbildungsjahr auf 724 Euro monatlich (ein Plus von 42 Euro). Gestaffelt über die weiteren Ausbildungsjahre steigt der Lohn im zweiten Jahr auf 854 Euro, im dritten auf 1.014 Euro.
Beliebt sind bei jüngeren Menschen oft auch Minijobs: Ab Januar steigt die Obergrenze von 556 auf 603 Euro monatlich.
Ehrenamt wird steuerlich belohnt
Steuerlich entlastet wird im neuen Jahr, wer sich ehrenamtlich einsetzt – vom Rettungsdienst übers Altersheim bis hin zum Sport- oder Kulturverein. Für Übungsleiter wird die Steuerpauschale um 300 Euro angehoben, ebenso steigt die Ehrenamtspauschale um 120 Euro auf 960 Euro. Davon profitieren dürften vor allem auch jüngere Altersgruppen, denn: Sie sind es, die sich am stärksten engagieren, wie der Bericht zum freiwilligen Engagement der Bundesregierung (externer Link) zeigt. In Bayern setzen sich insgesamt über 40 Prozent der gesamten Bevölkerung ehrenamtlich ein – nur in Hessen sind es etwas mehr.
Kindergeld steigt – Familiengeld in Bayern gestrichen
Wer eine Familie gründen oder Kinder im neuen Jahr erwartet, darf sich zwar ebenfalls auf mehr Geld freuen, doch der Anstieg ist gering: So steigt das Kindergeld ab 1. Januar 2026 um vier Euro – auf 259 Euro pro Monat.
In Bayern gab es bislang eine Zusatzleistung: das Familiengeld. Die bayerische Regierung hat es aber gestrichen. Das Geld soll künftig direkt in Kindertagesstätten fließen.
Bundesweit gilt ab 2026 ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, was eine Erleichterung für Eltern bei der Betreuung darstellen kann. Ein Recht auf die Ganztagsbetreuung soll zunächst für alle Erstklässler in den Schulen gelten.
2026: Deutschlandticket wird teurer
Mehr Geld müssen Bahnfahrer für das Deutschlandticket bezahlen – die meisten Abonnenten waren zuletzt zwischen 25 und 34 Jahren alt: Ab Januar steigt der Monatspreis von 58 auf 63 Euro. Davon betroffen sind derzeit rund 14 Millionen Menschen, die das Abo nutzen. Die meisten von ihnen leben in Städten und Ballungsräumen.
Mitte Januar: Fragebogen zum Wehrdienst
Kurz vor Ende des alten Jahres haben auch die Bundesländer grünes Licht für den Wehrdienst gegeben. Junge Menschen, die nächstes Jahr 18 Jahre alt werden, dürften Mitte Januar Post bekommen: Neben Geschlecht, Alter, Körpergröße und Bildungsabschluss werden auch das Fitnesslevel sowie das Interesse am Soldatendienst abgefragt. Junge Männer, aber auch Frauen können auf einer Skala zwischen null und zehn (großes Interesse) ihre Antwort selbst einordnen. Männer müssen den Fragebogen beantworten, sonst droht ein Bußgeld. Frauen können freiwillig antworten, es besteht aber keine Pflicht.
Generell gilt: Der Wehrdienst ist zunächst freiwillig, junge Männer können sagen, dass sie kein Interesse daran haben. Wer Interesse signalisiert, dürfte mit einer Einladung zur Musterung rechnen.
April: Lachgas-Verbot für unter 18-Jährige
Als "teuflisch" hat der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Theiss aus München Lachgas bezeichnet. In der Medizin wird es als Betäubungsmittel eingesetzt – in der Partyszene jedoch als Droge verwendet, die zu Halluzinationen und Bewusstlosigkeit bis hin zu Nervenschäden führen kann.
Bislang gab es keine Altersbeschränkung für Lachgas, doch das soll sich ab dem neuen Jahr ändern: Besitz und Erwerb für Kinder und Jugendliche werden verboten. Auch war es bisher einfach, Lachgas im Internet oder an Automaten zu kaufen – damit soll ebenfalls Schluss sein, um Kinder zu schützen.
So etwas wie eine vorgezogene Weihnachtsbescherung hat heute der Bundesrat verabschiedet.
Dieser Artikel ist erstmals am 31. Dezember auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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